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Opel-Krise: Keine Staatshilfen - GM-Management kritisiert

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Opel-Krise: Rösler lehnt Staatshilfen ab - GM-Management kritisiert

11.12.2012, 09:36 Uhr | dpa, dapd, AFP, t-online.de

Opel-Krise: Keine Staatshilfen - GM-Management kritisiert. In den Opel-Werken in Bochum gehen langsam die Lichter aus (Quelle: Reuters)

In den Opel-Werken in Bochum gehen langsam die Lichter aus (Quelle: Reuters)

Das Ende der Opel-Produktion in Bochum ist besiegelt, fürs Erste arbeiten die Opelaner aber ganz normal weiter. Derweil wird die Kritik am Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) immer lauter. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler ist sauer auf GM und Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer wirft dem Management strategische Fehler vor. Der Bochumer Betriebsrat will derweil weiter für den Standort kämpfen. Auf staatliche Hilfen kann er dabei aber nicht hoffen.

Große Enttäuschung bei Mitarbeitern

Nachdem der Vorstand das Ende der Autoproduktion an dem Standort im Ruhrgebiet für das Jahr 2016 angekündigt hat, sind Wut und Frust bei vielen Mitarbeitern der Resignation gewichen. Weitgehend wortlos und gesenkten Hauptes gingen Opel-Mitarbeiter im dichten Schneetreiben durch die Werkstore. "Kampf bringt ja sowieso nichts mehr - das Ende ist beschlossene Sache", sagte etwa Jörg Niermann, der seit 30 Jahren bei Opel arbeitet. Schon seine Lehre habe er beim Autobauer in Bochum gemacht: "Ich habe gedacht, ich gehe hier auch in Rente, aber so wird es wohl nicht mehr kommen."

Betriebsrat will für Werkserhalt kämpfen

Arbeitnehmervertreter kritisieren die Schließungsankündigung scharf. Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel bekräftigte, er werde sich nicht mit dem Aus für das Werk abfinden und kündigte an, bis 2016 für dessen Erhalt zu kämpfen: "Das sind wir auch den Menschen schuldig und das sind wir dieser Region schuldig", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin".

Übersicht: Die Opel-Werke in Deutschland  (Quelle: dpa)Übersicht: Die Opel-Werke in Deutschland (Quelle: dpa) Seiner Ansicht nach wird die geplante Schließung des Bochumer Opel-Werks auch Auswirkungen auf die anderen deutschen Standorte haben. "Wir sind der Meinung, wenn man das Bochumer Werk schließt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das nächste Werk auf der Schließungsliste steht", sagte Einenkel. Er glaube, dass Bochum zuerst aus dem Weg geräumt werde, weil man dort den größten Widerstand befürchte.

Schuldenkrise hat Mitschuld

In derselben Sendung machte Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer die Schuldenkrise in Europa mitverantwortlich für die Schließung des Bochumer Opel-Werks. "Diese Schuldenkrise hat die Automobilmärkte in Europa ganz, ganz tief getroffen", sagte er. Die Krise hat "die Autowerke in Europa ihre Jobs gekostet und wird in der Zukunft (...) noch zu Fabrikschließungen führen."

Dudenhöffer sagte, bei Opel seien viele Managementfehler gemacht worden, indem man sich nur auf Europa konzentriert habe. "Keine Marke kann heute ausschließlich in Europa überleben", sagte er. "Deshalb wird es schwer sein, für die Marke die Brücke in die Zukunft zu finden." Nur die Werkschließung in Bochum werde nicht ausreichen, um Opel langfristig zu stabilisieren.

Strategische Fehler des GM-Managements

Auch der Opel-Mutter GM warf der Auto-Professor schwere strategische Management-Fehler vor. "General Motors hätte das Opel-Werk im englischen Ellesmere Port kurzfristig schließen und so Überkapazitäten abbauen sollen", sagte er den "Ruhr Nachrichten". Das hätte GM einige Hundert Millionen Euro gespart und den modernen Standort Bochum womöglich gerettet.

Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) unterstellte General Motors gravierende Fehler. Es sei ein Manko gewesen, "dass Opel nur in sehr geringem Umfang Autos im wichtigen Wachstumsmarkt China verkaufen durfte", sagte Rösler der "Rheinischen Post". "Ich bin sauer, gerade weil das Unternehmen Fehler gemacht hat, auch beim Umgang mit den Mitarbeitern in der Vergangenheit", fügte er hinzu.

Keine staatlichen Hilfen

Er erwarte von Opel, dass das Unternehmen mithelfe, die Folgen der angekündigten Werksschließung für die Beschäftigten abzumildern, sagte Rösler. Staatliche Hilfen lehnte der FDP-Politiker ab. Politik könne dabei helfen, die richtigen Rahmenbedingungen für ein investitionsfreundliches Klima zu schaffen. Eine finanzielle Hilfe der Bundesregierung werde es allerdings nicht geben, "weil diese die unternehmerischen Probleme in der Regel auf Dauer nicht beheben kann". Land und Stadt seien gefragt, durch Neuansiedlungen und Investitionen eine Zukunftsperspektive für Bochum zu schaffen.

Die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen sieht Opel und die Konzernmutter General Motors in der Pflicht, ihren von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeitern eine neue Perspektive zu schaffen. "Unsere Forderung ist ganz klar: Niemand von den Beschäftigten darf in die Arbeitslosigkeit gehen, auch nicht nach 2016", sagte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) im Deutschlandfunk.

Geld muss von Opel kommen

Das Land sieht er dabei finanziell nicht in der Pflicht: "Wir können nicht ein Gesetz machen oder ganz viel Geld in die Hand nehmen, um das zu machen. Das Geld muss von Opel kommen. Die sind in der Verantwortung, die müssen dafür sorgen, dass die Menschen nicht in die Arbeitslosigkeit kommen, sondern eine Perspektive auch in industrieller Beschäftigung weiter haben." Opel könne sich aussuchen, ob das Unternehmen "einen sehr teuren Sozialplan" macht oder ob es hilft, neue Industrieansiedlungen zu realisieren.

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