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"Working Poor": Jeder 10. Hauptverdiener ist von Armut bedroht

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Vollzeitjob reicht nicht  

Jede dritte Kellnerin ist von Armut bedroht

25.11.2013, 11:11 Uhr | jbü, t-online.de

"Working Poor": Jeder 10. Hauptverdiener ist von Armut bedroht. Immer freundlich bleiben trotz prekärer Lage: Im Gastgewerbe ist laut WSI jeder Dritte von Armut bedroht (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Immer freundlich bleiben trotz prekärer Lage: Im Gastgewerbe ist laut WSI jeder Dritte von Armut bedroht (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Zahl der Deutschen, die als arm gelten, steigt. Und sie bedroht nicht nur Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen. Eine Analyse des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) kommt zu dem Ergebnis: Fast jeder zehnte Hauptverdiener ist gefährdet, in die Armut abzurutschen. Besonders schlimm steht es um die Jobs im Gastgewerbe.

In einer Mitteilung des WSI heißt es, dieses Ergebnis entkräfte die These mancher Ökonomen, dass niedrige Löhne kein Problem seien, da aus ihnen meist nur der kleinere Teil des Haushaltseinkommens gewonnen werde. Vielmehr hätten im vergangenen Jahr 9,5 Prozent der Hauptverdiener weniger als 60 Prozent des mittleren, bedarfsgewichteten Einkommens erhalten.

Armutsrisiko trifft auch Familienernährer

"Die Zahlen legen nahe, dass Arbeitsarmut auch unter Familienernährern und ihren Familien ein Problem ist", sagte der WSI-Sozialforscher Eric Seil. Dabei schwanke das Armutsrisiko je nach Branche stark.

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Mit drei Prozent sehr gering ist der Anteil der Gefährdeten in der Energie-, Banken- und Versicherungsbranche. Der gleiche Anteil ergibt sich auch für die öffentliche Verwaltung, die chemische Industrie oder den Fahrzeug- und Maschinenbau. Bei Künstler und sozialen Berufen fallen schon 20 Prozent in die Kategorie "armutsgefährdet". Den höchsten Stand verzeichnet das Gastgewerbe: Jeder Dritte (35,8 Prozent), der hier in Vollzeit arbeitet, läuft Gefahr, finanziell abzurutschen.

Modellfall 1: Café-Bedienung im Westen

Dem WSI zufolge würde dieses Problem nicht einmal durch einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro behoben. Die Experten belegen dies am Beispiel einer ungelernten Café-Bedienung im nordrhein-westfälischen Hamm. Bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 8,56 Euro ergibt sich bei 37,3 Wochenstunden ein Bruttoverdienst von 1388 Euro.

Weiter geht der Modellfall davon aus, dass der Ehemann kein Einkommen erwirtschaftet und eine 14 Jahre alte Tochter zu versorgen ist. Die Armutsschwelle für diesen Haushaltstyp liegt bei 1738 Euro. Selbst mit Kinder- und Wohngeld verbleiben netto aber nur 1374 Euro. Das liegt sogar unter dem Bedarf nach dem Sozialgesetzbuch II, die Frau muss daher ihren Lohn mit Hartz-IV-Leistungen aufstocken.

Modellfall 2: Karosseriebauer im Osten

Ein zweites Beispiel: Ein angelernter Karosseriebauer aus Nordsachsen erhält einen Nettoverdienst von 1398 Euro. Der verheiratete Vater zweier Kinder kommt durch Kinder- und Wohngeld auf 1881 Euro. Das verschafft der Familie Anspruch auf Grundsicherung. Selbst dann liege das Haushaltseinkommen aber nur bei 2027 Euro, die Armutsrisiko-Schwelle dagegen bei 2173 Euro.

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Angesichts solcher Fälle sei ein Mindestlohn zwar "ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung", sagte Seils. Um das Problem der Arbeitsarmut zu lösen, müssten zusätzlich aber die Reallöhne der unteren Einkommen steigen.

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