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Währungskolumne zum Schweizer Franken: Wenn der Floh mit dem Elefanten tanzt

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Wenn der Floh mit dem Elefanten tanzt…

08.04.2015, 19:02 Uhr | Von Anke Leuschke für t-online.de

Währungskolumne zum Schweizer Franken: Wenn der Floh mit dem Elefanten tanzt. Das Aus für die Koppelung des Franken an den Euro erfolgte völlig unerwartet (Quelle: dpa)

Das Aus für die Koppelung des Franken an den Euro erfolgte völlig unerwartet (Quelle: dpa)

Als die Schweiz im Januar überraschend die Bindung des Schweizer Franken an den Euro kappte, verzockten sich zahlreiche Privatanleger mit ihren spekulativen Wetten. Doch eine Beimischung von fremden Währungen kann auch weiterhin sinnvoll sein.

Manch Privatanleger geht bei seiner Geldanlage Wetten ein, die ihn im schlimmsten Fall um Haus und Hof bringen. Zu solchen hoch riskanten Wetten gehören Währungsgeschäfte. Eine Spielart davon sind sogenannte CFD-Wetten, bei denen mit einem niedrigen Kapitaleinsatz auf den Anstieg oder Abfall einer Währung spekuliert wird, ohne die Währung selbst kaufen zu müssen. Mit wenig Geldeinsatz sind hohe Gewinne möglich. Dafür sorgt ein sogenannter Hebel. Der funktioniert aber in beide Richtungen. Mit wenig Geldeinsatz sind auch große Verluste möglich.

Stop-Loss wurde zu schnell durchbrochen

Wie dramatisch solche Wetten ausgehen können, zeigt folgendes Beispiel: Ein Privatanleger hatte einen vergleichsweise überschaubaren Betrag von 3000 Euro eingesetzt, um auf einen steigenden Kurs des Euro gegenüber dem Schweizer Franken zu wetten. Nachdem er mit einem Hebel von 500 handelte, hätte er im Idealfall mehr als eine Million Euro abgesahnt.

Um die Verluste zu begrenzen, falls der Euro-Kurs nicht steigt sondern sinkt, setzte er ein Stopp-Loss-Limit bei knapp unterhalb 1,20 Franken je Euro. Sobald der Kurs diese Stop-Loss-Marke erreicht oder unterschreitet, wird die Order zu einer Verkaufsorder und seine CFDs zum nächsten handelbaren Kurs verkauft.

Soweit zur Theorie. Mitte Januar hob die Schweizer Notenbank die Franken-Euro-Bindung auf. Die Folge: Der Kurs der Schweizer Währung schnellte schlagartig um 30 Prozent nach oben und der Euro-Kurs sank dementsprechend. Das Stopp-Loss-Limit wurde so schnell durchbrochen, dass der Verkauf erst zu einem Kurs von deutlich unter 1,20 Franken ausgeführt wurde.

Plötzlich gewaltiger Schuldenberg

Die Folge: Es hat sich nicht nur die 3000 Euro-Investition ganz schnell in Luft aufgelöst. Das Verlustpotenzial geht bei CFD-Geschäften über den Einsatz hinaus. Rutscht das CFD-Konto ins Minus, muss der Anleger Geld nachschießen. Wer für die Nachzahlung nicht eine Reserve auf der Seite hat, steht plötzlich vor einem gewaltigen Schuldenberg.

Wegen solch unvorhersehbarer Ereignisse sollten sich Privatanleger nicht auf hoch spekulative Derivate-Geschäfte am Devisenmarkt einlassen, rät Rolf Kazmaier, Geschäftsführer der SVA Vermögensverwaltung Stuttgart GmbH. "In Währungen steckt zu viel Politik drin. Eine Kursprognose kann schon morgen hinfällig sein", so der Vermögensverwalter.

Täglich werden an den weltweiten Devisen-Märkten verschiedenste Währungen im Wert von über fünf Billionen US-Dollar gehandelt. Das ist fast das Doppelte des deutschen Bruttoinlandsprodukts 2014. Der Handel wird von Großbanken und Hedge Fonds dominiert, die rund um die Uhr große Summen kaufen und verkaufen und damit die Kurse beeinflussen. "Wenn der Privatanleger da mitmischt, ist das, als ob der Floh mit dem Elefanten tanzt", vergleicht Philipp Müller von der Performance IMC Vermögensverwaltung AG in Mannheim.

Verschiedene Fremdwährungen per Aktienindex

Anleger sollten dennoch ihr Vermögen auf verschiedene Währungen verteilen. Kazmaier und Müller halten einen Fremdwährungsanteil von zehn bis 25 Prozent für angemessen. Das Ziel sollte nicht sein, über Nacht zum Millionär zu werden. Vielmehr lassen sich mit verschiedenen Währungen politische und wirtschaftliche Risiken einzelner Länder und Währungsräume verteilen. Die beiden Vermögensverwalter kaufen Währungen nicht direkt, sondern setzen auf Aktien und Anleihen, die in anderen Währungen gehandelt werden.

Bei der Wahl der entsprechenden Länder und Unternehmen gilt es darauf zu achten, dass sie finanziell solide sind, also eine hohe Kreditwürdigkeit besitzen. Anleger können auch auf global anlegende Indexfonds zurückgreifen. "Mit einem ETF auf den weltweiten Aktienindex MSCI World kauft man automatisch auch verschiedene Fremdwährungen. Abhängig davon, ob man den ETF in US-Dollar oder Euro kauft, variiert der Fremdwährungsanteil", sagt Portfoliomanager Philipp Müller.

Zwar unterliegen ETFs und aktiv gemanagte Fonds ebenfalls Kursschwankungen und Währungsrisiken. Dennoch haben sie zwei wesentliche Vorteile gegenüber CFDs auf Währungen: Erstens kann der Anleger nicht mehr Kapital verlieren, als er eingesetzt hat. Zweitens können mögliche Verluste ausgeglichen werden, wenn die Kurse wieder anziehen.

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