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Angst vor der "Fiskalklippe": Amerikas Manager zittern

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Angst vor der "Fiskalklippe": Amerikas Manager zittern

23.11.2012, 13:58 Uhr | dpa-AFX

Angst vor der "Fiskalklippe": Amerikas Manager zittern. Führende US-Manager warnen vor den Folgen der "Fiskalklippe". (Quelle: dapd)

Führende US-Manager warnen vor den Folgen der "Fiskalklippe". (Quelle: dapd)

In einem Monat ist Silvester. Was für die meisten Menschen ein Anlass zum ausgelassenen Feiern ist, treibt den Managern in den Chefetagen der US-Unternehmen die Schweißperlen auf die Stirn. Denn zum Jahreswechsel ist die berühmt-berüchtigte "Fiskalklippe" erreicht - jenes Datum, an dem automatisch die Steuern erhöht und die Staatsausgaben gedrosselt werden - wenn die Politiker in Washington sich nicht noch in letzter Minute auf einen Kompromiss einigen.

Firmen halten sich mit Investitionen zurück

"Man spürt schon jetzt die Auswirkungen der "Fiskalklippe"", stellte Brian Moynihan fest, der Chef der Bank of America. Das Kreditinstitut ist die Nummer zwei im Land und kennt die Sorgen seiner Kunden: Weil die Unternehmen nicht wissen, welche Bedingungen sie im kommenden Jahr vorfinden werden, halten sie sich mit Investitionen zurück. "Diese Unsicherheit bremst die wirtschaftliche Erholung", warnte Moynihan.

Dabei hatte die US-Wirtschaft erst gerade an Fahrt gewonnen. Die Firmen stellten wieder Leute ein, die Verbraucher hatten ihre Kauflust wiedergefunden. Nun der abrupte Stopp? Nach einer Erhebung des "Wall Street Journal" hat die Hälfte der 40 größten börsennotierten Konzerne im Land bereits angekündigt, die Ausgaben zurückzufahren. "Unsere Kunden sagen uns, sie brauchen mehr Klarheit, bevor sie investieren können", sagte Bankchef Moynihan.

Nicht nur in den USA weht den Firmen ein rauer Wind entgegen: China ist nicht mehr der Wachstumsmotor, der es einmal war, und in Europa herrscht vielerorts Rezession. Die Sorge, dass auch die US-Wirtschaft den Rückwärtsgang einlegen könnte, wiegt da besonders schwer und lässt die Firmen genau aufs Geld schauen.

Massive Steuererhöhungen drohen

Die automatisch einsetzenden Steuererhöhungen und Einschnitte im Staatshaushalt könnten der US-Wirtschaft alleine im kommenden Jahr gut 600 Milliarden Dollar (468 Milliarden Euro) entziehen. Das Budgetbüro des Kongresses schätzt, dass in der Folge 3,4 Millionen Arbeitsplätze verloren gehen.

"Washington muss vor dem Jahresende eine Übereinkunft treffen, um die "Fiskalklippe" zu umgehen", mahnte Mike Duke, Chef des weltgrößten Einzelhandelskonzerns Wal-Mart, anlässlich eines Treffens mit Präsident Barack Obama. Duke dachte bei seinem Aufruf natürlich an seine Millionen Kunden von Texas bis Minnesota und von Kalifornien bis New York. "Sie kaufen gerade für Weihachten ein - und was sie keinesfalls brauchen, ist Unsicherheit über Steuererhöhungen."

Was für den Supermarkt gilt, gilt genauso für den Aktienmarkt. "Wenn wir über die 'Fiskalklippe' gehen, wird es wirklich übel", sagte Lloyd Blankfein, Chef der einflussreichen Wall-Street-Bank Goldman Sachs, dem TV-Sender CBS. "Die Leute werden sich ärmer fühlen."

"Washington spielt mit dem Feuer"

Blankfein sieht die beiden politischen Lager in der Pflicht, ihre Differenzen beiseite zu schieben, und schnellstmöglich eine Lösung für das Dilemma zu finden. "Ihr Job ist es, das Land am Laufen zu halten", sagte der Bankchef. Blankfeins Auftreten alleine zeigte bereits, wie ernst die Lage ist. Denn der Topmanager gibt selten Interviews. Nun aber warnte er unmissverständlich und in aller Öffentlichkeit: "Washington spielt mit dem Feuer."

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