Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Devisen >

Ersten Schweizer Banken gehen die Euro-Scheine aus

...

Euro bei Schweizern heiß begehrt  

Ersten Banken gehen die Euro-Scheine aus

16.01.2015, 16:11 Uhr | t-online.de, rtr

Ersten Schweizer Banken gehen die Euro-Scheine aus. Lange Schlange vor einer Wechselstube in Genf: Euro bei Schweizern derzeit heiß begehrt (Quelle: AFP)

Lange Schlange vor einer Wechselstube in Genf: Euro bei Schweizern derzeit heiß begehrt (Quelle: AFP)

Die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank SNB, die Bindung des Schweizer Franken an den Euro zu kappen, führt zu diversen Verwerfungen. Abgesehen von den wirtschaftlichen Folgen für Unternehmen und Konjunktur ist auch der einzelne Verbraucher betroffen. Weil die europäische Gemeinschaftswährung für die Eidgenossen jetzt so schön billig ist, werden Euro-Scheine in der Schweiz knapp. Einige Geschäfte nehmen andererseits keine Euro mehr an.

Die Online-Seite "Blick.ch" berichtet, dass der Zürcher Kantonalbank (ZKB) langsam die Euro aus gehen. "Wegen der hohen Nachfrage könnte es sein, dass bald einige Filialen keine Euro mehr haben", sagte ZKB-Sprecherin Evelyne Brönnimann. Grenznahe Banken wie die Thurgauer Kantonalbank (TKB) sind besonders betroffen. Teilweise wurde die Ausgabe von Euro-Scheinen rationiert. "Wir spürten vor allem gestern aber auch heute eine sehr große Nachfrage nach Euro sowohl bei den Bancomaten als auch an den Bankschaltern", sagte eine Sprecherin der TKB.

Geldautomaten werden nicht mit Euro nachgefüllt

Die TKB bezieht die Euro von Spezialfirmen wie MSE oder Loomis, die auch den Transport und das Befüllen der Bancomaten übernehmen. Wie viele Euro bei TKB seit gestern bezogen wurden, konnte die Sprecherin nicht sagen. Auch die große PostFinance-Bank stoppte die Ausgabe von Euro.

Einige Schweizer Geldautomaten spuckten am Freitag ebenfalls keine Euro-Scheine mehr aus - leer. Die Kantonalbank von Basel Land wechselt nur noch für bestehende Kunden Franken gegen Euro. "Die Menge der verfügbaren Euro-Noten ist aktuell beschränkt", teilte die Bank auf ihrer Internet-Seite mit. Es könnten nur noch 1000 Euro pro Kunde und Tag verkauft werden. Geldautomaten würden derzeit nicht mit Euro nachgefüllt. Die Bank empfiehlt ihren Kunden mit Kreditkarten zu zahlen.

Auf Twitter kursieren Bilder von langen Schlangen vor Schweizer Banken. Leserfotos auf der Website der Zeitung "20Minuten" zeigten eine Reihe weiterer Banken, die per Aushang schon an der Eingangstür mitteilten, dass keine Euro-Noten mehr zu haben sind.

Euro bei Schweizern heiß begehrt

Die Euro-Gier der Schweizer beruht auf der simplen Tatsache, dass der Schweizer Franken (siehe EUR/CHF) durch die SNB-Maßnahme kräftig an Wert gewann. Für 100 Franken gab es am Mittwoch noch 82 Euro, heute 100.

Kursverlauf seit 1999: Kräftige Aufwertung des Schweizer Franken zum Euro (Quelle: dpa)Kursverlauf seit 1999: Kräftige Aufwertung des Schweizer Franken zum Euro (Quelle: dpa)

Der Run auf den Euro kann den Grund haben, dass die Schweizer bald wieder eine Abwertung ihrer Währung befürchten. Oder naheliegender: Sie wollen nach Deutschland zum Einkaufen. In Konstanz beispielsweise rüstet man sich auf den Andrang von neuen Einkaufstouristen aus der Schweiz. Das Einkaufscenter "Lago" - am Wochenende eh von Schweizern begehrt - stellt zusätzliches Personal bereit. Lago-Manager Peter Herrmann sagte in einem Interview auf "Blick.ch": "Wir rechnen mit drei- bis fünftausend mehr Besucher." Normalerweise kämen am Samstag etwa 40.000.

Auch die Basler Verkehrsbetriebe BVB reagieren auf das Mindestkurs-Aus. Die Kapazitäten der Tramlinie 8, die seit Dezember über die Grenze nach Weil am Rhein in Deutschland fährt, werden am Samstag-Nachmittag verdoppelt. Das meldete das "Regionaljournal Basel". Fährt sonst alle 15 Minuten eine Straßenbahn über die Grenze, werden es morgen alle siebeneinhalb Minuten sein. Die Schweizer Bahn SBB verstärkt die wichtigsten Züge von Zürich nach Konstanz mit zusätzlichen Wagen, um genügend Sitzplätze anbieten zu können.

Bezahlen mit Euro nicht mehr überall möglich

Deutsche Konsumenten könnten andererseits derzeit in der Schweiz Probleme bekommen, wenn sie wie gewohnt mit Euro bezahlen möchten. Der Migros-Discounter in Kreuzlingen auf der Schweizer Seite des Bodensees nahm vorübergehend keine Euro-Noten mehr an. Das Kassensystem sei nicht so ausgerichtet, dass es den Kurs so schnell ändern konnte, sagte eine Sprecherin der Migros Ostschweiz.

Auch die K-Kioske nehmen derzeit keine Euro in bar mehr an. Auf Anfrage der Schweizer Nachrichtenagentur AWP bestätigte Unternehmenssprecherin Stefania Misteli, man habe "derzeit technische Schwierigkeiten, die Systeme an die Marktgegebenheiten anzupassen." Daher würden schweizweit an den Kiosken vorübergehend keine Euro mehr angenommen. Noch sei unklar, ab wann Zahlungen in Euro wieder möglich sind.

Ein weiterer Verlierer des SNB-Entscheids ist der FC Basel. Der europäische Fußballverband Uefa zahlt dem Schweizer Meister bald drei Millionen für das Erreichen des Champions-League-Achtelfinals aus - leider in Euro. Seit Donnerstag, 10.30 Uhr, sind diese drei Millionen etwa 600.000 Franken weniger wert.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
20% auf Mode mit dem Code 11586 - nur bis zum 26.04.18
gefunden auf otto.de
Anzeige
Endlich wieder Frühlingsgefühle! Jetzt bei Manufactum
alles für den Garten entdecken
Klingelbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • erdbeerlounge.de
  • kino.de
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018