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Südkorea und Japan - das Yin und Yang in Fernost

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Südkorea und Japan - das Yin und Yang in Fernost

14.06.2013, 18:35 Uhr | Jörg Rohmann, Alpari Deutschland

Südkorea und Japan - das Yin und Yang in Fernost. Das Yin und Yang zwischen Japan und Südkorea ist derzeit durch Japans expansive Geldpolitik gestört (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Yin und Yang zwischen Japan und Südkorea ist derzeit durch Japans expansive Geldpolitik gestört (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der harmonische Dualismus von Yin und Yang scheint in den asiatischen Märkten ins Ungleichgewicht zu geraten. Mit einer expansiven Geldpolitik hat Japan die Rolle des hellen Yang übernommen, welches das dunkle Yin von Südkorea zu dominieren scheint. Die japanische Notenbank hat begonnen, die Geldbasis erheblich auszuweiten, sie soll jährlich um bis zu 600 Milliarden Euro anwachsen. Ziel ist es, die andauernde Deflation zu überwinden. Ein Nebeneffekt ist die Schwächung der Landeswährung Yen. Andere asiatische Staaten, die in den Exportmärkten mit Japan konkurrieren, sind darüber nicht gerade begeistert. An erster Stelle steht hier Südkorea.

Südkorea ist in zweierlei Hinsicht betroffen. Zum einen überschneiden sich die Exportindustrien in vielen Bereichen wie Autos, Konsumelektronik und Stahl stark. Wenn der Yen zum US-Dollar um 30 Prozent abwertet, entspricht das aus Sicht der Exportindustrie Südkoreas einer Aufwertung des südkoreanischen Won zum Dollar in gleichem Maße. Denn Südkorea wertet nicht ab. Dadurch kann Japan seine Produkte günstiger in den USA anbieten als Südkorea.

Südkorea fürchtet die Aufwertung der eigenen Währung

Zum anderen sucht das frisch geschöpfte japanische Geld vor der Haustür in Asien nach Anlagemöglichkeiten. In den Jahren der Deflation wiesen auch die japanischen Staatsanleihen eine positive Rendite auf. Mit der begonnenen Re-Inflationierung ist das nicht mehr der Fall. Dagegen gewinnen Südkoreas Staats- und Unternehmensanleihen aufgrund des höheren Zinsniveaus an Attraktivität für Japans institutionelle Anleger. Damit steigt die Nachfrage nach Won, der zusätzlich aufwertet.

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Südkorea könnte diesem Mechanismus mit Kapitalverkehrskontrollen oder Zinssenkungen begegnen. Bislang beschränkte man sich auf lautstarke Proteste in Richtung Japan. Bei genauer Betrachtung ist die Kritik fragwürdig: Der japanische Yen notiert zum südkoreanischen Won derzeit bei rund 11,80, während der Kurs Mitte 2007 bei 7,50 stand. Der Yen hat zwischen 2007 und 2009 um rund 100 Prozent aufgewertet und verharrte bis Ende 2012 auf diesem Niveau. Südkoreas Mitleid mit Japans Problemen zu dieser Zeit hielt sich in Grenzen.

Yen-Abwertung ist eine Normalisierung

Zuvor war aber auch das globale Makro-Umfeld ein anderes. Von 2003 bis 2007 wuchs die Weltwirtschaft stark genug, um die Exporte beider Staaten aufzusaugen: Yin und Yang waren im Einklang. Aktuell trübt sich das Umfeld ein, die OECD senkte ihre Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft für dieses und nächstes Jahr auf 3,1 und 4 Prozent. Im November lagen sie noch bei 3,4 bzw. 4,2 Prozent. Japan musste auf die seit der Finanzkrise drastische Yen-Aufwertung geldpolitisch reagieren - die derzeitige Yen-Abwertung ist also eher eine Normalisierung.

Der südkoreanische Aktienindex Kospi hat eine Dreiecksformation verlassenDer südkoreanische Aktienindex Kospi hat eine Dreiecksformation verlassen Für Aktienanleger bieten sich in diesem Umfeld Chancen. Zwar gab es in den vergangenen Wochen Zweifel an der japanischen Re-Inflationsstrategie, aber an der Entschlossenheit, Japans die Deflation zu besiegen, hat sich nichts geändert. Sollte Südkorea nicht reagieren und sich das Marktmuster mit Yen-Abwertung und Won-Aufwertung fortsetzen, könnte Long-Japan und Short-Südkorea eine Strategie darstellen. So hat der südkoreanische Kospi bereits seine große Dreiecksformation nach unten verlassen und ein Verkaufssignal ausgelöst (siehe Chart). Es lässt sich ein kalkulatorisches Kursziel bis in den Bereich von 1300 Punkten ausmachen. Für einen Einstieg in Japan sollte man zunächst das Ergebnis der Aktienmarktkorrektur abwarten.

Jörg Rohmann, Chefanalyst bei Alpari DE (Quelle: Alpari DE)Jörg Rohmann, Chefanalyst bei Alpari DE Infos zur Person: Jörg Rohmann ist Chefanalyst bei Alpari DE. Er verfügt über eine langjährige Berufserfahrung in Makro- und technischer Analyse der Finanzmärkte. Als technischer Analyst und passionierter Trader hält er Webinare und erstellt technische Analysen sowie Marktkommentare im Alpari Newsroom. 

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