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Zertifikate: Börse Türkei jetzt kaufen? Eine Analyse

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Türkei-Zertifikat: Aufruhr am Bosporus!

21.06.2013, 08:47 Uhr | Der Aktionär

Zertifikate: Börse Türkei jetzt kaufen? Eine Analyse. Schweigende Demonstranten in Instanbul (Quelle: AP-dpa)

Demonstration der Schweigenden in Instanbul (Quelle: AP-dpa)

Die anhaltenden Proteste gegen Ministerpräsident Erdogan lösten einen Kursrutsch an der Istanbuler Börse aus. Droht der Türkei ein Desaster oder bietet sich eine günstige Einstiegschance?

Starke Konjunktur in der Türkei

Strandurlaub, historische Bauten und orientalisches Flair – gerade diese Dinge stehen sinnbildlich für die Türkei. Das Land am Bosporus hat aber noch viel mehr zu bieten als prächtige Moscheen oder das Marmarameer: etwa ein außerordentliches Wirtschaftswachstum.

Der gute Ruf bei ausländischen Investoren steht derzeit aber auf der Kippe. Seit dem Beginn der Demonstrationen gegen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan herrscht nämlich Ausnahmezustand im Land.

Kleine Ursache, große Wirkung

Was mit einem friedlichen Protest einiger Umweltschützer begann, uferte in eine landesweite Protestwelle gegen die AKP und Erdogan aus. Zu Zehntausenden demonstrierten die Bürger gegen dessen als autoritär und selbstherrlich empfundenen Führungsstil. Vor allem junge Menschen werfen dem Staatsoberhaupt einen Mangel an Demokratieverständnis vor. Das überharte Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten gibt diesen Vorwürfen neue Nahrung.

Auch bei der internationalen Staatengemeinschaft sowie bei den Investoren sorgte der Einsatz von Tränengasgeschossen und Wasserwerfern für Unmut. Investoren zogen Teile ihres Kapitals ab und ließen die Kurse an der Istanbuler Börse in die Tiefe rauschen.

Erdogan lenkt ein

Die Kapitalgeber befürchten in erster Linie, dass die EU-Beitrittsverhandlungen blockiert werden könnten. So hat Brüssel die Regierung in Ankara ermahnt, dass zwischen dem Umgang mit Oppositionellen und dem Wunsch auf einen Beitritt zur EU ein Zusammenhang bestehe.

Die Botschaft hat ihre Wirkung nicht verfehlt: Erdogan hat sich mittlerweile zu einem Referendum durchgerungen, in dessen Rahmen die Bevölkerung von Istanbul über die Baumaßnahme im Istanbuler Gezi-Park, dem Auslöser der Proteste, entscheiden darf. Daraufhin hat auch die EU signalisiert, an den Verhandlungen mit der Türkei festzuhalten. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton: „Wir sind dabei, ein neues Verhandlungskapitel in diesem Monat zu eröffnen.“

Reformen greifen

Eine der wichtigsten Grundlagen für das Vertrauen der Investoren ist die Kreditwürdigkeit des Landes. Nach einer aktuellen Einschätzung der Ratingagentur Fitch gefährden die Proteste die Bonität nicht. Erst dauerhafte Auseinandersetzungen könnten das aktuelle Rating („BBB“) infrage stellen. Fitch bescheinigt der Türkei, immerhin die siebtgrößte Volkswirtschaft Europas, ein hohes Wachstumspotenzial.

Auch die Ratingagentur Moody’s, die kürzlich die Bonität von "Ba1" auf "Baa3" angehoben hat, wähnt das Land in einer günstigen Ausgangssituation und weist auf Erfolge bei den Wirtschafts- und Finanzreformen hin. Zuvor hob auch Standard & Poor’s unter Berufung auf eine Neugewichtung der Wirtschaft und Fortschritte im Kurdenkonflikt die Note von "BB-" auf "BB+" an.

Die verbesserte Bonität schlägt sich eins zu eins auf die Höhe der ausländischen Direktinvestitionen nieder. Nach einem Anstieg um rund 20 Prozent im Jahr 2012 rechnet der Investorenverband YASED für 2013 mit einem Mittelzufluss im Bereich von 15 bis 20 Milliarden Dollar – eine Zahl, die anhand der Aufwertung noch übertroffen werden könnte. „Die Türkei wird ab 2023 rund 80 Milliarden Dollar an Investitionen pro Jahr anziehen“, prophezeite kürzlich Ilker Ayci, der Präsident der Agentur für Wirtschaftsförderung ISPAT.

Glänzende Aussichten

Für eine Beruhigung der Lage an der Istanbuler Börse sprechen vor allem die hervorragenden Wachstumsaussichten im Halbmondstaat. Dem Analystenkonsens zufolge soll das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um vier Prozent anziehen, 2014 und 2015 sind sogar Steigerungsraten um 4,5 beziehungsweise 5,0 Prozent möglich (siehe Tabelle) – von diesen Zahlen können die meisten Industrienationen nur träumen.

Gleiches gilt für die Staatsverschuldung. Schließlich steht Ankara mittlerweile nur noch mit rund 36 Prozent der Wirtschaftskraft in der Kreide – Tendenz fallend. Ein großes Plus ist auch die demografische Situation. Mit einem Altersdurchschnitt von nicht einmal 30 Jahren besitzen die Türken die günstigste Alterspyramide in ganz Europa.

Nicht zuletzt die geografisch vorteilhafte Lage zwischen Asien und Europa sollte sich für die Türkei auf ihrem angepeilten Weg in die Top 10 der weltweiten Volkswirtschaften auszahlen. Dass es die Regierung in Ankara ernst meint, unterstreichen die massiven Investitionen in die Infrastruktur. So soll etwa in Istanbul der größte Flughafen der Welt entstehen, die Bauarbeiten zur dritten Verbindungsbrücke zwischen Europa und Asien sind bereits im Gange.

Zurück auf Start

Das im Oktober 2012 vorgestellte Zertifikat auf den ISE 30 Index (ISIN: NL0000460004) entwickelte sich wie erwartet positiv und erreichte das avisierte Kursziel von 45 Euro bereits nach drei Monaten. Nach dem jüngsten Kursrücksetzer bietet sich erneut der Einstieg an. Allerdings sollten sich Anleger des erhöhten Risikos bewusst sein. In der Summe überwiegen aber eindeutig die Chancen. Die Türkei wird sich von ihrem Weg zu einer der weltweit wachstumsstärksten Nationen nicht mehr abbringen lassen.

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