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Firmenjäger Clemens Vedder nimmt Praktiker ins Visier

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Firmenjäger nimmt Praktiker ins Visier

25.07.2012, 15:15 Uhr | dpa-AFX, dapd, t-online.de

Firmenjäger Clemens Vedder nimmt Praktiker ins Visier. Angeschlagene Baumarktkette Praktiker (Quelle: dapd)

Angeschlagene Baumarktkette Praktiker (Quelle: dapd)

Der Machtkampf um Praktiker spitzt sich zu. Jetzt hat es Finanzinvestor Clemens Vedder auf die marode Baumarktkette abgesehen. Er kündigte an, sich zunächst mit 30 Millionen Euro an der Rettung des Unternehmens beteiligen zu wollen. Die Finanzspritze könnte aber laut einem Sprecher sogar bis 100 Millionen Euro aufgestockt werden.

"Ich bin überzeugt davon, dass die Restrukturierung von Praktiker erfolgreich umgesetzt und das Unternehmen wieder in die Gewinnzone geführt werden kann", erklärte Vedder. Er will sich aber nicht auf die Rolle des Kreditgebers beschränken, sondern "die Restrukturierung aktiv begleiten".

Kritik an Einstieg von Anchorage

Den bisher vom Praktiker-Vorstand geplanten Einstieg des US-Finanzinvestors Anchorage, der einen mit 17 Prozent verzinsten Kredit über 85 Millionen Euro zugesagt hat, kritisierte Vedder. Er ist nach Angaben eines Sprecher bereit, über seinen Fonds, die Goldsmith Gruppe, Geld in Praktiker zu stecken, zu günstigeren Bedingungen als Anchorage. Der Konkurrent will 85 Millionen Euro in die Sanierung der Baumarktkette stecken - zu einer Verzinsung von rund 17 Prozent.

Anleger haben die Nachricht über den neuen Investor mit einem Aktienfeuerwerk gefeiert. Praktiker-Papiere legten zwischenzeitlich bis auf fast 20 Prozent zu, In der Spitze waren die Titel bis auf 1,44 Euro angesprungen.

Billigstrategie und Missmanagement führten in rote Zahlen

Praktiker war wegen seiner jahrelangen Billigstrategie ("20 Prozent auf alles") und Missmanagements tief in die roten Zahlen gerutscht. Im Jahr 2011 machte das Unternehmen mehr als 500 Millionen Euro Verlust. Die Baumarktkette ist hoch verschuldet und ringt ums Überleben. Zur Sanierung braucht sie aber frisches Geld.

Vedder gilt als erfahrener Investor, der bereits bei der Commerzbank, der früheren Supermarktkette Spar und anderen Firmen stark aktiv war. In Presseberichten wurde er als Firmenjäger bezeichnet, der unterbewertete Unternehmen findet und die Werte hebt.

Finanzierungsmodell noch nicht vorgestellt

Nach Angaben des Sprechers hat Vedder bisher keinen Kontakt zum Praktiker-Vorstand um den Vorsitzenden Kay Hafner. Auch der Vertreterin der Großaktionäre Isabella de Krassny, einer Gegnerin von Anchorage, habe er sein Finanzierungsmodell nicht vorgestellt. Über die genauen Eckpunkte seines Angebotes machte der Vedder-Sprecher keine Angaben. Praktiker legt am 26. Juli Geschäftszahlen vor.

Auf der Hauptversammlung Anfang Juli hatte ein Sanierungskonzept von Hafner eine Mehrheit gefunden, das eine Kapitalerhöhung von 60 Millionen Euro bis Jahresende vorsieht. Außerdem hat Hafner der Baumarktkette ein Darlehen von 85 Millionen Euro vom US-Investmenthaus Anchorage gesichert. Insgesamt kostet der Sanierungsplan laut Vorstand 160 Millionen Euro. Das Management hatte den Aktionären mit Insolvenz gedroht, falls der Sanierungsplan nicht vollständig genehmigt würde.

Märkte werden auf Schwestermarke umgestellt

Nun sollen unprofitable Märkte geschlossen werden. Vor allem aber setzt der Konzern auf den Ausbau der höherpreisigen Schwestermarke Max Bahr, die schwarze Zahlen schreibt. 120 der 234 Praktiker-Märkte sollen auf diese Marke umgestellt werden, die bisher vor allem in Norddeutschland präsent ist. Beim Umzug der Konzernzentrale nach Hamburg sollen 200 Arbeitsplätze wegfallen.

De Krassny von der Wiener Bank Semper Constantia und andere Aktionärsvertreter kritisierten vor allem den geplanten Einstieg von Anchorage. Der Investor soll 17 Prozent Zinsen für das Darlehen erhalten sowie als Sicherheit die profitable Praktiker-Tochter Max Bahr mit 78 Filialen.

Gezielte Insolvenz befürchtet

Der Vorstand setzt den Wert von Max Bahr mit 112 Millionen Euro an, der Kredit beträgt aber nur 85 Millionen Euro. Kritiker sehen die Gefahr, dass Anchorage Praktiker gezielt in die Insolvenz führen könnte, um sich dann Max Bar zu schnappen.

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