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Opel: GM gibt Finanzspritze von vier Milliarden Euro

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Opel erhält vier Milliarden Euro

12.04.2013, 09:10 Uhr | dpa-AFX

Opel: GM gibt Finanzspritze von vier Milliarden Euro. Opel hofft auf neuen Glanz für die Marke mit dem Blitz (Quelle: dpa)

Opel hofft auf neuen Glanz für die Marke mit dem Blitz (Quelle: dpa)

Der kriselnde Autohersteller Opel erhält von seiner Muttergesellschaft General Motors (GM) eine Geldspritze in Höhe von vier Milliarden Euro. Sie sollen bis 2016 investiert werden und sind Teil des Zehnjahresplans "Drive2022". Zuletzt sah alles jedoch ganz anders aus. Bei Verhandlungen über das Sanierungskonzept gab es Krach vor allem mit der Bochumer Zweigstelle. Jetzt sagte GM-Chef Dan Akerson, Opel genieße die volle Unterstützung des Mutterkonzerns. Der neue Chef beim Autobauer mit dem Blitz, Thomas Neumann, nimmt den Ball auf: "Wir sind jetzt wieder die Angreifer."

Dan Akerson sagte am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim: "Als weltweit agierendes Automobilunternehmen braucht GM eine starke Präsenz in Europa - sowohl bei Design und Entwicklung als auch bei Fertigung und Verkauf."

Aus für Bochum 2015 bleibt

Am Ende der Autofertigung im Werk Bochum Anfang 2015 hält GM unterdessen fest. Konzern-Vize und Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky sagte, er bedauere das Votum der Mitarbeiter in Bochum gegen den in monatelangen Verhandlungen ausgearbeiteten Sanierungsplan: "Aber wir akzeptieren die Entscheidung."

GM setzt in Europa seit Jahren Geld in den Sand, alleine 2012 stand ein operativer Verlust von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) in den Büchern. Im ersten Quartal 2013 gab es unter den großen Autobauern bei Opel den stärksten Absatzrückgang. Die angekündigten Investitionen sollen als Teil des Wachstums- und Sparprogramms "Drive2022" vor allem in neue Modelle und Motoren fließen. Damit will das Unternehmen auf dem schrumpfenden europäischen Markt Anteile zurückgewinnen.

Eine Zukunft auch für Eisenach

Der Betriebsratschef im Eisenacher Opel-Werk, Harald Lieske, ist über die Zusage des GM-Chefs erleichtert. Die Zukunft des Westthüringer Opel-Werks sei in den nächsten Jahren gesichert, sagte er dem Sender MDR Info. Die Regelung sieht vor, dass auch nach 2015 zwei Modelle von den Montagebändern des Thüringer Werks rollen. In Eisenach beschäftigt Opel rund 1600 Mitarbeiter.

Als Hoffnungsträger gilt der neue Opel-Vorstandsvorsitzende Karl-Thomas Neumann. Angesichts der schwierigen Marktlage und der dramatischen Überkapazitäten des Autobauers gab er sich am Mittwoch kämpferisch: "Ich will Opel wieder zu alter Stärke und altem Glanz zurückführen. Wir leben bei Opel eine neue Kultur."

"Drive2022" soll zurück in die Gewinnzone führen

Der Zehn-Jahres-Plan "Drive2022" sei überzeugend und werde das Unternehmen nach vorne bringen, sagte Neumann. Girsky betonte: "Opel ebnet den Weg zum größten Turnaround in der europäischen Automobilgeschichte." Der GM-Verwaltungsrat habe bei seiner Sitzung in Rüsselsheim das Ziel bekräftigt, dass Opel zur Mitte des Jahrzehnts wieder profitabel sein soll.

Das wird alleine mit Investitionen nicht gelingen. Die Geschäftsführung will nach früheren Angaben von 2013 bis 2015 die Fixkosten um 500 Millionen Dollar (375 Millionen Euro) senken, unter anderem über die Zusammenarbeit mit dem französischen Autobauer PSA Peugeot-Citroën und durch Lohnverzicht der Beschäftigten. Zudem drohen nach der Ablehnung des Sanierungsplans in Bochum mehr als 3000 Arbeitsplätze an diesem Standort wegzufallen.

Forderung: Opel muss weltweit verkaufen dürfen

Der hessische Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) verlangte mehr Bewegungsfreiheit für die weitgehend auf Europa beschränkte GM-Tochter. "Was weiterhin fehlt, ist, dass General Motors endlich Opel von seinen 'Fesseln' befreit und es ermöglicht wird, Opel-Fahrzeuge weltweit, ohne Restriktionen zu verkaufen", sagte er dem "Handelsblatt".

Am Donnerstag wird der GM-Verwaltungsrat in Berlin von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfangen. Die Spitze der Opel-Mutter kommt immer wieder zu ihren regulären Treffen im Ausland zusammen - dieses Mal in Deutschland, um sich vor Ort ein genaues Bild über den Opel-Zehn-Jahres-Plan und den europäischen Markt zu machen.

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