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Dividende 2015: Sind Dividenden-Aktien die Alternative zum Zins?

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Dividendensaison 2015  

Sind Dividenden-Aktien die Alternative zum Zins?

17.03.2015, 16:32 Uhr | Von Anke Leuschke für t-online.de

Dividende 2015: Sind Dividenden-Aktien die Alternative zum Zins?. Daimler-Anteilseigner erhalten eine Dividende von 2,45 Euro pro Aktie - eine Rendite von über 2,5 Prozent. (Quelle: dpa)

Daimler-Anteilseigner erhalten eine Dividende von 2,45 Euro pro Aktie - eine Rendite von über 2,5 Prozent. (Quelle: dpa)

Deutschlands Großkonzerne Daimler und Co. drücken bei der Dividende aufs Gas. Geschätzte 37 Milliarden Euro schütten deutsche Unternehmen dieses Jahr an ihre Eigentümer aus. Für Anleger ist die Versuchung groß, auf den Dividendenzug aufzuspringen - selbst nach den jüngsten Kursrekorden an der Börse. Aktionäre brauchen jedoch deutlich stärkere Nerven als beispielsweise Anleihenbesitzer.

Rekordgewinn, Rekorddividende, Rekordbonus. Der Autobauer Daimler gibt richtig Gas. Der operative Gewinn stieg 2014 im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 Prozent auf über zehn Milliarden Euro. Das beste Jahr in der Unternehmensgeschichte zahlt sich für Mitarbeiter und Aktionäre aus: Etwa 135.000 Angestellte erhalten eine Erfolgsbeteiligung von jeweils 4350 Euro, die Anteilseigner Anfang April 2,45 Euro Dividende pro Aktie. Das sind 20 Cent mehr als im Vorjahr.

Nicht nur Daimler verdiente gut im vergangenen Jahr. Der DZ Bank zufolge dürften die 110 Unternehmen aus dem Dax, MDax und TecDax in den kommenden Wochen insgesamt rund 37 Milliarden Euro an Gewinnbeteiligung ausschütten. Für Aktionäre ist der Geldregen eine gute Nachricht. Vor allem in Zeiten, in denen man Zinsen bei Tagesgeldern oder Anleihen mit der Lupe suchen muss.   

Unternehmen fürchten Strafzinsen

Ein Grund für die Dividendenschwemme liegt in der Nullzinspolitik der Notenbanken. Die Konzerne konnten sich mit Anleihen billig Geld beschaffen und sitzen auf hohen Bargeldbeständen. "Dieses Geld können Unternehmen in neue Produktionsanlagen investieren, andere Unternehmen kaufen oder an ihre Aktionäre verteilen“, sagt Gottfried Urban, Vorstand der Bayerische Vermögen AG in Traunstein. "Wenn das unternehmerische Umfeld von Unsicherheit geprägt ist und Investitionen vielleicht zu teuer sind, wählt man als Aktiengesellschaft eben das Instrument der Dividende", erklärt der unabhängige Vermögensverwalter.

Zumal Unternehmen schon fast gezwungen werden, einen Teil ihrer Reserven auszuschütten. Einige Banken verlangen inzwischen Negativzinsen, sodass Bargeld-Bestände von den Firmen kaum gewinnbringend angelegt werden können.

Dividendendeckungsquote beachten

Für Lothar Koch von der GSAM + Spee Asset Management AG in Langballig sind die hohen Dividendenzahlungen keinesfalls Ausdruck von Fantasielosigkeit. "Viele deutsche Unternehmen haben im letzten Jahr gut verdient. Da ist es nur logisch, dass mehr an die Aktionäre gezahlt wird", so der Portfoliomanager.

Ausschlaggebend sei, so Koch, dass die Dividendenzahlung in einem gesunden Maß zum erwirtschafteten Gewinn stehe und dafür nicht der Unternehmenswert verbrannt werde. Eine Kennzahl, auf die er achtet, ist die Dividendendeckungsquote. Sie gibt Aufschluss über die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Dividende aus dem Gewinn zu zahlen.

Daimler beispielsweise hat eine Quote von rund 2,8. Das heißt, dass der Gewinn fast dreimal so hoch ist wie die Ausschüttungssumme. Damit kann der Großteil des Gewinns für künftige Investitionen zurückgelegt werden. Bei der Wahl der Dividendentitel achten Gottfried Urban und Lothar Koch außerdem darauf, wie sich das Unternehmen in Krisenzeiten schlägt, ob es Produkte für den Konsum herstellt oder die Macht besitzt, auch in schwierigen Zeiten seine Preise zu halten.

Auf dem Rücksitz oder Hand am Lenkrad?

Vergleicht man die Dividendenrendite der 30 Mitglieder im deutschen Leitindex Dax mit den Renditen von Anleihen der gleichen Unternehmen, ist der Abstand mittlerweile beträchtlich. Während die Dividendenrendite im Dax aktuell durchschnittlich 2,5 Prozent beträgt, rentieren die Anleihen der Unternehmen im Schnitt mit weniger als einem Prozent.

Dennoch scheuen viele Privatanleger den Kauf von Aktien und damit die direkte Investition in ein Unternehmen. Für Lothar Koch ist das unverständlich: "Wer eine Anleihe kauft, sitzt auf dem Rücksitz. Wenn ich aber schon ins Auto einsteige, dann doch besser vorne." Hier bekomme man für das eingegangene Risiko eine höhere Prämie.

Vor der Gleichung, dass Dividenden-Aktien die neuen Anleihen seien, warnt dagegen Gottfried Urban. Aktien schwanken stärker im Kurs und sind mit Tagesgeldern oder Anleihen nicht vergleichbar. Wer das nicht aushalte, solle auch in Zeiten geringer Zinsen die Finger von Aktien lassen. "Nicht jeder ist zum Rennfahrer geboren", so Urban. Mischfonds könnten hingegen eine Alternative sein.

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