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Neuer Investment-Trend: Seltene Metalle sind Vertrauenssache

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Neuer Investment-Trend: Seltene Metalle sind Vertrauenssache

01.11.2012, 11:08 Uhr | t-online.de - Frank Lansky

Neuer Investment-Trend: Seltene Metalle sind Vertrauenssache. Hightech-Rohstoffe für die Branchen der Zukunft (Quelle: dapd, dpa)

Neodym, Terbiumoxyd, Hafnium und andere: Hightech-Rohstoffe für die Branchen der Zukunft (Quelle: dapd, dpa)

Die verunsicherten Anleger fliehen weiter in Sachwerte: Der Goldpreis verharrt in der Nähe seines Allzeithochs, die Immobilienpreise in den Metropolen haben kräftig angezogen. Nun springen viele private Investoren auf einen neuen Trend auf, der einiges Vertrauen erfordert: Den physischen Kauf von Hightech-Rohstoffen. t-online.de hat sich umgehört.

Hightech-Rohstoffe gegen die Geldentwertung

Auf der Internationalen Edelmetall- & Rohstoffmesse in München ist an diesem Wochenende die Inflationierungspolitik der Notenbanken das Thema Nummer eins. Selbst exotische Alternativen zum Papiergeld sind gefragt, schon auf der größten deutschen Anlegermesse "Invest" im Frühjahr umlagerten die Besucher in Scharen die Stände, auf denen glitzernde Hightech-Metalle ausgestellt wurden.

Dass seltene Erden und Hightech-Metalle für die Zukunftsbranchen unerlässlich sind, ist unbestritten. "Oft ist es nur ein einziges seltenes Metall, von dem eine ganze Technologie abhängt. So kann zum Beispiel ohne Terbium keine Brennstoffzelle produziert werden. Ohne Neodym kein Smartphone", urteilt Sven T. Marlinghaus, Partner und Geschäftsführer der auf Rohstoffe spezialisierten Unternehmensberatung Brainnet.

China dominiert den Markt

Angebot und Nachfrage bei seltenen Erden sind jedoch höchst undurchsichtig: "Der Markt wird derzeit zu 90 Prozent von einem einzigen Land beherrscht - von China. Es gibt nur wenige Anbieter und keine transparente Preisfindung. Die Preisgestaltung ist im höchsten Maße von politischen Faktoren abhängig. Zudem sind diese Märkte hoch illiquide. Tägliche Preisfindungen, wie bei Commodities sonst üblich, gibt es hier nicht. Auch gibt es keine Futures-Märkte für seltene Erden, man muss also immer ganze Chargen kaufen. Der Markt ist hochkomplex, wenig transparent und  gerade für einen Laien nicht durchschaubar," kommentiert Marlinghaus weiter.

Zudem sieht der Experte eine geteilte Preisentwicklung, da China nicht der einzige Anbieter bleibe: "Es werden sicherlich auch anderswo in den nächsten Jahre neue Lagerstätten erschlossen werden. Für die nächsten fünf Jahre ist mit einen weiteren Verschärfung der Preissituation zu rechnen Langfristig, das heißt auf Sicht von zehn Jahren werden die Preise daher eher sinken als steigen."

Anleger kaufen Hightech-Rohstoffe

Dennoch gibt es offensichtlich genug Anleger, die solche Rohstoffe von spezialisierten Händlern einkaufen und einlagern. Die Frankfurter Tradium GmbH beispielsweise bietet Sparern ein Investment in Hightech-Metalle, seltene Erden, Edelmetalle oder Metallpulver ab 50.000 Euro an.

Verkauft werden unter anderem Cäsium, die seltenen Erden Ceroxid, Neodymoxid, Terbiumoxid oder Yttriumoxid, aber auch Rhodium, Gold, Iridium oder Bor, Chrom und Mangan. Gelagert werde die Ware in einem Zollfrei-Lager eines Bunkers, pro Jahr fallen zwei Prozent Verwaltungsgebühr an. Anfragen von t-online.de zu den Details blieben unbeantwortet.

Seltene Metalle in der Schweiz

Beim Konkurrenten SMH Schweizerische Metallhandels AG können Kleinsparer ab 2500 Euro bei Silbergranulat einsteigen. Die Firma hält sich aber von seltenen Erden fern. "Unserer Meinung nach sind die seltenen Erden extrem spekulativ und für ein langfristiges Investment nicht geeignet," erläutert SMH-Sprecherin Katharina Eisfeld auf Anfrage von t-online.de.

