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So dreist saugten irische Pleitebanker ihre Retter aus

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So dreist saugten irische Pleitebanker ihre Retter aus

25.06.2013, 21:09 Uhr | t-online.de - Frank Lansky, mit dpa-AFX

So dreist saugten irische Pleitebanker ihre Retter aus. Keine Skrupel bei Anglo-Irish-Chef Drumm in der Finanzkrise (Quelle: AFP)

Keine Skrupel bei Anglo-Irish-Chef Drumm in der Finanzkrise (Quelle: AFP)

Zahlmeister Deutschland – die Bedenken von Euro-Skeptikern erhalten durch einen brisanten Mittschnitt neue Nahrung. Die der Zeitung "Irish Independent" zugespielten Bänder vom Höhepunkt der Finanzkrise im September 2008 belegen, wie skrupellos die Führungsetage der Pleitebank Anglo Irish die Geldgeber betrog – und wie verächtlich sich sich die Manager über Investoren aus Deutschland lustig machten. Interessant werden die Aussagen wegen der geplanten Bankenunion – Skeptiker befürchten, deutsche Steuergelder könnten für die Rettung dubioser Banken in Euroland missbraucht werden.

"Deutschland uber alles" - "fucking Germans"

Auf den Bändern sind der damalige Chef der Anglo Irish Bank, David Drumm und dessen leitender Kapitalmarkt-Manager John Bowe zu hören. Die Mitschnitte belegen, dass die Banker von möglichen Investoren aus der Bundesrepublik recht wenig hielten, als sie darüber sprachen, wie Anglo Irish dringend benötigte deutsche Einlagen anlocken könnte.

"Deutschland, Deutschland über alles" sang Bowe im Gespräch mit Drumm und lachte herzhaft. Außerdem fiel der Begriff "fucking Germans" – in etwa "Scheißdeutsche".

Beste Laune in der Finanzkrise

Kurz zuvor hatte die irische Regierung im Oktober 2008 eine Garantieerklärung für die Banken des Landes abgegeben. Bowe witzelte offen darüber, dass seine Bank die staatliche Garantie "missbrauche", man dürfe sich aber dabei nicht erwischen lassen. Wichtig sei nur, dass Geld reinkomme.

Der "Independent" ergänzt, zu dieser Zeit seien die europäischen Staats- und Finanzchefs – darunter Kanzlerin Angela Merkel und der britische Finanzminister Alistari Darling – alarmiert darüber gewesen, wie die Garantien ihr eigenes Bankensystem betreffen könnten. Drumm und Bowe lachten aber darüber, dass der Geldbedarf letztlich einen Graben zwischen Irland und seinen Partnern in Europa aufwerfen könnte.

30 Milliarden für Pleitebank Anglo Irish

Weiter belegen die der Zeitung zugespielten Mitschnitte, dass die Anglo Irish Bank mit falschen Angaben staatliche Milliardenhilfe erschlich. Die Manager hätten sich die von der Bank genannte Zahl von benötigten sieben Milliarden Euro einfach "aus dem Arsch gezogen", wichtig sei nur, dass das Geld fließe.

Tatsächlich hat die Pleitebank den irischen Staat laut "FAZ.net" letztlich 30 Milliarden Euro gekostet; Irland geriet wegen dieses Ruins und der Schieflage zweier weiterer Krisenbanken selbst an den Rand des Kollaps. Ende 2010 erhielt Irland von den anderen Euro-Ländern und dem Internationalen Währungsfonds ein Milliarden-Hilfsprogramm.

An Rückzahlung der Stütze war nie gedacht

Als Kapitalmarktchef Drumm am Telefon im Herbst 2008 erwähnte, er habe der Zentralbank versprochen, einen Überbrückungskredit sobald wie möglich zurückzuzahlen, brach er in Lachen aus: "Ich muss gleich die Unterwäsche wechseln!"

In einer anderen Aufnahme ist laut "Independent" zu hören, wie Bowe sich mit einem anderen Kollegen namens Peter Fitzgerald über die drohende Verstaatlichung der Bank unterhält. Beide beschrieben die Aussicht, Beamter zu werden als "fantastisch" – dann könnten sie ihren Job behalten. Die Bank wurde im Januar 2009 verstaatlicht und ein Jahr später abgewickelt. Drumm wurde entlassen, beschwerte sich aber über eine "Hexenjagd" und verschwand letztlich in die USA.

Angst vor dem globalen Banken-Crash

Am 15. September 2008 war die US-Bank Lehman Brothers zusammen gebrochen. Da sich die Banken misstrauten, fror der Kreditmarkt ein – und eine globale Kettenreaktion im Finanzmarkt drohte. Während die Politik versuchte, eine Kettenreaktion mit Banken-Crash zu verhindern, zeigten sich die Manager extrem gelöst.

Der Skandal hat laut "FAZ.net" mittlerweile die Politik in Dublin erreicht: Der stellvertretende Ministerpräsident Eamon Gilmore äußerte sich demnach besorgt darüber, dass die veröffentlichten Telefonate die Anstrengungen der Regierungen beschädigen könnten, einen Teil des Geldes für die Bankenrettung von den europäischen Partnern finanziert zu bekommen.

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Europa darf für Irlands Banken zahlen

Die Euro-Finanzminister beschlossen in der vergangenen Woche - vor allem auf Drängen von Irland und Spanien - dass Altlasten aus der Bankenrettung unter bestimmten Bedingungen auch rückwirkend vom Krisenfonds ESM übernommen werden können. Damit haften die verächtlich gemachten Steuerzahler aus Deutschland mit einem Anteil von 27 Prozent.

Laut "Spiegel Online“ hat Irlands Ministerpräsident Enda Kenny eine Untersuchung angekündigt, die klären soll, warum die Banker trotz der offensichtlich hoffnungslosen Lage ihres Hauses riesige Staatshilfen erhielten.

Bundesbank-Chef Jens Weidmann warnte unterdessen vor einer zu laschen Überprüfung von Bankbilanzen, ehe die Europäische Zentralbank (EZB) die Aufsicht übernimmt. "Eine gründliche und strenge Überprüfung ist unumgänglich, um spätere unangenehme Überraschungen zu vermeiden", sagte Weidmann der "Süddeutschen Zeitung". Auch EZB-Direktor Jörg Asmussen hatte sich zuletzt für eine strenge Prüfung ausgesprochen, um Altlasten zu finden.

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