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Piëch-Liebling Müller soll Volkswagen mit Radikal-Umbau retten

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Radikal-Umbau  

Piëch-Liebling Müller soll Volkswagen retten

25.09.2015, 21:35 Uhr | rtr, dpa

Piëch-Liebling Müller soll Volkswagen mit Radikal-Umbau retten. VW-Logo: Der neue Volkswagen-Chef soll den Konzern aus dem Sumpf ziehen. (Quelle: imago/ IPON)

VW-Logo: Der neue Volkswagen-Chef soll den Konzern aus dem Sumpf ziehen. (Quelle: imago/ IPON)

Europas Autokonzern Nummer Eins ist in schwere See geraten. Der Manipulations-Skandal belastet Volkswagen auf allen Ebenen. Der neue Kapitän Matthias Müller wird Schwerstarbeit leisten müssen, um das Schiff in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Direkt nach seiner Ernennung wurde bekannt: Der VW-Konzern soll radikal umgebaut werden.

Der Aufsichtsrat hat am Freitag beschlossen, das Wolfsburger Auto-Imperium mit seinen zwölf Marken in vier Gruppen zu gliedern. Das Motto lautet: Dezentralisierung. Dabei sollen die einzelnen Marken stärker vom Konzernvorstand koordiniert werden und mehr Verantwortung für die Regionen erhalten.

  • Die Hauptmarke Volkswagen sowie ihre beiden Schwestern Seat und Skoda sollen jeweils durch ein Vorstandsmitglied in der obersten Konzernführung vertreten werden. Bei VW ist dies der frühere BMW-Manager Herbert Diess.

  • Für die Sportwagen wird eine Gruppe mit Porsche, Bentley und Bugatti gebildet, die ebenfalls vom neu gekürten Konzern-Chef Matthias Müller geleitet wird.

  • Die von Rupert Stadler geführte Gruppe aus Audi, dem Luxussportwagen-Hersteller Lamborghini und dem italienischen Motorrad-Produzenten Ducati bleibt unverändert.

  • Der Holding für die Lkw-Töchter MAN und Scania steht weiter der von Daimler zu Volkswagen gewechselte Andreas Renschler vor.

Wichtigster Job des neuen Vorstandsvorsitzenden wird es sein, die beschädigte Reputation von Europas größtem Autobauer wiederherstellen. "Müller muss jetzt aufklären", sagt Autoexperte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. "Und bei der Aufklärung könnte VW noch eine ganze Ecke zulegen - sowohl beim Tempo, als auch beim Umfang."

Strukturreform ist eine Chance

Wer wusste von den Manipulationen an VW-Dieselmotoren? Welche Autos sind betroffen? Und vor allem: Wie teuer wird der Skandal für Volkswagen? Müller wird diese Fragen schnell beantworten müssen.

Die geplante Umstrukturierung ist eine Chance für den 62-Jährigen. Die Marken und Regionen sollen mehr Verantwortung bekommen. Das Amt des Produktionsvorstands im Konzern soll wegfallen und die Verantwortung auf die Schultern der Marken und Regionen verteilt werden. Will VW die neue Struktur umsetzen, muss der neue Chef auch ein Moderator sein - nicht unbedingt nur ein Platzhirsch.

Rückhalt im Management

Müller habe "den richtigen Stallgeruch" und habe sowieso auf einen großen Rückhalt im Management bauen können, heißt es. "Das ist gerade mit Blick auf die anstehenden Strukturreformen, die nicht nur Freude hervorrufen werden, nicht zu unterschätzen", sagt ein Konzerninsider.

Sowohl innerhalb des fünfköpfigen Präsidiums als auch im 20-köpfigen Aufsichtsrat hatte Müller schon vor Sitzungsbeginn beste Karten. Insbesondere auf der Arbeitnehmerseite gab es nach übereinstimmenden Berichten aus Teilnehmerkreisen Vorbehalte gegen den ebenfalls als Chef ins Gespräch gekommenen VW-Markenchef Herbert Diess.

Ironie des Schicksals

Und dann ist da natürlich noch der im Machtpoker mit Winterkorn im Frühjahr vom Hof gejagte Ex-Patriarch und Großaktionär Ferdinand Piëch. Damals war Porsche-Chef Matthias Müller dem Vernehmen nach Piëchs Favorit für die Winterkorn-Nachfolge. Letztlich wirkt es wie eine Ironie des Schicksals, dass Piëch dank der Abgas-Krise doch noch seinen Willen bekommen hat, auch wenn er ihn sich so sicher nie gewünscht hat.

Zudem kann der 62-jährige Autonarr auf eine wachsende Unterstützung von der Kapitalseite vertrauen. Piëch-Cousin Wolfgang Porsche war nach dpa-Informationen einer der deutlichsten Fürsprecher Müllers im Aufsichtsrat.

Folgekosten könnten existenzbedrohend werden

Neben dem Umbau wird VW allerdings erstmal mit den Folgen der Manipulationen an etlichen Millionen Dieselmotoren fertig werden müssen. Das dürfte teuer werden. VW hat zunächst 6,5 Milliarden Euro für die Folgen des Debakels zurückgelegt. Analystenschätzungen reichen allerdings von Kosten in dieser Größenordnung bis zu Summen, die für den Konzern existenzbedrohend werden könnten.

Und es dürfte schwieriger werden, die drohenden Zahlungen mit steigenden Autoverkäufen aufzufangen. Der Absatz auf dem wichtigsten VW-Einzelmarkt China schwächelt. In Brasilien und Russland liegen die Automärkte schon länger brach. Auf dem US-Markt dürfte es nach dem Abgas-Skandal noch viel schwieriger für Volkswagen werden, seine jahrelange Absatzschwäche zu überwinden. Die Pkw-Kernmarke leidet noch immer unter einer vergleichsweise schwachen Rendite.

Diesen ganzen Strauß von Problemen hinterlässt Winterkorn seinem Nachfolger. Er muss sie in einem Konzern lösen, der wie kaum ein zweiter in Deutschland von der Politik und von Arbeitnehmervertretern mitbestimmt wird. Ein Traumjob sieht anders aus.

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