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Auch Schäuble äußert "Verachtung" für irische Pleitebanker

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Auch Schäuble äußert "Verachtung" für irische Pleitebanker

29.06.2013, 17:22 Uhr | dpa, rtr, AFP

Auch Schäuble äußert "Verachtung" für irische Pleitebanker. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) (Quelle: dpa)

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) (Quelle: dpa)

Gier, vor allem aber Verachtung und Ignoranz gegenüber dem Steuerzahler scheinen zur Zeit der Finanzkrise unermesslich gewesen zu sein. Das brachten Mitschnitte von Gesprächen irischer Banker der gescheiterten Anglo Irish Bank ans Licht. Politiker sind empört: Bundeskanzlerin Angela Merkel reagiert mit "Verachtung" auf das Verhalten der Banker. Nun schaltet sich nun auch Finanzminister Wolfgang Schäuble in die Debatte ein und findet deutliche Worte. Der Chef der irischen Notenbank droht derweil mit Berufsverboten.

Schäuble: Abgehobene Übermenschen

"Diese Banker gefielen sich offensichtlich in der Rolle von abgehobenen Übermenschen, die nur Verachtung für ihre Mitmenschen haben", sagte Schäuble der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Dabei waren sie es, denen unsere Verachtung zuteil kommen sollte und denen wir das Handwerk legen müssen."

Notenbankchef spricht von "neuer Dimension"

Der irische Notenbank-Chef Patrick Honohan droht in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" mit Sanktionen, die bis hin zu einem Berufsverbot reichen. Die in dieser Woche veröffentlichten Aufnahmen von internen Telefongesprächen aus dem Herbst 2008 deuteten darauf hin, dass die Bankmanager damals gegenüber der Notenbank das wahre Ausmaß der Finanznot ihres Konzerns bewusst heruntergespielt hätten, sagte Honohan der Zeitung. Dadurch habe ein Rettungskredit der Zentralbank nicht gefährdet werden sollen. "Da ist eine neue Dimension", zitierte ihn die "FAZ".

Die Notenbank habe die Tonaufnahmen bisher nicht gekannt. Sie würden nun genau geprüft. "Stil, Einstellung und Kultur, die sich in diesen Telefonaten widerspiegeln, sind zutiefst abstoßend", sagte der Zentralbankchef der Zeitung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe dies "sehr klar auf den Punkt gebracht und ich kann dem nur zustimmen".

Merkel: "nur Verachtung" für irische Banker

Merkel hatte sich am Rande des EU-Gipfels in Brüssel über die Banker empört. Die Tonalität der Gespräche scheine ihr bankübergreifend gleich zu sein, sagte sie. "Sie ist für Menschen, die ganz normal jeden Tag zur Arbeit gehen, die ihr Geld verdienen, einfach nur ganz, ganz schwer zu verkraften, um nicht zu sagen gar nicht zu verkraften", fügte sie hinzu. "Deshalb habe ich dafür wirklich nur Verachtung."

In Telefongesprächen hatten die Manager unter anderem auf die "Scheißdeutschen" geschimpft und sie verhöhnt. Mit den "Scheißdeutschen" meinten die Topmanager die deutschen Sparer, die ihr Geld auch nach der staatlichen Bankengarantie in Irland noch bei Anglo Irish anlegten.

Erste Strophe des Deutschlandlied gesungen

In den vom "Irish Independent" veröffentlichten Gesprächsaufzeichnungen singt ein Spitzenmanager der Anglo Irish Bank: "Deutschland, Deutschland über alles" - die erste Strophe des Deutschlandlieds, die zur Zeit des Nationalsozialismus gesungen wurde.

Der damalige Bankchef David Drumm empfiehlt dem damaligen Finanzchef, mit "simplen Worten" bei der Zentralbank Notkredite zu verlangen: "Wir brauchen die Knete, ihr habt sie, also gebt sie uns." Drumm soll auch angekündigt haben, den Aufsehern der kollabierenden Bank zu drohen.

Bank wurde zum Milliardengrab

Dabei war den Bankchefs damals schon klar, dass ihr Institut zum Milliardengrab werden würde: Die sieben Milliarden Euro Nothilfe, die das angeschlagene Geldhaus von der Regierung forderte, werde man "zurückzahlen, wenn wir das Geld haben - also nie", sagte der zuständige Abteilungsleiter am Telefon zu einem Kollegen.

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Schäuble sieht sich bestätigt

Schäuble sagte, die Telefonmitschnitte belegten, "wie notwendig und wichtig es war, in den Finanzmärkten klare Regeln einzuziehen". Auf diesem Weg sei man schon weit vorangekommen. Dazu gehörten die Eigenkapitalregeln, Regeln zur Bankenabwicklung und die Obergrenzen bei Banker-Bonuszahlungen.

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