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VW-Skandal: Zulieferer Bosch warnte schon vor Jahren

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Druck auf Volkswagen wächst  

VW wurde schon vor Jahren vor illegalem Einsatz der Abgastechnik gewarnt

27.09.2015, 13:37 Uhr | dpa, rtr

VW-Skandal: Zulieferer Bosch warnte schon vor Jahren . Für VW wird die Luft in der Abgas-Affäre immer dünner: Schon vor Jahren wurde gewarnt. (Quelle: dpa)

Für VW wird die Luft in der Abgas-Affäre immer dünner: Schon vor Jahren wurde gewarnt. (Quelle: dpa)

Für Volkswagen kommt's immer dicker. Offenbar wurde der Konzern schon vor Jahren gewarnt, dass die Verwendung der Software zur Abgasnachbehandlung illegal sei. Medien berichten, dass sowohl ein VW-Mitarbeiter als auch der Zulieferer Bosch den Autohersteller jeweils schriftlich darauf hingewiesen haben.

Laut "Bild am Sonntag" hat Bosch schon 2007 in einem Schreiben an den VW-Konzern vor einem illegalen Einsatz seiner Technik gewarnt. Bosch habe die Software an VW geliefert, die allerdings nur für Testzwecke und nicht für den normalen Fahrbetrieb vorgesehen gewesen sei. Offenbar ist die interne Revision des Fahrzeugherstellers bei den Untersuchungen in der Abgas-Affäre auf das brisante Dokument gestoßen, berichtet die Zeitung weiter. Nach Informationen der "BamS" teilte der Zulieferer damals den Wolfsburgern mit, dass der geplanter Einsatz gesetzeswidrig sei.

Auch ein VW-Mitarbeiter warnte vor möglichem Verstoß

Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" zufolge hatte auch ein VW-Mitarbeiter auf einen möglichen Rechtsverstoß im Zusammenhang mit der umstrittenen Software zur Abgas-Manipulation hingewiesen. Dies gehe aus einem Prüfbericht der konzerninternen Revision hervor, der dem Aufsichtsrat am Freitag vorgelegt worden sei.

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Demnach wies im Jahr 2011 ein Mitarbeiter darauf hin, dass der Einsatz von Software, die eine Abgasprüfung erkennt und entsprechend die Motorleistung herunterreguliert, einen "Rechtsverstoß" darstellen könne. Ein Volkswagen-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. "Wir ermitteln auf Hochtouren und werden die Ergebnisse, sobald wir sie haben, bekanntgeben", sagte VW-Sprecher Peter Thul.

Prüfbericht in den VW-Hierarchien versandet

Der Prüfbericht habe keine Antwort auf die Frage enthalten, warum die Warnung in den Hierarchien des Konzerns versandet sei, schreibt die Zeitung. Demnach müssten Manager mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, wenn ihnen eine direkte Verwicklung in den Skandal nachgewiesen werde, weil es um Betrug gehe.

Werde Managern schuldhaftes Verhalten nachgewiesen, müssten sie mit ihrem Privatvermögen haften. Der Konzern müsse dann Schadenersatz von ihnen einfordern.

Kraftfahrt-Bundesamt stellt Ultimatum

Auch das Kraftfahrt-Bundesamt hat sich in die Diesel-Affäre eingeschaltet. Der "BamS" zufolge habe die Behörde dem Autokonzern ein Ultimatum für einen Zeitplan zur Beseitigung der Abgas-Manipulationen gesetzt.

Das Amt habe die Rechtsabteilung des Autobauers schriftlich aufgefordert, bis zum 7. Oktober einen "verbindlichen Maßnahmen- und Zeitplan" vorzulegen, ob und bis wann seine Fahrzeuge Abgas-Verordnungen ohne Manipulationssoftware einhalten würden, berichtete die "Bild am Sonntag".

Typengenehmigung könnte entzogen werden

In dem Schreiben, das der Zeitung vorliege, heiße es, die Behörde sei aufgrund der Rechtslage dazu gezwungen, "erforderliche Maßnahmen anzuordnen, um sicherzustellen, dass die hergestellten Fahrzeuge mit dem jeweiligen genehmigten Typ in Übereinstimmung gebracht werden". Die sogenannte Typengenehmigung werde demnach erst entzogen, wenn VW die Aufforderung des Kraftfahrt-Bundesamtes nicht beachte. Dann dürften die betroffenen Autos nicht mehr verkauft und bewegt werden.

Die Zeitung zitierte einen VW-Sprecher mit den Worten, alle betroffenen Fahrzeuge seien absolut sicher und fahrbereit. Sie würden in die Werkstätten gerufen werden.

Diesel-Technologie wichtig für den Klimaschutz

Der Autozulieferer Bosch hält Diesel für den Klimaschutz weiter für unverzichtbar. "Der Diesel ist eine Schlüsseltechnologie, um die CO2-Flottenziele zu erreichen", sagte der Bosch-Chef für den Bereich Mobilität, Rolf Bulander, auf die Frage, inwiefern die Dieseltechnologie durch den VW-Skandal auf dem absteigenden Ast sein könne.

Besonders in Europa gehe es ohne Diesel nicht, sagte Bulander mit Blick auf EU-Regeln, denen zufolge die Autohersteller den CO2-Ausstoß ihrer Flotte bis 2020 auf 95 Gramm pro Kilometer absenken müssen.

Volkswagen steht in der Diesel-Affäre international erheblich unter Druck. Nach Untersuchungen der US-Umweltschutzbehörde EPA hatte der Wolfsburger Konzern eingeräumt, dass mit Hilfe einer Software Abgaskontrollen von Diesel-Fahrzeugen manipuliert wurden. Auf das Unternehmen kommen deswegen Milliardenlasten zu. Der langjährige Konzernchef Martin Winterkorn musste seinen Posten räumen. Er wurde am Freitag durch den bisherigen Porsche-Boss Matthias Müller ersetzt.

Weltweit sind elf Millionen Fahrzeuge verschiedener Marken des Konzerns von dem Abgas-Skandal betroffen, davon 2,8 Millionen in Deutschland. Bei der Kernmarke VW sind es laut Angaben aus Wolfsburg insgesamt fünf Millionen.

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