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Siemens verschiebt ICE-Auslieferung erneut

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Siemens verschiebt ICE-Auslieferung erneut

22.11.2012, 18:03 Uhr | dpa-AFX, dapd

Siemens verschiebt ICE-Auslieferung erneut. Mitarbeiter von Siemens arbeitet am neuen ICE Velaro D (Quelle: dapd)

Mitarbeiter von Siemens arbeitet am neuen ICE Velaro D (Quelle: dapd)

Die Bahn muss im Winter auf die versprochenen neuen ICE-Züge von Siemens verzichten. Um mindestens zwei Monate verzögert sich die für Anfang Dezember zugesagte Auslieferung von acht Einheiten des Typs Velaro D (Baureihe 407) an die Deutsche Bahn, wie ihr Technikvorstand Volker Kefer mitteilte. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ist "stocksauer".

Der Bahn geht damit ihre geplante Reserve für witterungsbedingte Ausfälle im Winter verloren. Der Winterfahrplan tritt am 9. Dezember in Kraft. Fernverkehrschef Berthold Huber bedauerte den Ausfall der Züge vor allem auch deshalb, weil die Bahn gerade einen Rekordansturm im Fernverkehr erlebe.

"Das tut uns schon weh", klagte Huber. Und münzte es gleich auf die Bahnkunden, die "sich von Siemens im Stich gelassen" fühlen müssten. Er wies darauf hin, dass die Bahn für 40 Millionen Euro extra eine neue Werkstatt für die Züge in Frankfurt-Griesheim gebaut habe.

Verkehrsminister sauer auf Siemens

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer ist nach den Worten seines Sprechers Sebastian Rudolph "stocksauer" über die neuerliche Verzögerung der ICE-Auslieferung. Er begründete das am Donnerstag damit, dass "feste Zusagen von allerhöchster Ebene nicht eingehalten worden sind". Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) machte nach Ministeriumsangaben auch Bremsprobleme bei Doppeltraktion - also der Zusammenkoppelung zweier Züge - für die Nichtzulassung geltend.

Siemens habe für (den morgigen) Freitag einen Zeitplan für die Beseitigung der Mängel zugesagt, hieß es weiter. Das EBA hatte nach Angaben des Ministeriums ausstehende Sicherheitsnachweise angemahnt.

Für Einfachtraktion zugelassen

Die Züge seien zwar für Einfachtraktion - also zur Fahrt ohne angehängten zweiten Zug - in Deutschland zugelassen. Die Ausweitung auf Doppeltraktion mache aber Änderungen in Hard- und Software nötig. In der Zeit vom 5. bis 16. November habe Siemens dem EBA Vorabgutachten übergeben. Bei deren Auswertung "haben sich viele, teils gravierende, Mängel ... unter anderem im Zusammenhang mit der Bremse - gezeigt".

Als Beispiele wurden die "Bestätigung eines korrekten Verhaltens trotz Fehler" bei einer Bremsprobe und "Verzögertes Einsetzen der Bremswirkung" genannt und daraus die Konsequenz gezogen: "Für den derzeitigen Fahrzeugzustand ist aus Sicht von EBA, EBC und aus Sicht der Gutachter keine Inbetriebnahmegenehmigung möglich." Bei der EBC handelt es sich um die europäische Eisenbahn-Zertifizerungsbehörde.

Siemens hatte am Mittwochabend mitgeteilt, die Übergabe einsatzbereiter Züge der Baureihe 407 verzögere sich über Anfang Dezember hinaus. Der Konzern bedauerte die erneute Verzögerung ausdrücklich. Insgesamt umfasst die Lieferung 16 Züge im Auftragswert von 500 Millionen Euro. Ungeachtet dessen hat Siemens der Bahn drei Züge für Schulungszwecke überlassen.

Auslieferung war 2011 vorgesehen

Ursprünglich war die Auslieferung schon für 2011 vorgesehen. Nach mehrmaligem Aufschub hatte Siemens-Chef Peter Löscher im Beisein von Ramsauer und Bahnchef Rüdiger Grube zugesagt, bis zum (morgigen) 23. November für acht Züge die Zulassung zu erlangen.

Nach der Lieferverzögerung im vergangenen Jahr hatte der Konzern mit der Bahn über einen Gratis-ICE im Wert von rund 30 Millionen Euro verhandelt. Bahnchef Grube hatte sich wegen der Lieferverspätungen auch öffentlich über Siemens beschwert. Die Bahn sei "hochunzufrieden" mit der Lieferqualität.

Siemens führte nun Probleme mit der Steuerung der elektronischen Leit- und Sicherungssysteme als Begründung für den Aufschub an. Bahn-Vorstand Kefer sagte, zum einen habe es Ausfälle beim Kontakt mit der Linienzugbeeinflussung gegeben, dem DB-Steuerungssystem für Hochgeschwindigkeitszüge. Das habe bei Testfahrten zu Sofortbremsungen geführt.

Als zweites monierte die Bahn, dass sich zusammengekoppelte Züge nicht sofort "elektronisch verstanden" hätten. Schließlich funktionierten nach dpad-Informationen die Hauptschalter in den Bordrestaurants ebenso wie der Wasserabfluss in der Küche nicht zuverlässig.

Bahn will Wettbewerb forcieren

Kefer sagte auf die Frage nach einem möglichen Wechsel des Anbieters, es gebe weltweit sehr wenige Hersteller von Hochgeschwindigkeitszügen. Im Nahverkehr versuche die Bahn bereits, den "Wettbewerb zu forcieren". Auch das müsse aber mit Augenmaß geschehen. Die Frage nach finanziellen Forderungen der Bahn an Siemens ließ Kefer offen.

Auch die Zulassungen dieser Züge für das Ausland verzögerten sich, sagte Huber. Mit einer Betriebserlaubnis für die Strecke von Süddeutschland nach Paris sei nicht vor 2014, für Belgien 2015 und für Nordfrankreich nicht vor 2016 zu rechnen.

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