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Fonds-Portrait: Botox, Rendite und Currywurst

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Fonds-Portrait: Botox, Rendite und Currywurst

21.03.2013, 15:33 Uhr | Der Aktionär

Fonds-Portrait: Botox, Rendite und Currywurst. Bodenständiger Fondsmanager mag Currywurst  (Quelle: Imago/ Schöning)

Currywurst - Fondsmanagers Lieblingsessen (Quelle: Imago/ Schöning)

Es gibt sie doch, die echten Typen unter den Fondsmanagern. Zum Beispiel Frank Ringelstein: rauer Ruhrpott-Charme, klare Kante – und ein tolles Investmenttalent. Wir stellen den Manager und seinen Fonds R+P Universal vor.

Start mit Harley-Aktie

Frank Ringelstein erinnert sich noch genau an sein bestes Investment – obwohl das schon über 20 Jahre her ist. "Damals, mit Anfang 30, gab es nur Job und Familie für mich", sagt der Fondsmanager und Vermögensverwalter. "Ich brauchte etwas anderes, etwas ganz für mich. Also schaffte ich mir eine Harley-Davidson an – der ultimative Traum von Freiheit und Abenteuer." Das Harley-Gefühl überwältigte Ringelstein wie Millionen anderer Biker auf der ganzen Welt. Er sah sich das Unternehmen an und analysierte die Harley-Davidson-Aktie. Beides überzeugte ihn, er stieg ein. Es folgte ein jahrelanger Aufwärtstrend. Ringelsteins Rendite: 2000 Prozent.

Eisenbahn statt Harley

Heute steht die Harley meistens in der Garage. "Wir sind vor Kurzem aufs Land gezogen", sagt Ringelstein. "Hier gibt es viele Pferde. Als ich die Maschine letztens mal wieder gestartet habe, ist wegen des Geknatters ein Tier durchgegangen.“ Die Harley-Aktie hat er längst verkauft.

Fondsmanager Frank Ringelstein  (Quelle: Ringelstein und Partner)Fondsmanager Frank Ringelstein (Quelle: Ringelstein und Partner) In seinem R + P Universal-Fonds setzt Ringelstein derzeit unter anderem auf das Eisenbahn-Unternehmen Union Pacific - eine Aktie, die durch Warren Buffetts Vorliebe für die Branche Berühmtheit erlangte. "Ich habe sie aber nicht deswegen gekauft", erklärt Ringelstein. "Wenn man an die Wirtschaftskraft der USA glaubt – was ich tue –, dann kauft man am besten Aktien aus der Logistikbranche. Unternehmen wie Union Pacific transportieren alles, was die Industrie und die Bürger brauchen – zum Beispiel, ganz aktuell, Schiefergas. Hier sehe ich eine hohe Nachfrage in den kommenden Jahren."

Klar besser

Ringelstein, 1960 in Essen geboren, hat früher viele Jahre im Vermögensanlagegeschäft mit Privatkunden der Deutschen Bank gearbeitet. 1995 machte er sich selbstständig und gründete in seiner Heimatstadt die Ringelstein & Partner Vermögensbetreuung GmbH. Den R + P Universal-Fonds legte er Anfang 2001 auf. Seit dem Start hat der Fonds 50 Prozent zugelegt, während die Benchmark, der MSCI World, 16 Prozent verloren hat. In den vergangenen fünf Jahren hat Ringelstein mit dem Fonds ein Plus von 28 Prozent erzielt und den Index um acht Prozentpunkte geschlagen.

Ringelstein ist Essener durch und durch ("am liebsten esse ich Currywurst mit Pommes") und käme nie auf die Idee, ins Finanzmekka Frankfurt umzusiedeln. "In Essen habe ich alles, was ich brauche, um einen guten Job zu machen", sagt er im typischen Ruhrpott-Slang. Während Fondsmanager bei den großen Fondsgesellschaften sich auf große Teams mit allem Pipapo verlassen können, zieht Ringelstein beim R + P Universal-Fonds quasi eine One-Man-Show ab. "Mit meinen Partnern Uwe Hermes und Helgo Klettke diskutiere ich zwar über Aktien und Unternehmen", sagt er. "Die Investmententscheidungen treffe ich aber allein."

