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Folgen der Griechenland-Krise für Deutschland sind begrenzt

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Eskalation in Griechenland  

Experten beruhigen: "Direkte Folgen für Deutschland begrenzt"

29.06.2015, 12:24 Uhr | t-online.de, rtr, dpa

Folgen der Griechenland-Krise für Deutschland sind begrenzt. Die Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland haben für die deutsche Wirtschaft Experten zufolge kaum negative Auswirkungen. (Quelle: dpa)

Die Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland haben für die deutsche Wirtschaft Experten zufolge kaum negative Auswirkungen. (Quelle: dpa)

Nach der Einführung von Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland wird ein Bankencrash in dem Land zunächst wohl verhindert. Nichtsdestotrotz dürfte die Maßnahme die ohnehin taumelnde Wirtschaft in dem Krisenstaat zusätzlich lähmen. Experten zufolge halten sich die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und die anderer Euroländer aber in Genzen. Jedoch rückt im Fall eines Grexits die Frage nach den Folgen für die deutschen Steuerzahler in den Fokus.

Nachdem die EZB die Notkredite für die griechischen Banken auf dem aktuellen Stand von 90 Milliarden Euro eingefroren hat, sollen Kapitalverkehrskontrollen ein Ausbluten der Geldhäuser verhindern. Der freie Kapitialverkehr wird dadurch beschränkt, die griechischen Banken bleiben voraussichtlich für eine Woche geschlossen. 

"Für Deutschland spielt das keine Rolle"

"Die Kapitalverkehrskontrollen reichen zunächst erst einmal aus, um das Schlimmste zu verhindern", meint der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer. Zwar behindert die Maßnahme die griechische Wirtschaft extrem, wie er einräumt, und was auch sein Kollege Johannes Meyr von der BayernLB so sieht. Durch die fiskalpolitische Maßnahme würden "die Geschäfte von Unternehmen und deren Abwicklung über die Banken behindert. Das dürfte die Konjunktur weiter beschädigen."

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Uneinig sind sich die beiden aber, wie sich diese zusätzliche Schwächung der griechischen Unternehmen auf Deutschland auswirkt. "Für Deutschland spielt das keine Rolle. Nicht einmal ein Prozent der deutschen Exporte gehen dorthin", beschwichtigt der Commerzbank-Experte.

Mittelfristige Auswirkungen befürchtet

Der Banker der BayernLB warnt zumindest aber vor mittelfristigen Auswirkungen für die deutsche Konjunktur. Man müsse abwarten, wie stark die Marktturbulenzen sein werden. "Denn die könnten auf die Realwirtschaft (hierzulande, Anm. d. Red.) durchschlagen."

Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, sieht diese Gefahr nicht und vertraut auf die Maßnahmen der EZB: "Europa versucht, den Schaden für andere Euro-Länder zu begrenzen. Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit gelingen", sagt er. Grund für seinen Optimismus ist, dass die EZB bereits erklärt hat, die Lage an den Finanzmärkten genau zu verfolgen und notfalls einzugreifen.

"Bei größeren Turbulenzen, die der Konjunktur gefährlich werden könnten, könnte die EZB ihre Anleihekäufe zeitlich nach vorne ziehen oder aufstocken", so Schmieding. Zudem könnten die Notenbanker auch Anleihen bestimmter Staaten wie Spanien und Italien früher kaufen, um Unsicherheit aus den Märkten zu nehmen.

Grexit-Folgen für deutsche Steuerzahler

Selbst in dem Fall, dass sich die Griechen bei ihrem Referendum am kommenden Sonntag gegen die von den Institutionen EU-Kommission, Internationaler Währungsfonds und EZB angbotenen Reformen entscheiden sollten und es zu einem Austritt Griechenlands aus dem Euro kommt, erachten Fachleute die Folgen hierzulande als gering.

"Für die deutsche Industrie wären die unmittelbaren Folgen eines Austritts der Griechen aus der Währungszone aufgrund des vergleichsweise geringen Handelsvolumens beschränkt", sagt etwa Ulrich Grillo, Präsident des Industrieverbandes BDI.

In den Vordergrund rückt bei einem Grexit vielmehr die Frage nach den Folgen für die deutschen Steuerzahler: "Dass das was kostet, ist vollkommen klar", so der Vizechef der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, gegenüber der ARD. Das maximale Ausfallrisiko aus Kreditbürgschaften und anderen Posten bezifferte er auf etwa 80 Milliarden Euro. Auch die Volkswirte des Münchner Ifo-Instituts errechneten für den Fall eines Grexits ein maximales Risiko von 87 Milliarden Euro.

Die meisten Experten erwarten aber einen positiven Ausgang des Referendums - und in der Folge eine Beschränkung der Kapitalverkehrskontrollen. Wenn die EZB die Notkredite nach einem positiven Votum wieder aufstockt, so BayernLB-Experte Mayr, "dann wären sie (die Kapitalverkehrskontrollen, Anm. d. Red.) in diesem Umfang nicht mehr notwendig."

Auch Commerzbank-Experte Krämer rechnet bei einem positiven Votum mit einer Beruhigung der Lage: "Wenn sich die Griechen dafür aussprechen, kann die Staatengemeinschaft ein solch demokratisches Votum nicht übergehen. Dann werden die Verhandlungen wieder aufgenommen."

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