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Studie: Autokosten sind um 90 Milliarden zu niedrig

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Studie: Autofahren ist viel zu billig

25.02.2013, 17:12 Uhr | dpa

Studie: Autokosten sind um 90 Milliarden zu niedrig. Wie hoch sind die Folgekosten des Autoverkehrs und wer zahlt sie? Eine Studie hat diese Fragen behandelt (Quelle: dpa)

Wie hoch sind die Folgekosten des Autoverkehrs und wer zahlt sie? Eine Studie hat diese Fragen behandelt (Quelle: dpa)

Dass die Freiheit auf vier Rädern immer mehr Geld kostet, ist beim Blick auf die Benzinpreise unstrittig. Zahlen Autofahrer trotzdem weniger als sie fairerweise müssten? Ja, sagt eine Studie, die auf die Folgekosten der Automobilität zielt - durch Lärm, Unfälle oder Umweltbelastung. Fazit: Das jährliche Geschenk an deutsche Autofahrer liegt bei 85 bis 90 Milliarden Euro.

Pro Kilometer um 15 Cent zu niedrig

Würden diese Kosten auf die Verursacher umgelegt, müssten sie pro Fahrkilometer mit etwa 15 Cent zusätzlich rechnen. "Je Pkw liegen die nicht bezahlten Kosten bei ungefähr 2100 Euro pro Jahr", sagte der Autor der Studie, Professor Udo J. Becker von der Technischen Universität Dresden. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wies die Ergebnisse der Studie wegen "unrealistischer Annahmen" zurück.

Zu den externen Kosten, die auf Steuerzahler oder Krankenkassen umgelegt werden, zählt Becker die Folgen von Unfällen, Lärm, Abgasen, Boden- und Wasserverschmutzung, Klimaschäden oder Beeinträchtigungen durch Natur- und Landschaftsverbrauch. Er fordert daher "weniger lügende Preise" fürs Autofahren. Die ungedeckten Kosten bewegen sich laut Becker im Bereich von 85 bis 90 Milliarden Euro - je nachdem, wie hoch die schwer bezifferbaren Klimaschäden angesetzt werden.

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Grüne: Schiene wird zu niedrig bewertet

Die Grünen sehen sich durch die Expertise - sie beleuchtet die Folgekosten des Autoverkehrs in allen 27 EU-Ländern - bestätigt. Aus den "falschen Kostenansätzen" ergäben sich falsche Prioritäten beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur: Die Schiene werde zu niedrig, die Straße dagegen zu hoch bewertet, sagte der Grünen-Abgeordnete und Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Anton Hofreiter.

Er forderte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf, die Daten aus der Studie im neuen Verkehrswegeplan zu berücksichtigen und bei den Investitionen umzusteuern. Nach den Worten Hofreiters wird die Forderung nach einer Pkw-Maut nicht im Grünen-Wahlprogramm stehen. Die von Ramsauer und der CSU angestrebte Vignetten-Lösung kritisierte er als "sozial ungerecht und ökologisch blind". Die Grünen peilen eine Ausweitung der Lkw-Maut an.

Autoverband: Steuern und Abgaben der Autofahrer gegenrechnen

Der VDA kritisierte, Methodik und Annahmen der Studie seien "so gewählt, dass die Umwelt- und Unfallkosten des Autoverkehrs extrem hoch ausfallen". Ignoriert würden zudem die von den Autofahrern entrichteten Steuern und Abgaben von jährlich rund 50 Milliarden Euro, von denen nur etwa 15 Milliarden Euro der Straße zugute kämen. Die Differenz von 35 Milliarden Euro müsse seriöserweise mit den externen Kosten verrechnet werden.

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