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Kolumne: USA und China ziehen die geldpolitischen Zügel an

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USA und China ziehen die geldpolitischen Zügel an

01.07.2013, 11:20 Uhr | Jörg Rohmann, Alpari Deutschland

Kolumne: USA und China ziehen die geldpolitischen Zügel an. Die Notenbanken der beiden größten Volkswirtschaften der Welt, USA und China, ziehen die Zügel an.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Notenbanken von USA und China ziehen die Zügel an (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ben Bernanke, der Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wiegelte ab: Nein, bei den geldpolitischen Stimuli trete er nicht auf die Bremse, er nehme nur den Fuß vom Gaspedal. Die People's Bank of China (PBoC) drückte sich weniger diplomatisch aus: Mit den Kredit-Exzessen der letzten Jahre müsse nun Schluss sein. Sicher ist: Die Notenbanken der beiden größten Volkswirtschaften der Welt ziehen die Zügel an. Die Auswirkungen werden das Geschehen an den Märkten weltweit bestimmen, die jüngsten Turbulenzen sind ein Vorgeschmack davon.

Wie eine Leitzinserhöhung

Allerdings agieren Fed und  PBoC aus unterschiedlichen Motivationslagen. Die Ankündigung der Fed im Juni, die ultralockere Geldpolitik bei guter wirtschaftlicher Entwicklung graduell zurückzufahren, kommt einer Leitzinserhöhung in einem Wirtschaftsaufschwung gleich. Aktien dürften noch weiter korrigieren: 2004 etwa verlor der S&P-500-Index nach der ersten Zinserhöhung über fünf Wochen knapp sieben Prozent.

Neue Impulse hingegen könnte bereits das Fed-Sitzungsprotokoll am 10. Juli geben sowie die bald beginnende Berichtssaison. Sollten die Firmendaten den Aufschwung bestätigen, wäre ein neuer Aufwärtsschub für US-Aktien wahrscheinlich.

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Abwärtsspirale in Emerging Markets?

Die mit Bernankes "Bremsmanöver" einhergehenden steigenden Renditen für US-Staatsanleihen drohen allerdings in den Emerging Markets eine Abwärtsspirale auszulösen: Bei steigenden Zinsen lösen US-Anleger ihre zuvor eingegangenen, risikoreicheren Positionen in den aufstrebenden Wirtschafts- und Währungsräumen auf. Denn sie sind nun im Vergleich zu den in den USA mit weniger Risiko zu erwirtschaftenden Renditen nicht mehr attraktiv genug. Banken in den Schwellenländern fehlt somit das internationale Kapital bei der lokalen Kreditvergabe, was die Realwirtschaft ausbremst und zu weiteren Kapitalabflüssen führen könnte.

Chinas Straffungspläne dagegen sollen das Schattenbankensystem austrocknen. Private Kreditanbieter, die riskante Investitionen zu hohen Konditionen finanzieren und diese als Vermögensverwaltungsprodukte weitervertreiben, haben das geschrumpfte Kreditvolumen der Staatsbanken in den letzten Jahren überkompensiert. Laut JPMorgan belaufen sich die ausstehenden Ausleihungen der Schattenbanken auf 36 Billionen Yuan, was 69 Prozent der chinesischen Wirtschaftsleistung entspricht.

Nur systemrelevante China-Banken bekommen Geld

Um die damit entstandenen Risiken einzudämmen, lässt Chinas Führung über die PBoC nur noch systemrelevante Banken mit Liquidität versorgen. Ein geringeres Kreditwachstum und Kreditausfälle werden sich früher oder später in den chinesischen Konjunkturdaten niederschlagen. Dabei wird das stark gewachsene Segment der Unternehmensanleihen in Mitleidenschaft gezogen. Auch die in Deutschland so beliebten "Dim-Sum-Bonds", Mischprodukte aus Staats- und Firmenanleihen, werden unter Druck geraten, zumal China bei schwächerem Wachstum nicht mehr an einem aufwertenden Yuan interessiert sein wird.

Chinesische Unternehmensanleihen: Dim-Sum-Bonds kennen bislang nur eine Richtung - wie lange noch? (Quelle: Thomson Reuters Datastream/ Alpari)Dim-Sum-Bonds kennen bislang nur eine Richtung (Quelle: Thomson Reuters Datastream/ Alpari) Letztlich zielen die Aktionen von Fed und PBoC auf eine Normalisierung ihrer Volkswirtschaften ab. In den USA dürfte es bei Aktien nach ausgestandener Korrektur einen Aufwärtsschub in Richtung Jahreshoch geben. In China dominieren Abwärtsrisiken. Beide Straffungspläne werden jedoch die Emerging Markets und die Weltwirtschaft belasten.

Jörg Rohmann, Chefanalyst bei Alpari DE (Quelle: Alpari DE)Jörg Rohmann, Chefanalyst bei Alpari DE Infos zur Person: Jörg Rohmann ist Chefanalyst bei Alpari DE. Er verfügt über eine langjährige Berufserfahrung in Makro- und technischer Analyse der Finanzmärkte. Als passionierter Trader hält er Webinare und erstellt technische Analysen sowie Marktkommentare im Alpari Newsroom. 

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