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Opel dementiert Gerüchte um Zwangsehe mit Peugeot-Citroen

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Autobranche  

Opel: Spekulationen um Zwangsehe der Schwachen dementiert

16.10.2012, 17:46 Uhr | dpa

Opel dementiert Gerüchte um Zwangsehe mit Peugeot-Citroen. Neue Spekulationen um die notleidenden Autobauer Opel und PSA (Quelle: dpa)

Peugeot-Citroen soll Opel übernehmen (Quelle: dpa)

Hartnäckig halten sich die Gerüchte um eine mögliche Fusion der kränkelnden Autobauer Opel und Peugeot-Citroën. Noch werden derartige Spekulationen um eine Zwangsehe dementiert. Experten zweifeln ohnehin an einer fruchtbaren Beziehung der Partner.

Das Dementi kam prompt - und deutlich: "Ein solcher Zusammenschluss macht überhaupt keinen Sinn für Opel", schmetterte Opel-Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug Spekulationen um eine Zwangshochzeit des angeschlagenen Autobauers mit dem taumelnden Partner Peugeot-Citroën (PSA) ab.

Kriselnde Partner auf gesättigtem Markt

Tatsächlich haben die Europa-Tochter von General Motors (GM) und der französische PSA-Konzern Gemeinsamkeiten - und die sprechen dagegen, die angekündigte Allianz bei Logistik, Einkauf und Entwicklung zur Fusion auszuweiten: Die kriselnden Partner bedienen denselben gesättigten europäischen Markt. "Die drei Marken haben nichts im Premiumbereich und nichts im Low-Cost-Segment", analysiert Frank Schwope von der NordLB: "Drei Einäugige würden zusammengeschlossen, die sich gegenseitig Konkurrenz machen."

Auch ein entscheidender Vorteil

Eine Hochzeit könnte aber auch einen entscheidenden Vorteil bringen, vor allem für Anteilseigner und die Opel-Mutter GM. Schwope ist überzeugt: "In einem Gemeinschaftsunternehmen könnten die Überkapazitäten leichter abgebaut werden." Der Analyst hält den Opel-Standort Bochum auch ohne Fusion für stark gefährdet, PSA müsse eher zwei Werke schließen. Bislang ist geplant, dass die Löwen-Marke Peugeot den Standort Aulnay 2014 schließt. Sollte die Ehe geschlossen werden, hält Schwope auch ein Entwicklungszentrum für überflüssig.

Entscheidung bis Ende des Jahres

Die französische Wirtschaftsnachrichtenseite "latribune.fr" hatte von Geheimverhandlungen zwischen GM und der PSA-Führung berichtet. Eine Entscheidung könne bis Ende des Jahres fallen. Im Februar hatten GM und PSA ihre Zusammenarbeit und den Einstieg der Amerikaner mit sieben Prozent bei den Franzosen angekündigt. Das Ziel: Pro Jahr sollen Synergien von etwa zwei Milliarden US-Dollar (ca. 1,5 Milliarden Euro) gehoben werden - allerdings erst nach fünf Jahren. Offen ist, ob GM die hohen Verluste in Europa noch so lange schluckt.

Zu den Spekulationen hält sich GM bislang bedeckt. Man wolle sich darauf konzentrieren, die bestehende Kooperation erfolgreich zu gestalten, heißt es knapp aus Detroit. Die Vorsicht ist verständlich: GM musste bei Opel schon einmal einen Rückzieher machen. Den geplanten Verkauf an den Zulieferer Magna und die russische Sberbank im Jahr 2009 ließen die Amerikaner in letzter Minute platzen.

Ein neues Zuhause für Opel finden

Doch der Druck zum Handeln wächst mit jedem Quartal, in dem Opel Verluste schreibt. Die Marke habe in den vergangenen zwölf Jahren 16 Milliarden Dollar (12,3 Mrd Euro) verbrannt, rechneten Analysten der US-Investmentbank Morgan Stanley jüngst vor: "Wir glauben, dass es für GM an der Zeit ist, ein neues Zuhause für Opel zu finden."

In Frankreich wird ein möglicher Zusammenschluss bislang kritisch gesehen. "In Zeiten, in denen die Probleme mit den Überkapazitäten immer schlimmer werden, hätte eine Fusion zwischen PSA und Opel schwerwiegende soziale Konsequenzen", kommentierte die Zeitung "Le Figaro".

Nur bestimmte Aktivitäten in Europa bündeln

Nach Informationen des Fachmediums "Automotive News Europe" gibt es Alternativen: GM und PSA könnten nur bestimmte Aktivitäten in Europa bündeln. Dann würde GM 30 Prozent der Anteile am neuen Unternehmen bekommen und müsste noch mal etwa zehn Milliarden Dollar Cash nachschießen. Großer Vorteil: Der US-Konzern müsste dann die Opel-Finanzergebnisse nicht mehr in der eigenen Bilanz ausweisen.

Ende des Monates wollen GM und PSA Details über die nächste Etappe ihrer bereits geschlossenen Allianz bekanntgeben. Bis dahin will sich Opel auch mit den Gewerkschaften und dem Betriebsrat auf einen Zukunftsplan für Deutschland einigen - und dabei über die Zukunft des Standorts Bochum entscheiden.

Wie schlecht es PSA geht, wurde auf dem zurückliegenden Pariser Autosalon klar. Für die nahe Zukunft rechnet der Konzern weiter mit Verlusten in Milliardenhöhe. Konzernchef Philippe Varin sagte, das Unternehmen werde vermutlich bis 2014 monatlich einen dreistelligen Millionenbetrag an Cash verbrennen. Auch Opel steckt tief in den roten Zahlen. Im ersten Halbjahr setzte die Marke mit dem Blitz 617 Millionen Dollar (473 Millionen Euro) in den Sand.

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