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Gastkolumne: Was die Krisenländer Anlegern zu bieten haben

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Urlaubsfeeling im Depot: Was die Reiseländer Anlegern zu bieten haben

09.07.2013, 16:41 Uhr | von Tina Kirchner, Genius Finanzmanufaktur, t-online.de

Tina Kirchner, Geschäftsführerin der Genius Finanzmanufaktur GmbH. (Quelle: privat )Tina Kirchner, Genius Finanzmanufaktur (Quelle: privat ) Nach dem langen Winter und im Anschluss sintflutartigen Regenfällen sehnen sich viele Deutsche nach Sonne, Strand und Meer. Sie zieht es in Urlaubsländer mit Sommergarantie wie Italien, Spanien, Portugal, Kroatien, Griechenland oder in die Türkei. Außerhalb der Urlaubszeit machen diese Länder eher anderweitig Schlagzeilen. Die beliebtesten Destinationen der Bürger sind Krisenländer – die meisten wirtschaftlich, die Türkei zumindest in den letzten Wochen eher politisch.

So schön der Urlaub in dem jeweiligen Land ist, die wirtschaftliche Realität gemessen an der Staatsverschuldung, dem Wirtschaftswachstum oder der Wettbewerbs- und Gewinnsituation der Unternehmen sieht oft ganz anders aus. Wer nun auf die Idee kommt, sein Urlaubsfeeling auf sein Depot zu übertragen, sei es in festverzinslichen Anleihen oder gar Aktien, sollte sich die Länder genau anschauen.

Die Staatsverschuldung in Italien und Spanien ist nach wie vor sehr hoch, die wirtschaftlichen Rahmendaten sind sehr besorgniserregend: Die Arbeitslosenquote in Spanien beträgt über 25 Prozent. Italienische und spanische Staatsanleihen sowie Aktien aus der Finanzbranche kommen daher momentan als Investment nicht in Frage. Global aufgestellte Unternehmen mit einem günstigen Kurs-Gewinn-Verhältnis sind die bessere Wahl. Hier sind, je nach persönlicher Risikoneigung, beispielsweise Aktien oder Anleihen von Telefonica, Repsol, oder Eni vorstellbar.

Aktuell taucht Portugal aufgrund der Regierungskrise wieder in den Schlagzeilen auf. Die schwere Wirtschaftskrise könnte jetzt zu Neuwahlen führen und ob dann der von der Europäischen Union (EU) und dem Internationalen Währungsfonds vorgezeichnete Sparplan weiter aufrecht gehalten werden kann, ist unsicher. Deshalb ist Portugal kein Anlageziel, auch wenn die Renditen im 10-jährigen Anleihebereich wieder bei über acht Prozent liegen.

Griechenland ist ein wunderbares Urlaubsland mit sehr gastfreundlichen Menschen. Leider ist der Tourismus fast die einzige Einnahmequelle in dem stark gebeutelten Land. Deswegen sind sowohl bei Aktien als auch bei Unternehmensanleihen derzeit die Risiken wesentlich höher als die möglichen Gewinnchancen.

Kroatien als neues EU-Beitrittsland benötigt schon heute finanzielle Hilfen der EU. Eine schwache Volkswirtschaft, eine hohe Staatsverschuldung sowie ein zusätzliches Währungsrisiko drängen derzeit nicht zu einem Investment.

Die Türkei macht im Moment durch politische Schlagzeilen negativ auf sich aufmerksam. Seit Beginn der Unruhen hat der türkische Aktienindex schon mehr als 20 Prozent von seinem diesjährigen Höchststand verloren. Die Wirtschaft jedoch boomt und profitiert gleich in zweierlei Hinsicht: Die Nähe zu den arabischen Ländern generiert hohe Auftragseingänge. Für uns Europäer ist die Türkei mit ihrer kulturellen Vielfalt und ihren Absatzmärkten als Handelspartner sehr interessant. Der türkische Aktienindex ist mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von circa 10 im europäischen Vergleich sehr günstig. Sobald die Unruhen wieder abgeklungen sind, wird die Türkei für chancenorientierte Anleger interessant. Das Währungsrisiko und die Inflationsrate von über sechs Prozent sollte der Türkei-Anleger jedoch nicht außer Acht lassen.

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Wer auf Sonne und Strand verzichten kann, den zieht es im Urlaub in die Berge. Und auch diese Urlaubsländer bieten Investment-Chancen.

Die Schweiz ist als Anlageziel vor allem für Aktieninvestments bekannt, denn landestypische Anleihen gibt es kaum. Dafür genießen viele Unternehmen des Schweizer Aktienindex weltweit einen sehr guten Ruf und sind nicht zuletzt wegen des Schweizer Frankens als Weltreservewährung stark nachgefragt. Davon profitieren beispielsweise Unternehmen wie Roche, Nestle, Novartis, Richemont und Syngenta. Der Schweizer Aktienindex gehört zu den Top-Performern in Europa. Korrekturphasen - wie zuletzt - sollten zum Einstieg genutzt werden.

Bleibt noch Österreich. Aufgrund der geringen Marktkapitalisierung der Unternehmen und der niedrigen Börsenumsätze beim Aktienindex ATX sind unsere Nachbarn weniger im Fokus globaler Anleger. Viele österreichische Unternehmen, seien sie aus der Finanz-, Bau- oder Stahlbranche, leiden unter der schwachen europäischen Konjunktur. So läuft der österreichische Aktienindex dem deutschen weiter hinterher, obwohl er mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 wesentlich günstiger bewertet ist. Ein Hoffnungsschimmer bleibt: Sobald sich die Konjunktur in Europa wieder bessert, dürfte auch Österreich zu einer Aufholjagd starten.

So schön die genannten Länder in den schönsten Wochen des Jahres auch sein mögen - Urlaubsfeeling stellt sich im Depot nur eingeschränkt ein. Mein Tipp: Genießen Sie den Sommer unabhängig von Ihrer Geldanlage.

Die Autorin, Tina Kirchner, ist Geschäftsführerin der Genius Finanzmanufaktur GmbH. Sie verfügt über eine mehr als 20-jährige Erfahrung im Bereich der Geldanlage und der Vermögensverwaltung. In Groß- und Privatbanken sowie bei unabhängigen Vermögensverwaltern managte sie Einzel-Depots im Rahmen diskretionärer Mandate, implementiert Absolute-Return-Ansätze und war an der Auflage vermögensverwaltend gemanagter Fonds beteiligt. 

-- Die Meinung von Gastautoren ist unabhängig von der Meinung der Redaktion von t-online.de. --

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