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Reedereien in Deutschland: Insolvenzen sind an der Tagesordnung

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Deutsche Reeder steuern in die Pleite

03.04.2013, 10:32 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Reedereien in Deutschland: Insolvenzen sind an der Tagesordnung. Schiffsinsolvenzen haben in Deutschland stark zugenommen (Quelle: imago/Hoch Zwei )

Die Krise hat der deutschen Schifffahrt gut zugesetzt (Quelle: imago/Hoch Zwei )

Fünf Jahre Krise haben die deutsche Schifffahrt ausgelaugt. "Insolvenzen von Schiffen sind mittlerweile an der Tagesordnung", sagte Michael Behrendt, Präsident des Verbandes Deutscher Reeder (VDR). Mehr als 100 Schiffe seien bereits in die Pleite gefahren. Die deutsche Handelsflotte werde kleiner - zum ersten Mal seit Jahrzehnten. Doch der VDR-Chef sieht Licht am Horizont.

Dreimal so viele Schiffe verschrottet wie gewöhnlich

Immer mehr Schiffe würden abgewrackt oder verkauft, sagte Behrendt. Allein im letzten Quartal des vergangenen Jahres wurden 27 Schiffe verschrottet - dreimal so viele wie gewöhnlich. Zu Beginn des Jahres fuhren rund 3670 Schiffe unter deutschem Management, das sind 110 weniger als ein Jahr zuvor.

Die Bundesregierung, die verschiedenen maritimen Branchen und die Gewerkschaften kommen am 8. und 9. April zur 8. Maritimen Konferenz in Kiel zusammen. Von der Politik fordern die Reeder klare Signale bei der Schifffahrtsförderung und eine durchgreifende Entbürokratisierung der Verwaltung der deutschen Flagge.

Bessere Kreditbedingungen gefordert

Vor allem aber müssten Schiffe bei Kreditverhandlungen zu ihrem langfristigen Wert als Sicherheit beliehen werden dürfen, so wie Immobilien und Flugzeuge. "Dann hätten die Banken mehr Spielraum, um Fortführungskonzepte zu ermöglichen", sagte Behrendt. Dazu bedürfe es nicht einmal eines Gesetzes, sondern nur der Akzeptanz durch die Finanzaufsicht.

Zunächst hatten die Reeder zeitlich begrenzte Überbrückungskredite von der Staatsbank KfW gefordert, dabei aber speziell bei Wirtschaftsminister Philip Rösler (FDP) auf Granit gebissen. Auch im Bundestag fand sich kaum Unterstützung für den Vorschlag.

Orderbuch der Reeder deutlich geschrumpft

"Die deutschen Reeder arbeiten daran, die Marktsituation zu verbessern", sagte Behrendt. Seit Beginn der Krise hätten sie praktisch keine neuen Schiffe mehr bestellt, das Orderbuch sei von 1300 auf 200 Schiffe zusammengeschrumpft. Die Krise werde aber bald enden.

Bis 2017 könnte der weltweite Containerverkehr nach konservativen Prognosen um 27 Prozent wachsen, während die Flotte schrumpft. "Angebot und Nachfrage bewegen sich also eindeutig wieder aufeinander zu", erklärte Behrendt. Fraglich sei, ob die mittelständischen Reedereien mit wenigen Schiffen die kommenden Monate noch überbrücken könnten.

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Krise hat vor allem Charterreedereien getroffen

Die Schifffahrtskrise ist durch ein Überangebot an Schiffsraum entstanden. Es wurden zu viele Schiffe bestellt und gebaut, während gleichzeitig das Ladungsaufkommen zurückging und sich bis heute nicht nachhaltig erholt hat. Fracht- und Charterraten brachen ein. Besonders betroffen sind die in Deutschland stark verbreiteten Charterreedereien.

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