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Milchquote vor dem Ende - kommt nun eine Milchflut auf uns zu?

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Molkereien sind gerüstet  

Milchquote vor dem Ende - kommt nun eine Milchflut auf uns zu?

08.02.2015, 11:39 Uhr | t-online.de, dpa

Milchquote vor dem Ende - kommt nun eine Milchflut auf uns zu?. Das Ende der Milchquote könnte zu einer Milchschwemme mit weiter fallenden Preisen führen. (Quelle: dpa)

Das Ende der Milchquote könnte zu einer Milchschwemme führen. (Quelle: dpa)

Die EU schafft die Milchquote ab. Ab 1. April können Milchbauern ihr Vieh so viel Milch produzieren lassen, wie sie wollen. Das dürfte Druck auf die Preise für Milch, Joghurt, Käse oder Butter ausüben, was den Verbrauchern zugute käme. Auch die Molkereien sind zufrieden. Doch die deutschen Milchbauern sehen der Zukunft mit gemischten Gefühlen entgegen.

Die Milchquote wurde 1984 eingeführt, um Milchseen und Butterberge zu verhindern. Was damals notwendig war, hat sich mittlerweile offenbar überlebt. Die weltweite Nachfrage nach Milchprodukten ist stark gestiegen.

Quote hat Erwartungen nicht erfüllt

So ist das Ende der seit 30 Jahren geltenden Milchquote den Landwirten aus Sicht des Präsidenten des Verbandes der Deutschen Milchwirtschaft, Udo Folgart, überfällig. "Die Quote hat in den vergangenen Jahrzehnten nicht das gebracht, was die Initiatoren einst erwarteten", sagte Folgart. Die Zahl der Milchbauern sei bundesweit um fast 80 Prozent auf nur noch 78.000 Betriebe zurückgegangen.

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Die am 31. März auslaufende Milchquote sollte helfen, die Preise für Milchprodukte zu stabilisieren, was aus Sicht der Branche jedoch nicht gelang. Preisschwankungen von bis zu 25 Cent je Liter hätten damit nicht aufgefangen werden können, stellte Folgart fest, der auch Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes ist sowie für die SPD im Landtag von Brandenburg sitzt.

Jeder Landwirt verfügte nach dem EU-Reglement über eine Quote. Lieferte er mehr Milch, wurde eine Strafe fällig. Diese Ausgaben belasteten die Landwirte ebenfalls, die immer wieder ein Ende der Quote gefordert hatten.

Preise könnten abstürzen

"Nun kann jeder selbst entscheiden, welche Menge er mit den Tieren produziert", sagte Folgart. Angebot und Nachfrage regelten den Preis. "Einziges Kriterium sollte die Wirtschaftlichkeit und das Betriebsergebnis sein."

Der Bund deutscher Milchviehhalter hingegen fürchtet mit dem Quotenende weiterhin um die Zukunft zahlreicher Betriebe. Landesvorsitzender Kurt Kootz rechnet damit, dass die Preise abstürzen, wenn Bauern ab April so viel Milch auf den Markt bringen können, wie sie wollen. Und er glaubt, dass viele kleine Höfe dies nicht überleben, schreibt der "Trierische Volksfreund". Als Vorbote der nahenden Milchschwemme sieht Kootz demnach die aktuellen Erzeuger-Preise von rund 30 Cent pro Liter – nötig seien aber 45.

Neue Perspektiven auf internationalen Märkten 

Folgart verweist hingegen vor allem auf die Vorteile für die Landwirte. Künftig fielen auch viele bürokratische Aufgaben weg. "Die Chancen auf den internationalen Märkten sind gut, teilweise sogar sehr gut", sagte Folgart. Vor allem in Asien wachse die Wirtschaftskraft. Bei der Mittelschicht steige die Nachfrage nach Milch und Milchprodukten. Experten sähen hier einen dynamischen Wachstumsmarkt.

"Jetzt ist viel Initiative verlangt, um neue Absatzmärkte zu erschließen", betonte Verbandschef Folgart weiter. Landwirte, Molkereien und der Lebensmittelhandel müssten gemeinsam neue Wege gehen.

Molkereien gut gerüstet

Die deutschen Molkereien haben sich bereits in den vergangenen Jahren auf das Ende der Milchquote vorbereitet. Längst agieren sie global. So liegt die Exportrate der rheinland-pfälzischen Hochwald Foods GmbH, die mit internationalen Molkereien kooperiert und eine Tochtergesellschaft in Dubai hat, bei 40 Prozent, schreibt der "Trierische Volksfreund". Die Produkte des Hersteller werden in mehr als 100 Ländern angeboten. "Die Nachfrage steigt stärker als die Erzeugung. Wir gehen von einem langfristig positiven Trend aus", zitiert die Zeitung Unternehmens-Sprecherin Kathrin Lorenz.

Auch Arla Foods in der Eifel habe sich intensiv vorbereitet. "Um die steigende Milchmenge verarbeiten zu können, haben wir 110 Millionen Euro investiert", sagte Arla-Sprecher Wolfgang Rommel. Milchpulver werde in 25 Länder exportiert. Wichtigste Wachstumsmärkte des Unternehmens seien China, der mittlere Osten und Afrika sowie Russland

Russland-Embargo belastet Milchmarkt

Apropos Russland: "Auf Grund der EU-Sanktionen gegen Russland ist hier ein großer Absatzmarkt für die Milch und die Produkte daraus wegefallen", sagte Günther Felßner, Vizepräsident des Bayerischen Bauerverbandes (BBV), der "Mittelbayerischen Zeitung". Das gleiche gelte auch für Nordafrika: Algerien sei für Deutschland der größte Abnehmer von Milchpulver gewesen. Das Embargo gegen Russland und militärische Auseinandersetzungen im Norden Afrikas seien alle nicht gut für den Milchpreis gewesen.

Auch für Milchverbands-Präsident Folgart werden mit dem nahenden Ende der Quote nicht alle Probleme verschwunden. Für einige Milchbauern werde es ohne die strengen Quoten zunächst ungewohnt sein. Die EU-Kommission begleite sie aber weiter. In bestimmten Fällen kaufe der Staat Magermilchpulver, Butter oder auch Käse, wenn der Preis unter ein bestimmtes Niveau falle.

Von der Bundesregierung verlangte der Verbandspräsident eine steuerneutrale Risiko-Ausgleichsrücklage. Schwankungen am Markt könnten dann länger überstanden werden. In guten Jahren angelegte Krisenvorsorge müsse steuerlich berücksichtigt werden.

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