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Börsen-Legende Carl Icahn warnt vor dem Crash

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Blasenangst  

Börsen-Legende Carl Icahn warnt vor dem Crash

19.11.2013, 17:34 Uhr | rtr, t-online.de

Börsen-Legende Carl Icahn warnt vor dem Crash. Carl Icahn ist der Schrecken vieler Konzerne (Quelle: Reuters)

Carl Icahn ist der Schrecken vieler Konzerne (Quelle: Reuters)

Crash-Warnung zum Allzeithoch: Der an den Börsen viel beachtete US-Großinvestor Carl Icahn warnt vor einem Absturz der Aktienmärkte. Der 77-jährige Milliardär sieht deutliche Anzeichen für eine Blase, die zerplatzen könnte: "Ich will es mal ganz einfach so sagen, viele Zahlen sind eine Fata Morgana", mahnte Icahn bei dem von Reuters organisierten Global Investment Outlook Summit in New York. Gerade hatte der Dow Jones erstmals die Marke von 16.000 Zählern geknackt.

Icahn fürchtet die Niedrigzins-Blase

Zu den Bilanzen sagte Icahn: "Sie beruhen nicht darauf, dass die Firmen gut geführt werden, sondern sie werden von den niedrigen Kreditzinsen befeuert." Icahn stellt sich damit gegen andere Börsen-Auguren, die Aktien angesichts der Niedrigzinsen weiter als die lukrativste Anlage ansehen. Wie viele Profi-Anleger setzt auch die US-Investorenlegende immer mal wieder auf fallende Kurse.

Er sei derzeit bei Aktien sehr vorsichtig, betonte der Investor. "Der Markt könnte leicht vor einem großen Einbruch stehen." Die seit Monaten steigenden Kurse würden von Aktienrückkaufprogrammen in die Höhe getrieben, nicht durch die Rentabilität der Firmen.

Rekordjagd an den Börsen

Die Leitindizes DAX, Dow Jones Industrial und S&P-500 haben seit Jahresbeginn jeweils mehr als 20 Prozent zugelegt und sind in den vergangenen Wochen von Rekordhoch zu Rekordhoch geeilt.

Icahn ist als Unternehmens-Schreck bekannt, weil er sich nach einem Einstieg oft aktiv in Strategiefragen einmischt und wie bei Apple auch den Konflikt mit dem Management nicht scheut. Ziel ist stets, den Kurs zu erhöhen oder Ausschüttungen zu bewirken. Im Schnitt erwirtschafteten aktivistische Fonds - das sind Investmentfirmen, die sich im Gegensatz zu stillen Aktionären einmischen - wie die des Milliardärs zuletzt fast doppelt so viel Rendite wie andere Hedge Fonds.

Deutsche Fondsgesellschaften gelassen

Anders als Icahn sehen die Finanzmarkt-Experten der Vermögensverwalter Allianz Global Investors und Deka keine Crash-Gefahr, auch wenn sie ebenfalls auf Risiken der ultra-lockeren Geldpolitik der großen Notenbanken hinweisen. Anlegern bleibe aber kaum etwas anderes übrig als Aktien, da wegen der Mini-Zinsen bei den meisten Staatsanleihen wenig zu holen sei.

Außerdem könne 2014 mit einem weiteren Wachstum der Weltwirtschaft gerechnet werden, sagte Frank Hagenstein, Chef-Anlagestratege der Deka. Insbesondere die südeuropäischen Krisenländer erholten sich.

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Anleger sollten eher auf europäische Werte setzen, empfahl er. Deutsche Aktien seien in den vergangenen Monaten bereits gut gelaufen. Die Fondstochter der Sparkassen hält bei europäischen Titeln im kommenden Jahr ein Kursplus von bis zu 15 Prozent für möglich.

Andreas Utermann, der bei Allianz Global Investors die Investitionsentscheidungen verantwortet, hält Kursrückschläge zwar jederzeit für möglich. Sie seien voraussichtlich aber nur von kurzer Dauer und für Investoren eine Gelegenheit zum Einstieg.

Nervosität an den Börsen

Die Warnung vor einem Crash sorgte weltweit für Unruhe an den Aktienbörsen. In Asien, Europa und auch in den USA setzten die Kurse zurück. Icahn gilt als einer der mächtigsten aktivistischen Investoren weltweit.

Die Aktien der Unternehmen, bei denen ein Icahn-Vertreter im Kontrollgremium sitze, hätten Renditen von bis zu 28 Prozent erzielt, betonte der Investor. Davon hätten auch die anderen Anleger profitiert.

Icahn drängt Apple

Icahn gilt als Vorbild für den Film-Investor Gordon Gekko im Film Wall Street. Den berühmten Satz "Want a friend – get a dog" (Wenn Du einen Freund brauchst, lege dir einen Hund zu“, soll Icahn angeblich zu einem Mitarbeiter der von ihm gekauften Fluggesellschaft TWA gesagt haben.

Er signalisierte zudem, dass er seinen Kampf bei Apple nicht aufgeben wolle. Icahn fordert, dass der US-Technologiekonzern einen Teil seiner Milliardenbestände über Aktienrückkäufe an die Aktionäre ausschüttet. "Apple ist keine Bank und sollte nicht wie eine Bank geführt werden, weil die Anleger ihr Geld nicht in eine Bank investiert haben." Der IT-Riese will dem bisher nicht nachkommen.

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