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Japans unbegrenzte Staatsanleihen beeinflussen DAX kaum

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Japans Notenbank öffnet die Geldschleusen und kauft Anleihen

22.01.2013, 12:44 Uhr | dpa-AFX, t-online.de, sky

Japans unbegrenzte Staatsanleihen beeinflussen DAX kaum. Die japanische Notenbank will die Konjunktur ankurbeln (Quelle: Reuters)

Japan pumpt frisches Geld in den Markt (Quelle: Reuters)

Nächste Runde im globalen Abwertungswettlauf: Japans Notenbank hat ihre expansive Geldpolitik weiter vorangetrieben. Zur Bekämpfung des jahrelangen Preisverfalls erhöhte die Bank of Japan (BoJ) ihr mittelfristiges Inflationsziel von ein auf zwei Prozent und beschloss einen unbefristeten Ankauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren. Die Börse in Tokio und der DAX reagierten wegen des späten Beginns des Kaufes nur kurz auf den Schritt – auch der Euro zeigte sich unbeeindruckt. Die Gemeinschaftswährung reagierte eher auf inzwischen dementierte Spekulationen über einen Rücktritt von Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

Japans Notenbank wirft die Druckerpresse an

Die Notenbank in Tokio erfüllt mit ihrem Schritt entsprechende Forderungen der neuen Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe. De facto druckt damit die japanische Notenbank Geld, um die anhaltende Deflation zu beenden. Die Hoffnung dahinter: die Wirtschaft auf dem Nippon soll angekurbelt werden. Da auch die Federal Reserve und die Europäische Zentralbank ähnlich vorgehen, steigt die Gefahr der globalen Geldentwertung. Noch ist allerdings in den meisten Volkswirtschaften wenig von Inflation zu spüren.

Japans neuer Regierungschef verlangt von der Notenbank seit seinem Amtsantritt im Dezember ein noch stärkeres Öffnen der Geldschleusen. Mit der lockeren Geldpolitik soll die lahmende Konjunktur angekurbelt werden. Japan leidet unter einer gewaltigen Staatsverschuldung von 235 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), befindet sich zum dritten Mal seit fünf Jahren in einer Rezession und steckt in einer Spirale aus fallenden Preisen und sinkender Investitionsbereitschaft.

Anleihekäufe erst ab Anfang 2014

Laut den jüngsten Beschlüssen der BoJ soll der Ankauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren künftig unbefristet sein. Konkret will die Notenbank ab Januar des kommenden Jahres monatlich Wertpapiere für 13 Billionen Yen (rund 109 Milliarden Euro) aufkaufen.

Trotz der Lockerung der Geldpolitik wird sich nach Einschätzung der Commerzbank aber wenig an der aktuellen Situation in Japan ändern. "Die Maßnahmen der Notenbanker sind Lippenbekenntnisse", kritisierte Commerzbank-Experte Marco Wagner. Er geht davon aus, dass die japanische Geldpolitik erst ab dem Frühjahr noch expansiver werden wird. Im April werde ein neuer Gouverneur das Ruder der Notenbank übernehmen. Der dürfte dann näher an der Politik der Regierung stehen als der scheidende Notenbankchef Shirakawa, sagte Wagner.

Weidmann warnt vor Gängelung durch Regierungen

Insgesamt zeigten sich Kritiker aber besorgt über Japans Versuch, die seit Jahren andauernde Deflation künftig mit einer uferlosen Geldschwemme ersticken zu wollen. Zuletzt hatte Bundesbankpräsident Weidmann gewarnt, dass die Unabhängigkeit führender Notenbanken zusehends in Gefahr gerate.

"Den Notenbanken wird immer mehr Verantwortung zugeschoben, auch für Aufgaben, die außerhalb ihres Kernmandats liegen", sagte Weidmann. Besonders scharf kritisierte der Bundesbankchef die Einflussnahme der neuen japanischen Regierung auf die Bank of Japan.

Keine Reaktion am Finanzmarkt

An den Finanzmärkten zeigten die jüngsten Beschlüsse der japanischen Notenbank dagegen nur wenig Auswirkungen. Die Investoren hatten die Schritte größtenteils erwartet. Die Ankündigung der Notenbank sorgte deshalb am Aktienmarkt nur für kurzfristige Kursgewinne. Der japanische Leitindex Nikkei sprang nach der Mitteilung der BoJ um ein Prozent nach oben, rutsche bis zum Handelsschluss aber wieder ins Minus. Am Devisenmarkt zeigt sich ein ähnliches Bild: Hier legte der Yen, den die Notenbank und Regierung eigentlich schwächen wollen, zu. Die Rendite für fünfjährige japanische Staatsanleihen fiel auf den tiefsten Stand seit 2003.

Am Markt sorgte vor allem der späte Start des unbefristeten Programms für die Anleiherückkäufe für Ernüchterung. Viele Anleger zweifeln, ob es Abe tatsächlich gelingt, das Wachstum nachhaltig anzukurbeln. Zumindest die japanische Zentralbank rechnet mit einem höheren Wachstum als zuletzt. Sie erhöhte ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum für das am 1. April beginnende Steuerjahr 2013/2014 von 1,6 Prozent auf 2,3 Prozent.

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