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Amazon drängt auf niedrigere E-Book-Preise

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Verlage beklagen Schikanen  

Amazon drängt auf niedrigere E-Book-Preise

31.07.2014, 06:40 Uhr | dpa, t-online.de

Amazon drängt auf niedrigere E-Book-Preise. Mit Schikanen will Amazon den Verlagen seine Preisvorstellungen aufdrücken. (Quelle: dpa)

Mit Schikanen will Amazon den Verlagen seine Preisvorstellungen aufdrücken. (Quelle: dpa)

Amazon rechtfertigt seine unnachgiebige Position im Streit um die E-Book-Preise. Wenn digitale Bücher günstiger seien, würde das mehr Leser bringen und damit letztlich mehr Geld. E-Books können und sollten günstiger als gedruckte Bücher sein, erklärte Amazon in einer Stellungnahme zum aktuellen Streit mit dem Verlag Hachette. Um sein Ziel durchzusetzen, setzt der weltgrößte Online-Händler die Verlage unter Druck. Über das Thema wird auch in Deutschland gestritten.

In den vergangenen Wochen verhandelten die beiden Unternehmen über einen neuen E-Book-Deal. Während dieser Zeit waren gedruckte Titel von Hachette bei Amazon zeitweise nur mit langen Lieferzeiten bestellbar oder gar nicht mehr verfügbar. Kritiker warfen dem Internet-Riesen eine rabiate Verhandlungstaktik vor. Einen ähnlichen Streit um die Preise für E-Books gibt es in Deutschland. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels beschwerte sich beim Bundeskartellamt über den Online-Händler. Amazon wies den Vorwurf zurück, im Zuge von Verhandlungen die Auslieferung gedruckter Bücher der Verlagsgruppe Bonnier (Ullstein, Piper, Carlsen) zu verzögern.

E-Book-Preise "ungerechtfertigt"

In den USA kritisierte Amazon nun, E-Book-Preise von knapp 15 oder 20 Dollar (das entspricht zwischen elf und 15 Euro) seien angesichts der geringeren Kosten im Vergleich zu gedruckten Büchern "ungerechtfertigt hoch". Außerdem sorge ein niedrigerer Preis für höhere Verkäufe, was mehr Umsatz beschere. Nach Erhebungen von Amazon werden von einem E-Book für knapp zehn Dollar 1,74 mal mehr Exemplare verkauft, als wenn es knapp 15 Dollar kostet. Die Verlage könnten mit günstigeren Büchern am Ende mehr einnehmen, weil mehr Exemplare verkauft würden, rechnete Amazon vor. Und für die Autoren bedeute das 74 Prozent mehr Leser und bessere Aussichten, in Bestseller-Listen zu kommen.

Die Schriftsteller umgarnt Amazon bereits mit dem Angebot, sie könnten bei der Veröffentlichung direkt auf der Plattform des Online-Händlers 70 Prozent vom Verkaufserlös behalten. Jetzt legte Amazon noch einmal nach: "Wir glauben, dass Hachette den Autoren zu wenig abgibt." Aus Sicht von Amazon sollten Schriftsteller und Verlag jeweils 35 Prozent des Kaufpreises erhalten. Normalerweise zahlen Verlage den Autoren fünf bis zehn Prozent des Nettoladenpreises.

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Amazon bezieht Bücher zum Großhandelspreis

Amazon hatte früh auf digitale Bücher gesetzt und mit Preisen bei 9,99 Dollar das Geschäft in den USA zunächst dominiert. US-Verlage nutzten den Start von Apples E-Book-Store auf dem iPad, um ein Modell nach dem Muster der deutschen Buchpreisbindung durchzusetzen, bei dem sie selbst und nicht der Händler den Preis bestimmen können. Das Verfahren wurde jedoch von den US-Behörden als illegales Kartell gewertet und gekippt. Seitdem kann Amazon die Bücher bei den Verlagen wieder zum Großhandelspreis beziehen. Und hat vermutlich nicht vergessen, dass die Verlage aufbegehrt haben.

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