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Studie: Ausländer halten die meisten Anteile an DAX-Unternehmen

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Studie: Ausländer halten die Mehrheit der DAX-Aktien

10.05.2013, 14:12 Uhr | dpa, t-online.de

Studie: Ausländer halten die meisten Anteile an DAX-Unternehmen. Blick auf den Handelssaal an der deutschen Börse in Frankfurt (Quelle: dpa)

Blick auf den Handelssaal an der deutschen Börse in Frankfurt (Quelle: dpa)

Über die momentane Rekordjagd des DAX dürften sich vor allem ausländische Anleger freuen. Denn laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young werden mehr als die Hälfte aller Anteile an den großen deutschen Aktiengesellschaften von Investoren aus dem Ausland gehalten. Eine US-Beratungsgesellschaft gilt nach Medienberichten sogar als wichtiger Strippenzieher im Hintergrund.

Deutsche Anleger kommen nur auf ein Drittel

Nach der Studie liegen im Schnitt 55 Prozent der Anteilsscheine der im Leitindex notierten Unternehmen in Depots ausländischer Investoren. Aktionäre aus Deutschland hielten im Geschäftsjahr 2012 durchschnittlich nur ein gutes Drittel (37 Prozent) der Aktien, acht Prozent konnten keiner Region zugeordnet werden.

Damit hat sich die Aktionärsstruktur in den vergangenen Jahren gedreht: Bei den Unternehmen, deren Daten den Vergleich mit dem Jahr 2005 zulassen, sei der Anteil ausländischer Anleger von 44 Prozent auf 58 Prozent im Jahr 2012 gestiegen.

Deutsche Unternehmen trotz Krise attraktiv

Sogar mindestens drei Viertel der ausgegebenen Aktien sind bei Adidas, Merck und Deutscher Börse in ausländischer Hand. "Das starke Engagement ausländischer Aktionäre beweist, dass die deutschen Konzerne auf dem Weltmarkt sichtbar sind und geschätzt werden", sagte Martin Steinbach von Ernst & Young. Die DAX-Konzerne seien trotz der Krise im Euroraum für Investoren aus dem Ausland sehr attraktiv.

Das kann zu negativen Auswirkungen für Deutschland führen. Nach Angaben der Zeitung "Die Welt" zeige sich das in einer immer ungleicher werdenden Verteilung des volkswirtschaftlichen Wohlstands. Durch den Ausschluss der deutschen Öffentlichkeit an der Rekordjagd an der Börse hätten in den vergangenen Jahren vor allem die Besitzer von Aktiengesellschaften im Vergleich zu Lohnempfängern gewonnen. Das Geld hiesiger Investoren und Sparer stecke dagegen in Anleihen mit niedriger Verzinsung oder auf Tagesgeldkonten, berichtet die Zeitung.

US-Gesellschaft als Strippenzieher

Den Einfluss aus dem Ausland bekam gerade erst die Lufthansa bei der turbulenten Wahl Wolfgang Mayrhubers zum Aufsichtsratsvorsitzenden zu spüren - und das, obwohl Ausländer dort mit 34 Prozent Aktienanteil viel schwächer vertreten sind als bei anderen DAX-Unternehmen.

Die US-Beratungsgesellschaft Institutional Shareholder Services (ISS) hatte Investoren von der Wahl Mayrhubers abgeraten - wegen der kurzen Abkühlzeit zwischen Vorstandstätigkeit und Kontrollgremium, vor allem aber wegen Mayrhubers zahlreicher Aufsichtsratsmandate.

Der Österreicher sah sich gezwungen, seine Kandidatur am Tag vor der Hauptversammlung zurückzuziehen - und warf seinen Hut später doch wieder in den Ring, als ihm eine Mehrheit sicher schien.

Die Schattenmacht der deutschen Konzerne

ISS sei der Öffentlichkeit kaum bekannt, betonte "Spiegel Online": "Dabei dürfte es sich um die einflussreichste Schattenmacht der deutschen Konzerne handeln." Auch beim geplatzten Wechsel des damaligen Deutsche Bank-Vorstandschefs Josef Ackermann an die Spitze des Aufsichtsrats habe ISS Ende 2011 eine maßgebliche Rolle gespielt.

Vor allem Europäer setzen auf Deutschlands Konzern

Nach der Studie sind es allerdings vor allem Europäer, die in deutsche Konzerne investieren: Durchschnittlich jede vierte Aktie der DAX-Unternehmen befinde sich im Besitz europäischer Anleger, Aktionäre aus Nordamerika hielten immerhin fast ein Fünftel der ausgegebenen Aktien.

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Die Werte der DAX-Konzerne seien besonders für institutionelle Anleger attraktiv: Sie halten im Schnitt mehr als sechs von zehn Papieren (63 Prozent) der größten deutschen Konzerne. Private Investoren sind mit 12 Prozent vertreten, strategische Investoren wie Familien oder Unternehmen halten 18 Prozent der Aktien. Große Pakete sind allerdings selten: Mehr als acht von zehn Aktien befinden sich nach der Studie im Streubesitz, nur 18 Prozent der Wertpapiere sind als Festbesitz Großanlegern zuzuordnen.

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