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DAX-Analyse: Trotz Verluste weiterhin im Gewinnmodus?

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DAX-Analyse: Trotz Verluste weiterhin im Gewinnmodus?

17.06.2013, 18:16 Uhr | Novethos Financial Partners, t-online.de

Viele Marktteilnehmer sind unruhig, machen sich doch langsam Befürchtungen breit, dass die neuesten Kursverluste einen weiteren Absturz einleiten. Unnütze Panik oder ernsthafter Grund zur Sorge? Vermögensverwalter stehen dem jetzigen Szenario mit aufmerksamer Gelassenheit gegenüber. Dabei gibt es Parallelen zwischen Deutschland und Japan.

Kommt nach der Rallye nun ein weiterer Absturz? Am 22. Mai markierte der DAX seinen vorläufigen Höchststand bei 8556 Punkten. Danach ging es mit kurzen Unterbrechungen talwärts mit Kurs auf die 8000-Punkte-Marke. Ein ganz ähnliches Bild bietet der japanische Aktienmarkt. Der Nikkei-Index markierte sein Hoch bei 15.627 Punkten und korrigiert seit dem 22. Mai ebenfalls. Zeitweise rutschte der japanische Index unter 13.000 Punkte ab.

Aufwärtstrend intakt!

"Bisher ist die aktuelle Entwicklung des DAX eine ganz normale Korrektur in einem Aufwärtstrend" stellt Alexander Sedlacek, Partner bei Novethos Financial Partners GmbH in seiner aktuellen technischen Analyse fest. Das letzte markante Tief im DAX wurde im September 2011 bei etwa 5000 Punkten ausgebildet, so der Chart-Experte. Ausgehend von diesem Niveau legte der DAX in der Spitze um 70 Prozent zu. Seitdem habe der Index fünf Phasen durchlaufen, in denen der Index fünf bis 17 Prozent verloren hat. Ausgehend vom Hoch bei 8557 Punkten seien es jetzt gerade einmal 6,5 Prozent - bis 8000 Punkte. "Wenn der DAX nicht die 7400 Punkte unterschreitet, also nochmals etwa 6,5 Prozent vom jetzigen Kursniveau abgibt, bleibt der Aufwärtstrend DAX weiter intakt“, ist Sedlacek überzeugt.

DAX seit Mitte 2006 - Verlaufskurse, logarithmische Skala (Quelle: Novethos Financial Partners/ tradesignalonline.com)DAX seit Mitte 2006 - Verlaufskurse, logarithmische Skala (Quelle: Novethos Financial Partners/ tradesignalonline.com) Für die Sommerwochen erwartet er eher eine volatile Seitwärtsbewegung zwischen 8400 und 7800 Punkten. Positiv stimmt ihn der recht stabile S&P-500-Index, wobei auch hier in den nächsten Tagen noch eine kleine Korrektur anstehen sollte.

Der Nikkei sollte sich wie bisher nicht weiter auf die europäischen und amerikanischen Aktienmärkte auswirken. Sedlacek: "Nachdem der Index in den vergangenen acht Monaten 85 Prozent zugelegt hat, ist auch die aktuelle Gegenbewegung mit 22 Prozent in Relation normal."

Erholung nach Konsolidierung

"In Summe rechnen wir mit einem schwierigen zweiten Halbjahr", befürchtet Gerd Häcker, Leiter Portfoliomanagement bei Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung GmbH. Auch die deutschen Aktien seien von den Korrekturen betroffen. Die hohe Abhängigkeit des deutschen Exports von China und den Emerging Markets schwäche die Fantasie deutlich, so der Finanzexperte. Der Government Bond Markt sollte sich in der nächsten Zeit wieder stabilisieren, da die wirtschaftlichen Aussichten sehr zurückhaltend zu beurteilen seien. Temporär werde man starke deflationäre Kräfte beobachten. "Eine Zwischenerholung der Märkte ist daher schon in Kürze wieder wahrscheinlich", so Häcker.

Nachdem Befürchtungen,  die amerikanische Notenbank könne wegen einer wirtschaftlichen Stabilisierung der USA die Beträge für das sogenannte Quantitative easing (QE) zurückfahren, hätten die Bond-Investoren Angst bekommen und verkauften in vorauseilendem Gehorsam massiv US-Treasury-Bonds. Der Treasury-Note Future ging knapp fünf Prozent zurück. Dieser Sachverhalt soll zu ersten Ängsten mit Blick auf die weltweite Zinsentwicklung geführt haben.  

