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Exportschlager: Milch schlägt Bier

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Exportschlager: Milch schlägt Bier

03.07.2013, 17:43 Uhr | t-online.de, dpa

Exportschlager: Milch schlägt Bier . Käsezubereitung in einer Molkerei (Quelle: picture alliance / dpa)

Käsezubereitung in einer Molkerei (Quelle: picture alliance / dpa)

Deutschland ist für sein Bier weltweit bekannt, doch der heimliche Exportstar unter den Lebensmitteln ist Milch. Von den rund 30 Millionen Tonnen, die die Molkereien pro Jahr verarbeiten, fließt fast die Hälfte in Exportprodukte. Besonders gefragt ist Käse. Von solch hohen Exportraten kann die deutsche Brauwirtschaft nur träumen.

Heimatmarkt schrumpft

Fast jeder zweite Liter Milch, den die Landwirte in Deutschland melken, wird in Form von Milchprodukten wie Käse, Kondensmilch, Butter oder Milchpulver ins Ausland verkauft. Im Vergleich dazu wird bei deutschem Bier nur etwa jeder sechste Liter exportiert. Produziert werden etwa 9,5 Millionen Tonnen des Gebräus pro Jahr.

Die großen Molkereien investieren kräftig, kleinere Molkereien suchen ihre Nische in einer Spezialisierung. Denn wie die Bierhersteller müssen sich auch die Milchverarbeiter auf eine weiter schrumpfende Bevölkerung im deutschen Heimatmarkt einstellen.

Deutsche Milch für die Welt

Käse für Europa, Butter für Nordafrika und Babynahrung für Asien - die Exportgeschäfte nehmen immer größere Ausmaße an. Selbst deutsche H-Milch ist im Ausland gefragt. Milch-Packungen werden per Container beispielsweise nach China verschifft, berichtete die Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW in Kerken am Niederrhein. "Das liegt an der Nachfrage nach hoher Qualität", schilderte ihr Geschäftsführer Rudolf Schmidt.

Die Transportkosten nach Asien stellten keine hohe Hürde da. Der Transport einer Milchpackung von München nach Hamburg koste schätzungsweise 3,7 Cent je Liter. Von Hamburg nach Shanghai seien es per Schiff nur 0,7 Cent je Liter.

Westliche Produkte stehen für Qualität

Deutlich sichtbar wurde die hohe Auslandsfrage in den vergangenen Monaten, als hierzulande ein bestimmtes Baby-Milchpulver zeitweise vergriffen war. Nicht nur bei chinesischen Kunden stehen solche Produkte hoch im Kurs, auch in Vorderasien und Nordafrika greifen Konsumenten der Mittelschicht auf westliche Produkte zurück.

Auf die steigende Auslandsnachfrage stellt sich unter anderem der größte deutsche Milchvermarkter DMK ein, zu dem Humana gehört. Von den 180 Millionen Euro Gesamtinvestitionen, die das DMK in diesem Jahr ausgibt, ist ein Teilbetrag für den Ausbau der Produktion von Babynahrung reserviert, sagte DMK-Vorstand Wilhelm Brüggemeier.

Den Molkereien geht es um eine möglichst hohe Wertschöpfung. "Wir verkaufen Inhaltsstoffe", sagte Hans Stöcker, Vorstand von FrieslandCampina. Als ein Beispiel nannte er Molke, die als ein Grundstoff für Kindernahrung genutzt werde.

Käse ein Exportschlager

Großer Exportschlager der deutschen Milchwirtschaft ist Käse, dessen Hauptabnehmer in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres Kunden in Italien, den Niederlanden, Österreich und Frankreich waren, wie aus einer Analyse der ZMB Zentrale Milchmarkt Berichterstattung GmbH hervorgeht. Nach ihren Berechnungen umfasst der Käseexport mehr als eine Million Tonnen pro Jahr. Auch der Export von Milch insgesamt sei gewachsen.

Wetter verursacht Schwankungen bei der Nachfrage

Der Weltmarkt bietet der Milchindustrie aber nicht nur Chancen. Unwetter und Missernten sorgten immer wieder für große Schwankungen bei der Nachfrage, deshalb sollten die Molkereien breitgefächert aufgestellt sein mit ihren Produkten und ihren Absatzregionen, sagte Experte Schmidt.

"Das Risiko Export ist mit dem Inland vergleichbar", sagte DMK-Vorstand Brüggemeier. Im Inland stünden den Molkereien relativ wenige großen Lebensmittelhändler gegenüber. Das DMK eröffnete 2012 eine Vertriebsniederlassung in Shanghai, in diesem Jahr sollen Niederlassungen in Moskau und Madrid hinzukommen. Die DMK-Produkte werden bereits in mehr als 100 Ländern vermarktet.

Kosten steigen massiv an

Die zumeist genossenschaftlich organisierten Molkereien stehen auch unter dem Druck, den Milchbauern möglichst viel Geld zahlen zu können. Der durchschnittliche Auszahlungspreis wird in Nordrhein- Westfalen 2013 nach Schätzung der Landesvereinigung voraussichtlich auf 35 bis 36 Cent je Kilogramm Rohmilch steigen. Das wären über zehn Prozent mehr als 2012. Allerdings kletterten auch die Kosten der Landwirte für Strom und Futtermittel massiv, heißt es.

Binnen fünf Jahren gaben laut ZMB fast 20.000 Milchkuhhalter in Deutschland auf. Das war jeder Fünfte. Nun sind es noch knapp 81.000. Das Aufkommen an Milch geht nicht zurück, weil die Zahl der Kühe pro Betrieb steigt.

Export bei Bier steigt ebenfalls

Aber auch die deutsche Brauwirtschaft freut sich über steigende Exportgeschäfte. Der Anteil des Bierausstoßes, der ins Ausland ging, stieg von 10,3 Prozent 2002 auf 16,2 Prozent 2012. Vor allem in den europäischen Ländern war deutsches Bier gefragt. Nach China ging 2012 eine Biermenge, die für knapp sieben Millionen Bierkästen reicht.

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