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Firmenpleiten in Deutschland steigen: tausende Jobs gefährdet

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Firmenpleiten in Deutschland nehmen wieder zu

05.07.2013, 08:22 Uhr | rtr, dpa

Firmenpleiten in Deutschland steigen: tausende Jobs gefährdet. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen gerieten in finanzielle Schwierigkeiten (Quelle: Archiv)

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen gerieten in finanzielle Schwierigkeiten (Quelle: Archiv)

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im ersten Halbjahr um 3,4 Prozent auf 15.430 gestiegen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen seien ins wirtschaftliche Abseits geraten, berichtete die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in Neuss. Private Verbraucherinsolvenzen sind dagegen rückläufig.

Großunternehmen nicht betroffen

Spektakuläre Pleiten von Großunternehmen habe es in diesem Jahr dagegen bislang nicht gegeben, sagte ein Sprecher. Für das Gesamtjahr 2013 rechnet Creditreform mit einem leichten Anstieg der Firmeninsolvenzen gegenüber dem Vorjahr auf 30.000 bis 31.000. Das ist seit dem Rezessionsjahr 2009 wieder einen Anstieg der Pleiten und ein Zuwachs zwischen sechs und knapp zehn Prozent.

Grund sei die Konjunkturschwäche im Winterhalbjahr 2012/13 und als Sondereffekt das Hochwasser im Süden und Osten. "Das wird sich bemerkbar machen." Im vorigen Jahr waren die Insolvenzen noch um sechs Prozent auf den tiefsten Stand seit 2000 gesunken.

Tausende Jobs gefährdet

Das Aus für ein Unternehmen bedeutet oftmals auch Arbeitslosigkeit für die Angestellten. Durch die Insolvenz ihres Arbeitgebers waren insgesamt 148.000 Beschäftigte bedroht. Mit einem tatsächlichen Verlust des Arbeitsplatzes müssten vor allem Mitarbeiter in kleineren Unternehmen rechnen, während in größeren Betrieben häufig Lösungen zum Erhalt der Stellen gefunden werden könnten, so der Sprecher.

Rückgang bei Verbraucherinsolvenzen

Private Verbraucherinsolvenzen gingen dagegen im ersten Halbjahr um 4,2 Prozent auf 47.930 zurück. Für 2013 erwartet Creditreform-Chefökonom Michael Bretz rund 100.000 private Pleiten und damit in etwa so viele wie im vergangenen Jahr. Tatsächlich sei jedoch damit zu rechnen, dass mehr als sechs Millionen Erwachsene in Deutschland überschuldet seien.

Den durch Insolvenzen entstandenen volkswirtschaftlichen Schaden bezifferte Creditreform für das erste Halbjahr auf 16,5 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr wird mit rund 33 Milliarden Euro gerechnet.

Nordrhein-Westfalen mit meisten Insolvenzen

Insolvenzhochburg unter den Bundesländern bleibt Nordrhein-Westfalen mit 172 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen. Die niedrigste Quote weist dagegen Baden-Württemberg auf mit 53 Insolvenzen. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 96.

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