Das Unternehmen bietet in erster Linie Warenkörbe an, in die Hightech-Metalle für die Solar- oder Maschinenbau-Industrie wie Indium, Gallium, Hafnium, Wismut, Tantal oder Kobalt gepackt sind. SMH kauft diese Metalle nach eigenen Angaben bei einem deutschen Metallhändler ein, der sein Geschäft seit 60 Jahren betreibt. Allerdings ist keines der seltenen Metalle an einer Börse notiert, so dass der Käufer des Warenkorbes nie weiß, ob er nicht zu viel bezahlt.

Keine Börse für Metalle

SMH sieht das Fehlen einer Börse zwar als Vorteil, weil dadurch die Spekulation und Blasenbildung ausgeschaltet werde. Sprecherin Eisfeld räumt aber ein: "Der Nachteil hierbei ist die Tatsache, dass die Preisfindung zunächst intransparent erscheint. Die Preise werden über kostenpflichtige Plattformen ermittelt, die dem Metallhandel vorbehalten sind."

Außerdem steht nicht immer ein Käufer bereit, wenn die Metalle wieder verkauft werden sollen. Das sieht auch die SMH, die darauf verweist, dass der Handel mit Indium beim Kursverfall 2006/2007 nahezu zum Erliegen kam. Käufer können allerdings darauf zählen, dass die SMH den Korb zum jeweiligen Tagespreis abzüglich des Spreads von 14,75 Prozent zurückkauft. Diese Marge fällt für Vertrieb und Verwaltung an. Wer sein Metall an einen anderen Privatinvestor verkauft, muss den Abschlag nicht leisten.

Behörden kontrollieren das Zollfrei-Lager

Konkret läuft das Geschäft so: Der SMH-Kunde erhält nach Zahlung eine Eigentumsurkunde über die Metalle, sie werden mit einer Nummerierung dem Käufer zugeordnet, dann werden sie in einem Tresorraum im schweizerischen Zollfrei-Lager Embrach-Embraport verstaut. Eigentümer ist die Axa-Winterthur Versicherungsgruppe.

Für die Lagerung der Warenkörbe bezahlt der Kunde fix und unabhängig vom Warenwert 100 Franken oder 80 Euro zuzüglich acht Prozent Umsatzsteuer pro Jahr. Im Falle eines Konkurses der Schweizerischen Metallhandels AG würden die Metalle auf keinen Fall in die Konkursmasse einfließen, da sie dem jeweiligen Kunden gehören.

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Überwacht werden die Tresorräume laut SMH-Sprecherin Eisfeld von den schweizerischen Zollbehörden, dazu kommt eine zusätzliche Überprüfung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer. Kunden und Vertriebsmitarbeiter werden außerdem nach Voranmeldung und unter Vorlage eines Ausweises in Begleitung von SMH-Mitarbeitern in das Lager hinein gelassen. Umsatzsteuerfrei ist das Metall nur, wenn es den Bunker nicht verlässt.

Schwarze Schafe im Metall-Handel

Dank solcher Kontrollen wiederholen sich hoffentlich nicht Fälle wie der der Firma Crystal International Consultants (CIC), die der Branche vor rund zwei Jahren einen herben Schlag versetzte und das Ersparte vieler Anleger vernichtete. Das Strafregister: Gründungsschwindel, Insolvenzverschleppung und Betrug.

Das war geschehen: Die Firma des Investors Manfred Gläser alias Henry Lewy kaufte in Bremer den Bunker "Auf der Muggenburg". Dann sammelte CIC Gelder von Anlegern ein, angeblich um in edle Rohstoffe zu investieren. Der Insolvenzverwalter fand in "Dagoberts Turm" aber nur 68 Säcke mit Kieselsteinen und Blei. Wie viele Anlegergelder veruntreut wurden, ist bis heute unklar.

Fazit: Wer Hightech-Rohstoffe kauft, braucht eine Menge Vertrauen. Der Investor erwirbt Metall, das er nie in der Hand hatte und das in Lagerhäusern liegt, die der Investor selten sieht. Eingekauft werden die Commodities zudem zu einem Preis, den der Kleinanleger nicht kennt – und beim Verkauf muss der Sparer einen Abkaufpreis akzeptieren, den ihm die Rohstoff-Gesellschaft stellt. Trotz alledem bestehen durchaus Gewinnchancen - denn die Nachfrage nach den seltenen Grundstoffen ist noch ungebrochen.

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