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Geteilte Reaktionen auf neuen BER-Chef Mehdorn

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Geteilte Reaktionen auf neuen BER-Chef Mehdorn

08.03.2013, 14:14 Uhr | dpa, dpa-AFX, AFP, t-online.de

Geteilte Reaktionen auf neuen BER-Chef Mehdorn. Hartmut Mehdorn: Der Ex-Air-Berlin-Chef führt künftig den Hauptstadtflughafen BER (Quelle: imago/Stefan Zeitz)

Hartmut Mehdorn: Der Ex-Air-Berlin-Chef führt künftig den Hauptstadtflughafen BER (Quelle: imago/Stefan Zeitz)

Der ehemalige Bahn- und Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn (70) übernimmt am kommenden Montag den verwaisten Chefsessel beim Berliner Hauptstadtflughafen BER. Das kündigte Aufsichtsratschef Matthias Platzeck (SPD) an. Mehdorn sei für drei Jahre verpflichtet worden - das Gehalt bleibt geheim. Wenige Tage zuvor hatte es der ehemalige Fraport-Chef Wilhelm Bender abgelehnt, oberster Berater für den Pannen-Airport zu werden. Die Reaktionen auf die überraschende Personalie fielen unterschiedlich aus. Vor allem im Internet machten sich viele über die Personalie lustig.

Während Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Qualifikation Mehdorns lobte, kam von den Grünen ein harscher Gegenkommentar. Fraktionschefin Renate Künast sagte "Spiegel Online": "Wenn man denkt, schlimmer geht es nicht, überzeugt einen der Aufsichtsrat zuverlässig vom Gegenteil." Die Fluggesellschaft setze sich endgültig dem Gespött aus. Matthias Platzecks erste wichtige Handlung als Chefaufseher sei vollkommen schief gegangen.

Wenig Begeisterung im Netz

Grünen-Chef Jürgen Trittin twitterte, "Der 8. März als 1. April, Hartmut Mehdorn wird BER-Chef. Von S21 zu BER - da wächst zusammen was zusammen gehört." T-Online-Nutzer Jürgen schrieb: "Der Bock wurde zum Gärtner gemacht. Dieser Obersanierer hat schon alle Firmen, in denen er war, kaputt saniert, doch wo will er sanieren, wo es nicht zu sanieren gibt." Und User maxie ergänzte: "Es ist nicht in Worte zu fassen. Diesen Menschen, er sollte lieber seinen Ruhestand genießen, als sich wieder überbezahlt in ein Projekt einzubringen."

Vorschusslorbeeren für Mehdorn

Ramsauer betonte dagegen Mehdorns "hervorragende Managementfähigkeiten sowie ein Höchstmaß an wirtschaftlicher und technischer Kompetenz". Der Minister sagte: "Ich bin sicher, Hartmut Mehdorn folgt auch ein Stück weit einer patriotischen Berufung, eine solche Herausforderung von nationaler Tragweite anzupacken."

Vergangenheit holt Mehdorn ein

Der neue Posten bringt den 70-jährigen ehemaligen Air-Berlin-Chef Mehdorn in eine Zwickmühle: Die Airline hatte den Flughafen wegen der immer wieder verschobenen Eröffnung auf 20 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Dieses Verfahren fällt Mehdorn nun als BER-Geschäftsführer wieder vor die Füße. Zurzeit sitzt Mehdorn sogar noch im Verwaltungsrat der Fluglinie, will sich dort aber vollständig zurückziehen.

Einem Interessenkonflikt wolle er aus dem Weg gehen, wie er bei seiner Vorstellung am Freitagmittag in Schönefeld sagte. Die Klage, die er selbst als Air-Berlin-Chef gegen die Fluggesellschaft eingereicht habe, werde nicht über seinen (neuen) Schreibtisch gehen. Da hänge sein "Herzblut" dran. Am liebsten sei ihm eine gütliche Einigung. Außerdem wolle er demoliertes Vertrauen wieder herstellen.

Mehdorn trägt mehr Verantwortung als der Vorgänger

Wie die "Bild"-Zeitung schrieb, soll Mehdorns Entlohnung zwischen 500.000 und einer Million Euro liegen. Der Vorgänger auf dem Posten, Rainer Schwarz, habe rund 550.000 Euro pro Jahr bekommen. Mehdorn selbst wird die Höhe seines Gehaltes nicht offenlegen. Er wolle nicht über Geld reden, sagte er in Schönefeld.

Seit Januar war der Spitzenposten des Hauptstadtflughafens verwaist. Schwarz war entlassen worden, nachdem die Eröffnung von BER wegen schwerer Planungs- und Baumängel auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste. Nach Aussagen von Technikchef Horst Amann wird der neue Airport frühestens im Herbst 2014 in Betrieb gehen. Im Unterschied zu Schwarz, der nur Sprecher der Geschäftsführung war, wird Mehdorn ihr Vorsitzender und trägt damit die Gesamtverantwortung.

Liberale: Mehdorn kann es nicht alleine richten

FDP-Generalsekretär Patrick Döring zeigte sich skeptisch, ob Hartmut Mehdorn das Chaos am Pannenflughafen BER schnell werde beenden können. Mehdorn "kann Führung und harte Hand" und kenne sich mit Fluggesellschaften aus, sagte Döring dem Berliner "Tagesspiegel". Es fehle jedoch an Führung im Detail, und damit kenne sich der künftige Chef beim BER auch nicht aus. Mehdorn allein könne das Projekt sicherlich nicht retten.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bezeichnete die Berufung Mehdorns dagegen als "einen guten Schritt nach vorne". Auch Wowereit betonte die Durchsetzungsfähigkeit des "erfahrenen Managers".

Mehdorn gegen scharfes Nachtflugverbot

Derweil müssen sich die Berliner möglicherweise auf mehr Fluglärm in der Nacht einstellen. Mehdorn sagte, er lehne ein strengeres Nachtflugverbot ab: "Ich bin kein Freund von dieser Einschränkung." Er wolle "sehen, ob es nicht andere Kompromisslinien gibt". In anderen Hauptstädten gebe es auch keine Restriktion der Flugzeiten - Berlin müsse sich an diese internationalen Standards gewöhnen. Ein strengeres Nachtflugverbot sei schlecht für Flughafen und Standort, sagte Mehdorn.

Platzeck setzt sich als Brandenburgs Ministerpräsident für mehr Nachtruhe am Flughafen ein. Er will das bisher geplante Flugverbot auf die Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr ausdehnen.

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