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Börse: Immer weniger Aktionäre in Deutschland

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Chancen bleiben ungenutzt  

Immer weniger Aktionäre in Deutschland

05.03.2014, 13:47 Uhr | dpa

Die Aktienbörsen rund um den Globus boomen seit Jahren. Zweistellige Prozentgewinne in den großen Indizes waren keine Seltenheit, wenn auch gelegentlich "Störfeuer" dazwischenfunkten. Doch an Deutschlands Privatanlegern gingen die satten Rendite-Töpfe weitgehend vorbei. Gut 600.000 Sparer haben den Börsen 2013 sogar den Rücken gekehrt. Das Aktieninstitut beobachtet die Entwicklung mit wachsender Sorge und warnt vor den Folgen für die Altersvorsorge.

Immer weniger Deutsche legen ihr Geld in Aktien an. Trotz des Börsenbooms trennten sich allein im vergangenen Jahr rund 600.000 Menschen von ihren Aktien oder Aktienfonds, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) mitteilte. Damit seien nur noch 8,9 Millionen Deutsche direkt oder indirekt in Aktien engagiert. Ihr Anteil an der Bevölkerung sank den Angaben zufolge von 14,7 Prozent im Vorjahr auf 13,8 Prozent.

Anleger verzichten auf langfristig stabile Rendite

DAI-Chefin Christine Bortenlänger beobachtet die Abkehr von den Börsen mit Sorge: "Ohne Aktien verzichten Anleger auf eine langfristig stabile Rendite über der Inflationsrate und damit auf die Chance, höhere Sparerfolge zu erzielen." Zumal Sparprodukte wie Tages- oder Termingeld wegen des extrem niedrigen Zinsniveaus derzeit inflationsbereinigt Verlustgeschäfte sind. Hingegen herrschte an den Börsen 2013 Partystimmung: Der DAX legte um 25 Prozent zu.

Rückzug vor allem aus Fonds

Dennoch haben nach den DAI-Zahlen seit 2001 rund 3,9 Millionen Menschen Aktien oder Aktienfonds den Rücken gekehrt - und damit fast jeder dritte Anleger. Im vergangenen Jahr zogen sich die Deutschen allerdings allein aus den Fonds zurück, während die Zahl der Deutschen, die Geld direkt in Aktien anlegen, recht stabil blieb. Wie im Vorjahr haben demnach 4,6 Millionen Anleger Aktien in ihren Depots - das sind 7,1 Prozent der Bevölkerung.

Vor allem jüngere Sparer machen Bogen um Börse

Als dramatisch bezeichnete Bortenlänger, dass vor allem immer mehr jüngere Menschen um die Anteilsscheine einen großen Bogen machen: Waren 2001 noch 17,5 Prozent der 20- bis 29-Jährigen in Aktien oder -Fonds investiert, sind es heute nur noch 8,7 Prozent.

Das bedeute, dass die junge Generation möglicherweise in großem Stil falsch spare und damit auf eine Sicherung des Lebensstandards im Alter verzichte, warnte Bortenlänger: "Das können und dürfen wir als Gesellschaft nicht hinnehmen."

Defizite in der "ökonomischen Allgemeinbildung"

Der stetige Rückgang der Aktionärszahlen sei sowohl eine Folge von schlechten persönlichen Erfahrungen als auch von falschen Rahmenbedingungen. Daher müsse die Politik gegensteuern: "Angefangen von den steuerlichen Rahmenbedingungen, über immer höheren Hürden der Aktienberatung bis hin zu Defiziten in der ökonomischen Allgemeinbildung: Alles muss auf den Prüfstand, um die Menschen wieder stärker für die Aktie zu begeistern."

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