Apple-Beteiligung fast verdoppelt

Ganz nach der Investmentlegende Peter Lynch geht Ringelstein mit offenen Augen durchs Leben. Als seine Töchter einen MP3-Player wollten, aber nur den iPod von Apple, wurde er auf die Aktie des US-Tech-Riesen aufmerksam. "Als sogar mein kostensensibler Steuerberater plötzlich ein iPhone hatte, stieg ich im März 2010 ein." Freilich war Ringelstein damit spät dran, aber nicht zu spät. Immerhin hat die Apple-Aktie danach noch knapp 100 Prozent plus gemacht. Mittlerweile hat er einen Teil der Gewinne seines Apple-Engagements mitgenommen.

Süßes Suchtmittel

Auch bei Barry Callebaut hat sich Ringelsteins Aufmerksamkeit ausgezahlt. Die Schweizer sind der weltgrößte Kakaoproduzent und beliefern Hershey’s, Mars und die anderen Größen der Schokoindustrie. "Für die meisten Leute ist ein Leben ohne Schokolade gar nicht denkbar", sagt der Stratege. "Man muss sich ja nur im Supermarkt umschauen, wie viele Sorten es gibt. Das ist eine absolute Wachstumsbranche – eine Story, die noch lange anhält. In den Schwellenländern haben erst wenige Menschen entdeckt, wie lecker Schokolade ist und wie süchtig sie macht. Und wer profitiert davon besonders? Barry Callebaut.“ Seit Ringelsteins Einstieg vor vier Jahren hat sich die Aktie verdoppelt.

Wachstum mit Silikon-Implantaten

Ringelstein ist ein reinrassiger Stock-Picker, Märkte interessieren ihn nicht. Bei einer Aktie muss ihm die Story gefallen, die Dividendenrendite sollte mindestens zwei Prozent betragen und das Unternehmen sollte ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum aufweisen. So wie zum Beispiel Allergan. "Der US-Konzern erzielt einen hohen Umsatzanteil mit Botox und Silikon-Implantaten", erklärt Ringelstein. "Immer mehr Frauen helfen der Natur nach, zumal diese Schönheitsoperationen oft günstiger sind, als man denkt. Die Wachstumsstory von Allergan spiegelt sich im Aktienkurs wider." In den vergangenen viereinhalb Jahren hat sich der Titel fast verdreifacht.

Kleines Portrait: Der R + P Universal Fonds (Quelle: Der Aktionär)Kleines Portrait: Der R + P Universal Fonds (Quelle: Der Aktionär) ThyssenKrupp? Lieber nicht

Was Ringelstein gar nicht mag, ist, wenn die Entwicklung eines Unternehmens schwer abzuschätzen ist. Der hohe Erfolgsdruck in der Autobranche etwa mit ständigen Innovationen und hartem Preiskampf schreckt ihn ab. Ebenso die Situation bei Bank-Aktien, die zwar seiner Meinung nach kurzfristig steigen könnten, aber für ihn als längerfristig orientierten Anleger uninteressant sind. "Ich habe null Ahnung, wie es mit der Branche weitergeht, welche Regularien auf die Banken zukommen“, sagt er. „Deswegen lasse ich die Finger davon.“ Auch ThyssenKrupp meidet er, den Essener Industriekonzern schlechthin. "Das Stahlgeschäft ist undurchsichtig. Wer kann schon an der Börse wissen, wie sich der Stahlpreis in den kommenden Monaten entwickelt? Solche Spekulationen mache ich nicht mit."

Geheimtipp

Frank Ringelstein ist ein grundsolider Stock-Picker mit einem erstaunlichen Investmenttalent und dem richtigen Riecher für Trends. Seit Jahren lässt er den Markt und viele Konkurrenten hinter sich. Sein Investmentansatz erinnert an Warren Buffett: Auch der größte Investor aller Zeiten kauft nur, was er absolut versteht und was er lange liegen lassen kann. Ohne Frage eignet sich der R + P Universal-Fonds damit gerade für konservative Anleger als ideale Depotbeimischung.

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