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TÜV Süd will auf Indiens Straßen für Ordnung sorgen

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TÜV Süd will auf Indiens Straßen für Ordnung sorgen

08.12.2012, 15:51 Uhr | t-online.de

TÜV Süd will auf Indiens Straßen für Ordnung sorgen. Der Tüv Süd soll auf indischen Straßen für deutsche Verhältnisse sorgen (Quelle: Reuters)

Der Tüv Süd soll auf indischen Straßen für deutsche Verhältnisse sorgen (Quelle: Reuters)

Autofahren in Indien gleicht für ausländische Beobachter einem Abenteuer. Der Straßenverkehr des aufstrebenden Landes gehört zu den gefährlichsten auf der Welt - jedes Jahr kommen rund 200.000 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Doch das soll sich nach Wunsch der Regierung ändern. Sie will nun hart durchgreifen und die Straßen nach deutschem Vorbild sicherer machen, berichtete das "Handelsblatt". Dieser großen Herausforderung will sich der Dienstleistungskonzern TÜV Süd stellen - es winken riesige Aufträge.

Landesweites Netz geplant

"Ein praktisch unbegrenzter Markt", schwärmten die TÜV-Manager im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Bis zu 15 Millionen Busse und Taxen müssen im ganzen Land auf ihre Fahrtauglichkeit geprüft werden und nun regelmäßig nach deutschem Muster zur Kontrolle. "Das heißt: Auch die Tuc-Tucs kommen auf unsere Hebebühne", sagte Dirk Eilers, Vorstand für das Asiengeschäft beim TÜV Süd.

In Neu-Delhi entsteht momentan die erste Prüf-Station der Münchner, es soll ein landesweites TÜV-Netz entstehen. Die Deutschen verweisen dabei auf ihre Expertise: Alleine in der Türkei prüften die Münchener mit ihrem TÜV Turk (6,5 Millionen Hauptuntersuchungen) heute schon mehr Autos als in Deutschland (fünf Millionen Hauptuntersuchungen), so das "Handelsblatt".

Monopol verloren - dafür Gewinne im Ausland

Die Eroberung ausländischer Straßen hat einen entscheidenden Hintergrund. Denn seitdem die Technischen Überwachsungsvereine in Deutschland ihr Monopol für die Überwachung von Autos und Industrieanlagen verloren haben, suchten sie neue Felder. Der TÜV Süd, Deutschlands größter Prüfkonzern, hat sich vor allem Asien als neuen Betätigungsraum ausgewählt.

Das Geschäft laufe ziemlich gut und wachse kräftig: Nach voraussichtlich 1,8 Milliarden Euro Umsatz in diesem Jahr sollen die Erlöse 2013 bereits auf über zwei Milliarden Euro klettern, bei einer Ebit-Marge von neun Prozent, sagte Dr. Axel Stepken, Vorstandsvorsitzender der TÜV Süd AG, beim Jahresabschlussgespräch in München.

Die Renditen benötige der Konzern zur Expansion: Allein in 2012 hätten die Münchener bereits ein Dutzend meist kleinere Übernahmen gestemmt und 1500 neue Mitarbeiter an Bord genommen. Die Grenze von 20.000 Angestellten liege nicht mehr fern - etwa 10.000 von ihnen sollen dann im Ausland beschäftigt werden.

Wunsch nach einheitlichen Standards

Aber nicht nur die chaotischen Straßenverhältnisse in Indien oder China müssen bewältigt werden. "Die immer stärker werdende Mittelschicht in China will saubere Lebensmittel“, erklärte Stepken und verweist auf die zahlreichen Lebensmittelskandale in dem Riesenreich. Der Bedarf nach unabhängigen Gutachtern wachse in diesen Ländern, so die Zeitung. Aber auch in Brasilien und Südafrika ist der Dienstleister mit Themen wie Mobilität, Energie und Lebensmittel aktiv.

Neben der Autoprüfung in Indien ist daher die weltweite Überwachung von Konsumprodukten das am schnellsten wachsende Geschäftsfeld der Kontrolleure. Im kommenden Jahr soll sich das Umsatzvolumen mit der Prüfung von Lebensmitteln und Textilien laut Stepken von heute 20 auf 200 Millionen Euro verzehnfachen.

Weltweit aktiv

Derzeit ist der TÜV Süd in 25 Ländern tätig, zudem betreibt er ein Dutzend Labore weltweit. Zuletzt übernahmen die Münchener ein führendes Labor mit 100 Mitarbeitern in Sao Paulo und ein weiteres international tätiges Labor mit 200 Beschäftigten in Hongkong. Die neue Tochter in Fernost soll vor allem den wachsenden Bedarf an "Pre-Shipment-Inspektionen" decken. Dabei werde vor Ort nicht nur die Gewährleistung der Qualitätsanforderungen überprüft, sondern auch die Einhaltung sozialer Standards.

Die Marke schützen

Ein schöner Nebeneffekt: In Asien seien die Margen höher als zu Hause. Hierzulande müsse der Konzern wegen der Preiskämpfe im Stammgeschäft in immer neue Nischen ausweichen und mache dabei auch schlechte Erfahrungen. So wurde der Dienstleister stark kritisiert, als er sein Siegel für Fondsprodukte der Commerzbank freigab und enttäuschte Kunden die Prüfer mit in die Verantwortung nahmen. "Wir müssen sehr genau auf die Marke aufpassen", sagte derweil Stepken im "Handelsblatt", "deshalb prüfen wir keine Finanzprodukte mehr."

Dennoch läuft es für das Unternehmen ordentlich: Erst im Dezember diesen Jahres wurde die TÜV Süd zum zweiten Mal in Folge mit dem Preis "Marke des Jahrhunderts" ausgezeichnet. Das Unternehmen gehört damit zum Kreis von etwa 250 deutschen Marken, die jeweils als Repräsentanten mit Alleinstellungsmerkmal für ihre Produktgattung stehen. Zudem wurde das Unternehmen im Jahr 2011 für seine gelungene Expansionsstrategie in Südostasien mit dem Preis "Best of European Business" von Roland Berger ausgezeichnet.

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