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Ifo-Index sinkt zum vierten Mal in Folge

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Deutsche Wirtschaft: Ifo-Index sinkt zum vierten Mal in Folge

27.08.2012, 16:20 Uhr | dpa-AFX

Die Euro-Schuldenkrise belastet zunehmend die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex (Ifo) fiel im August zum vierten Mal in Folge. Der wichtige Frühindikator sei von revidiert 103,2 (103,3) Punkten im Vormonat auf 102,3 Punkte gesunken, teilte das Ifo-Institut in München mit.

Bankvolkswirte hatten mit einem weniger starken Rückgang auf 102,7 Punkte gerechnet. Während die Unternehmen ihre aktuelle Lage nur etwas negativer beurteilen, zeigen sie sich verstärkt pessimistisch bezüglich ihrer Geschäftsentwicklung.

Konjunktur schwächt sich weiter ab

"Die Konjunktur schwächt sich weiter ab.", kommentierte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn die neuen Umfragewerte. Stark abgekühlt hat sich das Geschäftsklima im Einzel- und Großhandel. Im Verarbeitenden Gewerbe hingegen stieg das Geschäftsklima nach drei Rückgängen in Folge wieder. Im Bauhauptgewerbe gab es leicht nach.

Die Auswirkungen der Schuldenkrise bedrohen nach Einschätzung der VP-Bank zunehmend auch die deutsche Wirtschaft. "Ein Ende der Krise ist nach wie vor nicht in Sicht", hieß es in einer Analyse. Sowohl die EZB als auch die europäische Politik seien bislang konkrete Maßnahmen schuldig geblieben. "Die hohen Erwartungen an eine schnelle Lösung der Schuldenkrise drohen im September enttäuscht zu werden."

Weitere Abkühlung erwartet

Auch die Erwartungen der lange erfolgsverwöhnten Industrie schwächten sich im August deutlich ab. "Erstmals seit fast drei Jahren sind auch die Erwartungen an das Exportgeschäft überwiegend leicht negativ", teilte Sinn mit. Gerade die Ausfuhren sind die wichtigste Stütze der deutschen Industrie und damit der gesamten Wirtschaft. Ökonomen erwarten für die Wirtschaftsentwicklung im zweiten Halbjahr eine weitere Abkühlung.

Auch der Handel blickt inzwischen deutlich pessimistischer in die Zukunft. Sowohl im Einzel- als auch im Großhandel kühlte sich im August das Geschäftsklima stark ab. "Die Einschätzung der Lage hat deutlich nachgegeben und die Erwartungen sind den sechsten Monat in Folge gesunken", teilte Sinn mit.

Das Baugewerbe vermerkt ebenfalls eine schlechtere Stimmung. Zwar meldet die Branche eine leicht verbesserte Geschäftslage. "Ihre Aussichten für das kommende halbe Geschäftsjahr haben sich jedoch weiter eingetrübt", schreiben die Volkswirte.

Euro steigt auf Tageshoch

Der DAX stieg nach den Daten leicht an. Der Kurs des Euro stieg auf ein Tageshoch von 1,2534 US-Dollar. Vor allem die Erholung im Verarbeitenden Gewerbe sei positiv aufgenommen worden, sagten Händler.

Das Ifo-Geschäftsklima ist das wichtigste Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft. Es basiert auf einer monatlichen Umfrage unter rund 7000 Unternehmen.

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