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Gast-Kolumne: Japan im Stimmungshoch - breiter Markt stabil

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Asien-Börsen  

Japan im Stimmungshoch - breiter Markt stabil

06.11.2013, 10:04 Uhr | von Ekkehard Wiek für T-Online.de, t-online.de

Gast-Kolumne: Japan im Stimmungshoch - breiter Markt stabil . Gute Aussichten für Japans Börse  (Quelle: Reuters)

Gute Aussichten für Japans Börse (Quelle: Reuters)

Die schlechtesten Filme sind die, bei denen der Ausgang des Showdowns schon kurz nach Beginn vorhersagbar ist. Solcherlei dramaturgische Magerkost bot der US-Kongress Mitte des Monats bei dem erneut aufgeführten Schauspiel um die Erhöhung der amerikanischen Schuldengrenze.

Der sogenannte Government Shutdown war schon fast zwei Wochen in Kraft und hatte weite Teile der US-Verwaltung lahmgelegt, als die Chefs der großen internationalen Bankhäuser noch einmal eindringlich vor den Folgen eines amerikanischen Zahlungsausfalls warnten. Anshu Jain, Co-Chef der Deutschen Bank, fand die drastischsten Worte: "Es gibt ein Leben nach dem Shutdown, aber es gibt kein Leben nach dem US-Staatsbankrott mehr."

Es war daher umso befremdlicher zu beobachten, mit welcher Nonchalance der radikalisierte Flügel der Republikaner bis zur letzten Minute mit dem eigenen Selbstmord und dem Zusammenbruch des Weltfinanzsystems drohte. Nach dem endlich gefundenen Kompromiss droht nun eine Fortsetzung des Dramas zu Beginn des kommenden Jahres.

Wie fast überall war der US-Haushaltsstreit auch in Asien in den ersten beiden Wochen des Oktobers das bestimmende Thema an den Börsen. Die Anleger übten sich weitgehend in Zurückhaltung und die großen Indizes bewegten sich seitwärts/abwärts. Das änderte sich erst, als kurz vor dem Erreichen der Schuldenobergrenze am 17. Oktober die Möglichkeit einer Einigung zwischen Demokraten und Republikanern erkennbar wurde.

Gute Stimmung in Japan

Japan, mit einem Anstieg von rund 30 Prozent der nach wie vor stärkste Markt, machte sich in der Folge erneut auf, die 15.000 Indexpunkte-Marke im Leitindex Nikkei 225 zu knacken. Zweimal, im Juli und im September, war der Nikkei bereits an dieser Hürde gescheitert. Erst bei einer nachhaltigen Überwindung dieser Marke wäre der Weg frei für weitere Kursgewinne, ansonsten müsste man von einer Fortsetzung des seit Mai bestehenden Konsolidierungstrends ausgehen.

Dabei spricht derzeit eine ganze Reihe von günstigen Makrodaten für eine Fortsetzung der japanischen Sonderkonjunktur, wie aus dem aktuellen Wirtschaftsbericht der Bank of Japan, dem sogenannten Tankan Bericht, hervorgeht. Das Geschäftsklima ist auf dem höchsten Niveau seit 2007, die Lagebeurteilung in der Wirtschaft ist das dritte Quartal in Folge weit über den Erwartungen gestiegen und auch für kommende Monate sind die japanischen Unternehmen optimistisch.

Sorgen bereitet nach wie vor der private Konsum, der 1,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegt. Auch die Reallöhne gaben im Vorjahresvergleich um 0,9 Prozent nach. Dem wirtschaftspolitischen Kernziel, der Deflationsbekämpfung, kommen die Regierung Abe und die Notenbank daher nur näher, wenn es gelingt, Einkommen und Konsumneigung zu stärken.

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Etwas Licht am Horizont in China

Weiter leicht aufgehellt hat sich die Lage in China. Der HSBC-Einkaufsmanagerindex weist einen Stand von 50,2 Punkten aus, ein Wert, der eine Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivität signalisiert, wenn auch auf niedrigem Niveau. Die Befürchtung, die bereits abgesenkte BIP-Wachstumsprognose von 7,5 Prozent könnte sogar noch unterschritten werden, dürfte daher nicht eintreffen. Die Parteiführung setzt jedenfalls wieder verstärkt auf wachstumsfördernde Maßnahmen. In der Region Shanghai soll eine Freihandelszone entstehen, Steuererleichterungen und der vereinfachte Marktzugang für ausländische Banken sollen weitere Impulse setzen.

Nachdem sich ein Investment in die marktbreiten chinesischen Indizes in den letzten drei Jahren für Investoren nicht gelohnt haben dürfte, sind mittlerweile wieder einzelne Branchen und Unternehmen mit einer vielversprechend niedrigen Marktbewertung auszumachen. Privatinvestoren sollten jedoch gerade in China nach wie vor vorsichtig sein, da die Corporate Governance nicht immer westlichen Maßstäben entspricht.

Viele Randmärkte in guter Verfassung

Im breiten asiatisch-pazifischen Markt herrscht weiter vorsichtiger Optimismus. Die Märkte in Malaysia, Hongkong, Korea, Australien und Neuseeland haben sich trotz der immer wieder aufflackernden Euro-Schuldenkrise und trotz der US-Haushaltsstreitigkeiten erstaunlich stabil gehalten und notieren auf oder in der Nähe von zum Teil langjährigen Höchstständen. Wenn weiteres politisches Störfeuer ausbleibt und sich die Nervosität der Anleger legt, dann dürften sich die Kurse auf diesen Märkten weiter positiv entwickeln.

Vermögensverwalter Ekkehard Wiek, W&M Wealth Managers (Asia) (Quelle: V-Bank)Ekkehard Wiek, W&M Wealth Managers (Asia) (Quelle: V-Bank)

Der Autor, Ekkehard Wiek, ist Vermögensverwalter und Fondsmanager der W&M Wealth Managers (Asia) Ltd. in Singapur mit deutschen Wurzeln. Im Jahr 2007 hat er seinen Wohn- und Geschäftssitz nach Singapur verlegt. Wiek verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Beratung und Betreuung vermögender Privatkunden und Investoren sowie über 25 Jahre Erfahrung an den asiatischen Märkten.

-- Die Meinung von Gastautoren ist unabhängig von der Meinung der Redaktion von t-online.de. --

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