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Insolvenz-Antrag für P+S-Werften eingereicht

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Insolvenz-Antrag für P+S-Werften eingereicht

29.08.2012, 10:47 Uhr

Insolvenz-Antrag für P+S-Werften eingereicht. Werftarbeiter auf dem Gelände der P+S-Werft in Wolgast (Quelle: dpa)

Werftarbeiter auf dem Gelände der P+S-Werft in Wolgast (Quelle: dpa)

Jetzt ist das Aus amtlich: Die P+S-Werften haben beim Amtsgericht Stralsund einen Insolvenzantrag für die beiden Schiffbaubetriebe in Stralsund und Wolgast gestellt. Der Antrag wurde am Mittwochmorgen von Werftchef Rüdiger Fuchs eingereicht, bestätigten Unternehmens- und Gerichtssprecher. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) bezeichnete die Insolvenz der P+S-Werften mit knapp 2000 Beschäftigten als schweren Schlag, machte aber gleichzeitig die Hoffnung auf einen Neustart deutlich.

Insolvenz in Eigenverwaltung für P+S

Gleichzeitig sei die Eigenverwaltung im Insolvenzverfahren beantragt worden, sagte der zweite P+S Geschäftsführer, Axel Schulz, am Morgen der dpa. Bei der Eigenverwaltung im Insolvenzverfahren kann das betroffene Unternehmen unter Aufsicht eines Sachwalters in einem gewissen Rahmen weiter über das Vermögen verfügen.

Fuchs selber wollte vor dem Gerichtsgebäude zunächst keinen Kommentar abgeben. Er wolle erst die Belegschaften informieren. Die Belegschaft sollte in Kürze in Belegschaftversammlungen infomiert werden.

Land und Bund stoppten Stützen

Die Werft habe verschiedene Vorschläge für die Einsetzung eines Sachwalters vorgelegt, sagte Gerichtssprecher Dirk Simon. Eine Entscheidung darüber werde es aber nicht vor 15.00 Uhr, eventuell auch erst am Donnerstag geben.

Land und Bund hatten die Auszahlung der staatlichen Rettungsbeihilfen gestoppt, nachdem deutlich wurde, dass die Werftensanierung teurer wird und die 152,4 Millionen Euro Staatshilfe nur bis Jahresende reichen. Fuchs hatte nach dem Stopp der staatlichen Rettungsbeihilfe versucht, Kunden und Lieferanten von seinem Zukunftskonzept für die beiden Schiffbaubetriebe in Wolgast und Stralsund zu überzeugen.

Keine Einigung mit Scandlines

Mit dem Hauptkunden Scandlines, dessen Fähren weiter wegen bislang ungelöster Bauprobleme am Ausrüstungskai liegen, war P+S zu keiner Einigung gekommen. Der Zeitdruck war groß, vor allem weil Ende dieser Woche die Löhne der Werftarbeiter sowie Sozialabgaben fällig sind - Medienberichten zufolge sieben Millionen Euro.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) wollen am Vormittag im Landtag über die aktuelle Situation der P+S-Werften informieren. Glawe sieht das Land weiterhin mit in der Pflicht, maritime Standorte in Mecklenburg-Vorpommern zu erhalten. "Auch im schlimmsten Fall wird sich das Land nicht aus der Verantwortung stehlen", versicherte Glawe in Schwerin.

Nach Einschätzung von Fuchs, der erst seit 7. August an der Spitze des Werftenmanagements steht, hat sich die Volkswerft in Stralsund auf dem Weg zum Spezialschiffbauer mit zu vielen Neukonstruktionen in zu kurzer Zeit übernommen.

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