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Commerzbank: Rückkehr zu alten Erfolgen erst 2016

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Commerzbank: Rückkehr zu alten Erfolgen erst 2016

15.02.2013, 15:26 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Commerzbank: Rückkehr zu alten Erfolgen erst 2016. Commerzbank-Chef Martin Blessing bei der Bilanz-Pressekonferenz (Quelle: dapd)

Keine tollen Zahlen: Commerzbank-Chef Martin Blessing bei der Bilanz-Pressekonferenz (Quelle: dapd)

Bis die teilverstaatlichte Commerzbank wieder an alte Erfolge anknüpfen kann, wird es noch dauern. "Unser Ziel ist das Jahr 2016. Wir wollen keine Schnellschüsse, wir wollen die Bank wieder nachhaltig erfolgreich machen. Und das wird uns auch gelingen", sagte Konzernchef Martin Blessing bei der Bilanzvorlage. Allerdings werde auch das laufende Jahr nicht einfach werden: "2013 wird das Jahr des Umbaus. Und dieser Umbau wird Kraft, Geld und Zeit kosten."

Blessing verteidigte den geplanten Abbau von 4000 bis 6000 Vollzeitstellen bis zum Jahr 2016. Er bestätigte Betriebsratsangaben, wonach im Privatkundengeschäft 1800 bis 3400 Stellen auf der Kippe stehen. Die Anpassung der Personalstruktur sei "leider notwendig", sagte Blessing: "Die Rahmenbedingungen sprechen eine klare Sprache."

Zur Begründung führte er das niedrige Zinsniveau, den Trend zum Onlinebanking und die "ökonomische Situation der Bank" an. In "Bereichen mit Wachstumspotenzial" werde gleichzeitig investiert, etwa in der Mittelstandsbank. Nach letzten Angaben beschäftigt die Bank weltweit gut 56.000 Mitarbeiter.

Aktie dreht ins Plus

Nach Vorlage des Geschäftsberichts rutschte die Aktie zunächst ins Minus, drehte später aber in den grünen Bereich und notierte zwischenzeitlich mit 2,6 Prozent im Plus.

Gewinne im Privatkundengeschäft brechen weg

Probleme hat der teilverstaatlichte DAX-Konzern nach wie vor insbesondere im wichtigen Privatkundengeschäft. Der Vorsteuergewinn in diesem Segment sank im Schlussquartal auf 30 (Vorjahreszeitraum: 140) Millionen Euro und damit auf den niedrigsten Wert seit dem Jahresende 2010.

Über das Jahr gesehen hat sich der Vorsteuergewinn im Privatkundengeschäft nahezu halbiert: von zuvor 476 auf 245 Millionen Euro. Ein Drittel davon steuerte die Onlinetochter Comdirect bei.

Es soll keine Filialschließungen geben

Im ersten Halbjahr soll das Onlinebanking ausgebaut werden, für das zweite Halbjahr 2013 sind erste Spezialistenfilialen - zum Beispiel mit einem Fokus auf Baufinanzierung oder Wertpapiergeschäfte - geplant. Blessing bekräftigte, dass keine Filialen geschlossen werden sollen.

Über 236.000 zusätzliche Kunden im vergangenen Jahr

Zuversichtlich stimmt den Vorstand, dass im vergangenen Jahr 236.000 zusätzliche Kunden gewonnen werden konnten. Allein im vierten Quartal hätten sich die Einlagen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Milliarden Euro erhöht. Im Gesamtjahr habe in der Filialbank das Neugeschäftsvolumen - Einlagen, Wertpapiere, Kredite - um 11 Milliarden auf mehr als 15 Milliarden Euro zugelegt. Der Konzern bediene inzwischen etwa 16 Millionen Kunden.

716 Millionen Euro Verlust im letzten Quartal 2012

Das vierte Quartal 2012 brachte insgesamt mit 716 Millionen Euro Verlust tiefrote Zahlen, im Gesamtjahr erreichte die deutsche Nummer zwei mit einem Mini-Überschuss von sechs Millionen Euro gerade noch die Gewinnzone. 2011 waren es 638 Millionen Euro.

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Abschreibungen und Bank-Verkauf fressen Gewinne fast auf

Weil die Werte schlechter ausfielen als erwartet, hatte die Bank sie schon am 4. Februar veröffentlicht. Abschreibungen auf Steueransprüche und Belastungen durch den Verkauf der Bank Forum in der Ukraine fraßen operative Gewinne fast auf.

Die Commerzbank stellt sich auf weiter anziehende Kreditausfälle ein, die Risikovorsorge werde 2013 leicht steigen. 2012 legte die Bank rund 1,6 Milliarden Euro zurück - ein Fünftel mehr als im Vorjahr.

Der Chef spart sich den Bonus

Blessing verzichtet wegen des Gewinneinbruchs und des anstehenden Stellenabbaus - der nach Einschätzung des Managements in diesem Jahr rund 500 Millionen Euro kosten wird - auf seinen Bonus für das abgelaufene Geschäftsjahr. Konzernweit wurden die variablen Vergütungen um gut 17 Prozent auf 318 Millionen Euro gekappt.

Gehaltsgrenze von 500.000 Euro gilt aber nicht mehr

Die Gehaltsgrenze von jährlich 500.000 Euro, die die Bank für ihre Vorstände wegen der Staatshilfe einziehen musste, gilt für 2012 allerdings nicht mehr, weil der Großteil der Stillen Einlage des Bundes von gut 16 Milliarden Euro inzwischen zurückgezahlt ist. Damit steht Blessing für 2012 ein Festgehalt von 1,3 Millionen Euro zu.

Eine Dividende gibt es wieder nicht

Die Aktionäre gehen im fünften Jahr in Folge leer aus: Für 2012 gibt es wieder keine Dividende. Dagegen will das kurz nach der Dresdner-Übernahme und mitten in der Finanzkrise mit Steuergeldern gestützte Institut erstmals Zinsen auf die verbliebenen 1,6 Milliarden Euro Rettungsgelder des Bundes zahlen: 150 Millionen Euro.

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