"Die Bank of Japan hatte mit ihrem großen monetären Experiment, den Yen deutlich zu schwächen, die Kapitalmärkte ebenfalls in ihren Bann gezogen", konstatiert Häcker. Abermilliarden große Carry-Trades, die Verschuldung in japanischen Yen habe zu größeren Investitionen in die engen Märkte der Emerging Market Bonds, High Yield Bonds und auch in Aktien geführt. Diese seien gerade zügig zurückgeführt worden. Mit entsprechenden Konsequenzen für nahezu alle Assetklassen.

Die Fed dürfte nicht unglücklich sein, dass die US-Banken ihre Risiko-Aktiva etwas zurückfahren. "Der Yen stabilisierte sich wieder deutlich und die Aktienmärkte gaben einen Teil ihrer Gewinne wieder ab", stellt Häcker fest. "Die eher illiquideren Märkte der Emerging Markets gaben deutlich im Kurs nach. Bei einigen Fremdwährungen wie Brasilianischem Real, Türkischer Lira und dem mexikanischen Peso kam es zu gravierenden Abschlägen."

Seitwärtsbewegung nach Kursanstieg

"Die DAX-Rallye ist noch nicht vorbei, gleichwohl noch eine weitere technische Reaktion nicht auszuschließen ist", sagt Burkhard Wagner, Vorstand der Partners VermögensManagement AG. Rein technisch sei der Aktienmarkt in eine sogenannte "Fahnenstange" hineingelaufen, die ein weiteres kurzfristiges Absinken bis rund 7600 wahrscheinlicher macht, so der Münchner Finanzexperte. Nun sei mit einer Seitwärtsbewegung zwischen 7450 bis 7600 und 8450 DAX-Punkten zu rechnen. Fundamentale Gesichtspunkte wie die Rolle und die Funktionen der Notenbanken seien nicht neu, würden aber derzeit wieder neu entdeckt und verunsicherten einmal mehr die Marktteilnehmer.

"Man hat sich in Japan für den Weg des billigen Geldes Weg entschieden", so Wagner. Dieser Weg biete keine nennenswerte Alternative und werde zu ansteigenden Gewinnen - aber auch Inflationsraten führen. Die Fed habe sich sechs Prozent  Arbeitslosigkeit als Ziel gesetzt und werde bis dahin weiterhin relativ lax den Markt mit Liquidität versorgen.

Vorhandene Aktienbestände reduzieren!

Schon heute ist erkennbar: "Die Rückführung des japanischen Abenomics und des amerikanischen QE-Programm führt zu starken Verwerfungen am Kapitalmarkt", stellt Thomas Pfetzing, Geschäftsführer der Aubilia Vermögensmanagement fest. Ein erster Abwärtsschwung könne noch eine Zeit lang anhalten, mit einer darauffolgenden technischen Korrektur sei allerdings zu rechnen. Dies sollte die spannende Gelegenheit sein, vorhandene Aktienbestände deutlich zu reduzieren. „Der DAX könnte im Rahmen dieser zweiten Korrekturwelle bis auf 6"000 Punkte zurückgehen“, befürchtet der Vermögensverwalter aus Düsseldorf.

Der Abwertungswettlauf und die damit verbundenen Konjunkturprogramme würden scheitern, fehlgeleitete Investitionsentscheidungen führen kurzfristig zu ausgeprägten Blasenbildungen. Je länger diese "künstlich am Leben erhalten werden, desto dramatischer werden die Folgen sein", so Pfetzing. Erste Forderungen nach Beendigung der Programme würden politisch induziert und bewusst am Markt lanciert - zur Vorbereitung der Marktteilnehmer. Dies werde zukünftig zu einer deutlichen Zunahme der Volatilität in allen Anlageklassen führen. "Seit Zypern ist das Vertrauen in die Politik stark beeinträchtigt", sagt er.

Japan müsse bereits heute einen überwiegenden Großteil der Steuereinnahmen für Zinszahlungen aufwenden. Noch würden japanische Staatsanleihen bis zu 95 Prozent durch inländische Käufergruppen finanziert. Jedoch seien Steuererhöhungen (Mehrwertsteuer) auf 15 oder über 20 Prozent realistisch - mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Binnenkonjunktur.

Hinweis
Diese Publikation beruht auf Quellen, die die Redaktion von t-online.de für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Die Analyse gibt eine unverbindliche Auffassung über den Markt bzw. die Produkte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Für weitere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater.

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