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VW erfüllt US-Ultimatum im Abgas-Skandal auf letzten Drücker

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Rückrufplan vorgelegt  

VW erfüllt US-Ultimatum auf den letzten Drücker

21.11.2015, 13:42 Uhr | dpa

VW erfüllt US-Ultimatum im Abgas-Skandal auf letzten Drücker. Ein Ende des Abgas-Skandals bei Volkswagen ist nicht in Sicht. (Quelle: dpa)

Ein Ende des Abgas-Skandals bei Volkswagen ist nicht in Sicht. (Quelle: dpa)

Volkswagen hat in den USA erste Vorschläge zur Bewältigung der Abgas-Krise vorgelegt. Damit erfüllte der Wolfsburger Konzern das ihm gestellte US-Ultimatum auf den letzten Drücker. Zugleich weitete sich der Diesel-Skandal noch einmal aus.

VW habe einen Rückrufplan für rund 480.000 Fahrzeuge der Modelljahre 2009 bis 2015 mit 2,0-Liter-Motoren vorgelegt, die von der Affäre um manipulierte Messwerte bei Emissionstests betroffen sind. Das teilten die US-Umweltbehörden EPA und CARB in der Nacht auf Samstag mit. Details nannten sie bislang nicht.

Die Aufseher haben nun bis zu 20 Geschäftstage Zeit, die Vorschläge zu prüfen. Sie hatten den Wolfsburgern eine Frist bis Mitternacht gesetzt. VW-USA-Chef Michael Horn hatte bei einer Kongressanhörung am 8. Oktober gesagt, es werde wohl mehrere Jahre dauern, bis die komplizierte Aktion abgeschlossen sei. Der Autohersteller teilte mit, weiterhin voll und ganz mit den Behörden zu kooperieren.

Weitere 75.000 Diesel-Autos im Visier der Ermittlungen

Zuvor gab es in der Abgas-Affäre eine neue Hiobsbotschaft: Weitere rund 75.000 Autos sind ins Visier der US-Aufseher geraten. Vertreter des Konzerns hätten bei einem Treffen eingeräumt, dass sämtliche Diesel-Fahrzeuge der Marken VW und Audi mit 3,0-Liter-Motoren aus den Modelljahren 2009 bis 2016 mit einer verdächtigen Software ausgestattet seien, teilten EPA und CARB mit.

Bei den betroffenen Fahrzeugen handelt es sich der EPA zufolge um den Volkswagen Touareg und den Porsche Cayenne sowie um verschiedene Luxusmodelle von Audi. Bereits am 2. November hatten die Umweltbehörden VW und die Konzerntöchter mit einem entsprechenden Verdacht konfrontiert. Bisher war in diesem Fall aber nur wegen etwa 10.000 Wagen der Baujahre 2014 bis 2016 ermittelt worden. VW hat bislang stets abgestritten, dass die Software, um die es bei den 3,0-Liter-Modellen geht, ein Schummelprogramm ist.

Fest steht: CARB-Testergebnisse zeigten, dass Abgaswerte auf dem Prüfstand auch hier deutlich geringer ausfielen als im Normalbetrieb. Ein Sprecher erklärte aber, man könne noch nicht mit Sicherheit sagen, ob das - wie bei den 2,0-Liter-Diesel-Modellen - an einer absichtlichen Manipulation liege.

Ein Schuldgeständnis von VW liege nicht vor. Auf jeden Fall habe es der Konzern aber versäumt, den US-Behörden den Einbau der strittigen Software vorschriftsgemäß zu melden und müsse nun mit Konsequenzen rechnen.

VW drohen Milliardenkosten

Das ganze Ausmaß der Affäre ist noch nicht abzusehen. Dennoch kommt der Abgas-Skandal VW bereits jetzt teuer zu stehen. Angesichts der immensen Kosten muss der Konzern seine Investitionen kürzen - wenngleich VW-Chef Matthias Müller klar stellte, dass vorerst keine massiven Einschnitte geplant seien.

Der Konzern wolle nicht auf Kosten der Zukunft sparen, sagte Müller nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg. Zugleich betonte er: "Wir fahren in den kommenden Monaten auf Sicht." Man werde in den nächsten Wochen weitere Ausgaben überprüfen und gegebenenfalls auch streichen oder strecken. In der Abgas-Affäre drohen Milliardenkosten.

Für das kommende Jahr will VW die Sachinvestitionen auf maximal zwölf Milliarden Euro begrenzen. Das sei etwa eine Milliarde Euro weniger als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Müller sagte, VW wolle sich auf die Technologien der Zukunft konzentrieren - das sind die Elektromobilität und die Digitalisierung der Branche mit mehr Internetfunktionen im Auto.

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