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Anlegerinteresse wächst  

ETF-Sparpläne immer noch wenig bekannt

21.10.2015, 19:32 Uhr | dpa-tmn

ETF-Sparpläne immer noch wenig bekannt. ETFs sind börsengehandelte Fonds, die sich auch gut für Sparpläne eignen. (Quelle: dpa)

ETFs sind börsengehandelte Fonds, die sich auch gut für Sparpläne eignen. (Quelle: dpa)

ETF-Sparpläne können eine gute Alternative für private Anleger sein, die nicht in Einzelwerte investieren wollen. Allerdings sind sie noch wenig bekannt. Bankkunden sollten im Zweifel von selbst danach fragen.

Viele Privatanleger in Deutschland sind skeptisch in Sachen Börse. Ihnen ist es zu heikel, in einzelne Aktien zu investieren. Das gilt umso mehr vor dem Hintergrund des VW-Abgasskandals, der Unklarheit über den Zeitpunkt der US-Zinswende und der Furcht vor einer erlahmenden chinesischen Wirtschaft.

Die börsennotierten Indexfonds ETF (Exchange Traded Funds) erscheinen daher als gute Alternative. Anleger können damit auf die Wertentwicklung eines ganzen Börsenbarometers wie dem Dax setzen. Im Vergleich zu den klassischen Fonds seien ETFs allerdings immer noch wenig bekannt. "Nicht zuletzt, weil diese Produkte den Anlegern von ihrer Bank nicht aktiv, sondern bestenfalls auf Nachfrage angeboten werden", sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW.

Wer einen ETF bei seiner klassischen Bank kaufen will, muss gezielt danach fragen. Denn für Filialbanken lohnt sich der aktive Vertrieb wegen der niedrigen Gebühren im Vergleich zum Beratungsaufwand in der Regel nicht.

ETF-Anlagevolumen wächst

Direktbanken hingegen richten sich an Selbstentscheider. Bei der Consorsbank waren Ende 2014 zum Beispiel 57 Millionen Euro in solchen Produkten angelegt, im Juli wurde bereits die 80-Millionen-Euro-Marke überschritten. Vor allem Erstkunden der Direktbanken greifen beim Wertpapiersparplan lieber zum ETF als zum klassischen Fonds: Bei der Direktbank Cominvest fangen zum Beispiel 70 Prozent aller Neukunden mit ETFs an.

Wie eine Umfrage der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX unter acht Direktbanken ergeben hat, dürfte 2015 zum bisher besten Jahr für ETF-Sparpläne werden: "Der klassische Fondssparer legt sein Geld über längere Zeiträume an", begründet Ali Masarwah vom Fondsanalysehaus Morningstar den steten Geldzufluss. Nach Angaben der Direktbanken haben die Volumen bei ETF-Sparplänen bisher alle Vorjahre übertroffen - allerdings ist das Ausgangsniveau niedrig.

Privatanleger fangen erst an, ETFs für sich zu entdecken. Offizielle Zahlen gibt es nicht, Branchenkenner schätzen das Volumen der ETF-Sparpläne hierzulande aber auf eine halbe Milliarde Euro. Verglichen mit den Sparplänen für aktive Fonds ist das wenig: Allein die Union Investment, der Fondsanbieter der Volks- und Raiffeisenbanken, verwaltete Ende des ersten Halbjahres Fondssparpläne mit einem Gesamtvolumen von knapp sieben Milliarden Euro.

Anlage in einen Index

Bei ETFs investiert ein Anleger in die Wertentwicklung eines Index wie den Dax, EuroStoxx 50, den S&P 500 oder in den sehr breit angelegten MSCI World. Letzterer ist bei Sparplänen am beliebtesten.

Bei einem klassischen aktiv gemanagten Fonds setzt ein Anleger auf das Können eines Managers. Das Versprechen auf überdurchschnittliche Rendite hat seinen Preis - hinter einem Fondsmanager stehen in der Regel Analysten samt umfangreichem Vertrieb. Außerdem versuchen aktiv gemanagte Fonds, das Risiko geringer als die Vergleichsmärkte zu halten, was ein Mehraufwand ist. Bei einem ETF fällt das alles weg - das macht ihn günstiger.

ETF-Sparer setzen darauf, auf lange Sicht in jedem Fall zu gewinnen - eine Strategie, die aufgehen könnte, wie die Entwicklung des MSCI World über 20 Jahre zeigt: So liegt der Index vom 30. September 1995 bis 30. September 2015 knapp 126 Prozent im Plus.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen ist den meisten Fondsanlegern nicht bekannt, dass es zu klassischen gemanagten Fonds eine Alternative gibt. Zwar habe sich der Bekanntheitsgrad von ETFs in den vergangenen vier bis sechs Jahren annähernd verdreifacht - so hätten in 15 Prozent aller Geldanlageberatungen bei der Verbraucherzentrale NRW die Verbraucher den Begriff zumindest erwähnt. Wenn jemand aber konkrete Fragen zu ETFs stelle, handele es sich meist um einen Anleger, der sich über die Börsen regelmäßig informiert.

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