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Steinbrück will Deutsche Bank aufspalten

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Steinbrück will Deutsche Bank aufspalten

20.09.2012, 13:54 Uhr | dpa-AFX

Steinbrück will Deutsche Bank aufspalten. Die Deutsche Bank im Visier der SPD. (Quelle: dapd)

Die Deutsche Bank zittert vor den EU-Plänen (Quelle: dapd)

Die SPD nimmt die Deutsche Bank ins Visier: Der frühere Finanzminister Peer Steinbrück will Deutschlands größtes Kreditinstitut zu einem radikalen Umbau zwingen. Die Handelsaktivitäten des größten deutschen Kreditinstituts müssten organisatorisch vom klassischen Bankgeschäft getrennt werden. Unterdessen kommt die Bank beim Verkauf der BHF-Tochter weiter.

Die Zerlegung empfiehlt der als SPD-Kanzlerkandidat gehandelte Politiker nach Informationen der Wochenzeitung "Die Zeit" in einem Konzept zur Regulierung der Finanzmärkte. Damit könne das Risiko verringert werden, dass der Staat bei Fehlspekulationen von Investmentbanken eingreifen müsse, um Sparguthaben und die Kreditversorgung zu schützen.

Deutsche Bank soll Investmentbanking auslagern

Durch das Holding-Modell solle zugleich gewährleistet werden, dass die Deutsche Bank ihre Finanzprodukte aus einer Hand anbieten könne. Steinbrück will am kommenden Dienstag in der SPD-Bundestagfraktion seine Vorschläge präsentieren.

In den vergangenen Wochen hätten zwei SPD-Arbeitsgruppen zusammen mit Finanzfachleuten und Wissenschaftlern an dem Konzept gearbeitet. Eine Gruppe wurde vom hessischen SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel geleitet, die andere von Steinbrück, schreibt die Wochenzeitung.

Tochter BHF geht wohl an Finanz-Investor

Beim schwierigen Verkauf der BHF-Bank ist die Deutsche Bank derweil einen Schritt weiter. Die in Belgien ansässige Finanzdienstleistungsgruppe RHJ International (RHJI) wolle über die Banktochter Kleinwort Benson 384 Millionen Euro für das Traditionsinstitut zahlen, teilten beide Seiten mit. Offen ist noch die Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Sie hatte in der Vergangenheit den Verkauf mehrfach blockiert und Zweifel an der "finanziellen Solidität" von RHJI bekundet. Inzwischen haben die Belgier nachgebessert und namhafte Co-Investoren wie etwa den BMW-Erben Stefan Quandt an Bord geholt.

RHJI kündigte an, den Kaufpreis zum Teil über eine Kapitalerhöhung bei der Tochter Kleinwort Benson einsammeln zu wollen. Daran beteiligen sich der weltgrößte Finanzinvestor Blackrock, der chinesische Mischkonzern Fosun und auch Stefan Quandt. Nach der Kapitalerhöhung soll der RHJI-Anteil an Kleinwort Benson von 100 auf rund 66 Prozent fallen. RHJI wandelt sich derzeit vom Finanzinvestor mit einem breiten Portfolio zu einer Bank-Gruppe.

Das belgische Unternehmen betont im Ringen mit der Bafin die hohe Kapitalausstattung von Kleinwort Benson, Ende Juni lag die Eigenkapitalquote bei 21 Prozent. Allerdings ist Kleinwort Benson mit einem verwalteten Vermögen von neun Milliarden Euro deutlich kleiner als die BHF, die auch nach einer harten Schrumpfkur mit ihren 1200 Mitarbeitern zuletzt noch 36 Milliarden Euro verwaltete.

BHF seit Jahren im Angebot

Die Deutsche Bank hatte die BHF 2009 zusammen mit der Privatbank Sal. Oppenheim erworben und anschließend sofort zum Verkauf gestellt. Bisherige Anläufe scheiterten. Anfang 2011 war der DAX-Konzern mit der Liechtensteiner Fürstenbank LGT bereits handelseinig - die Bafin ließ dieses Geschäft jedoch im letzten Moment platzen.

Mit der RHJI-Gruppe, hinter der Ex-Dresdner-Bank-Vorstand Leonhard Fischer steht, hatte die Deutsche Bank bereits im Juli 2011 exklusive Verhandlungen aufgenommen. Der angekündigte, lang erwartete Durchbruch hatte kaum Auswirkungen auf den Börsenkurs der Deutschen Bank.

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Stellen sollen nicht wegfallen

RHJI sieht in der BHF-Bank eine strategisch "sehr gute" Ergänzung zum Geschäft von Kleinwort Benson. "Beide Banken verfolgen mit dem Fokus auf Unternehmer, Unternehmen und vermögende Kunden das gleiche Geschäftsmodell", erklärte Vorstandschef Fischer. BHF ist vor allem auf Deutschland spezialisiert, Kleinwort Benson auf Großbritannien.

Die neuen Investoren planen nach Angaben aus Finanzkreisen keinen Stellenabbau. Mit dem Zukauf habe sich RHJI Wachstumschancen erschließen wollen. "Für die gestärkte BHF-Bank kann sich eine langfristig tragfähige Perspektive eröffnen", sagte Deutsche-Bank-Vorstand Herny Ritchotte. BHF-Vorstandssprecher Björn Robens stellte heraus, dass "renommierte Investoren aus aller Welt die Attraktivität unseres Geschäftsmodells" bestätigten.

Kleinwort Benson ist wie die BHF-Bank ein tradtionsreiches Haus. Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1780 zurück. In unrühmlicher Erinnerung geblieben ist zuletzt allerdings vor allem ihre Zeit als verlustreiche Investmentbank-Tochter der Dresdner Bank. Nach der Übernahme der Dresdner verkaufte die Commerzbank 2009 die Reste von Kleinwort Benson an RHJI. Die BHF-Bank entstand vor gut 40 Jahren aus der Fusion der Frankfurter Bank und der Berliner Handelsgesellschaft. Die Vorläufer des Instituts gehen bis ins Jahr 1854 zurück.

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