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Value Investing: Wenn eins plus eins an der Börse zwei ergibt

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Gastkolumne  

Value Investing: Wenn eins plus eins zwei ergibt

08.01.2016, 16:02 Uhr | Von Ekkehard J. Wiek für t-online.de

Value Investing: Wenn eins plus eins an der Börse zwei ergibt. Um in schwierigen Börsenzeiten erfolgreich zu sein, müssen wir unsere Sichtweise grundlegend ändern. (Quelle: imago/Westend61)

Um in schwierigen Börsenzeiten erfolgreich zu sein, müssen wir unsere Sichtweise grundlegend ändern. (Quelle: imago/Westend61)

.Anleger stehen vor einem Dilemma. Dauerhaft niedrige Zinsen, eine überreife Aktienhausse und Turbulenzen an den Rohstoffmärkten machen die Suche nach verlässlichen Renditen zu einer schier unlösbaren Aufgabe.

Zugleich sind die Risiken stärkerer Einbrüche, wie zuletzt 2008/ 2009, nicht gebannt. Erneute Erschütterungen bahnten sich in den vergangenen Tagen bereits an. Alternative Anlageformen können aus der Sackgasse helfen. Dazu ist allerdings auch eine Änderung der einseitigen Blickrichtung notwendig.

Der Erfolg führt über das Bewältigen von Krisen

Anleger, die dauerhaft verlässliche und vor allem positive Renditen erzielen wollen, müssen ihre Sichtweise jenseits traditioneller Long-Only Anlagestrategien öffnen. Denn der längerfristige Anlageerfolg hängt unzweifelhaft an der Fähigkeit, ausgeprägte Schwächephasen oder Krisen an den Kapitalmärkten zu bewältigen, das heißt ihre Auswirkungen auf das Portfolio abzufedern oder im Abschwung gar Geld zu verdienen.

Grundsätzlich ergeben sich dafür drei Vorgehensweisen:

Zum einen lässt sich darauf abzielen, nur in Aufschwung-Phasen investiert zu sein und rechtzeitig vor dem Abschwung zu verkaufen. Dieses erfolgreiche "Timing" ist das wohl am meisten verbreitete Ziel von Anlegern, den Marktgesetzen zu entfliehen und überdurchschnittliche oder anhaltend positive Renditen zu erzielen. Erwiesen ist aber auch, dass dies der überwiegenden Mehrheit der Investoren nicht gelingt.

Anleger jagen vielmehr typischerweise Rendite hinterher, investieren bei positiver Stimmung in hohen Markphasen und verkaufen in schlechter Marktstimmung bei tiefen Kursen. Die durchschnittlichen Ergebnisse von Anlegern mit dem Versuch aktiven Market Timings sind folglich zum Teil noch weit schlechter als die schon ernüchternden Marktrenditen.

Absichern

Zum anderen können Portfolios gegen Markteinbrüche abgesichert, das heißt "gehedgt", werden. Dies geschieht üblicherweise über Derivate wie Optionen oder Futures. Da eine solche Absicherung Geld kostet und/oder das Aufwärtspotential des Marktes wegnimmt, muss ein Anleger, der bei vollständiger Absicherung einen Ertrag erzielen will, ein sehr guter Stock-/Wertpapier-Picker sein. Er gewinnt ja nur, wenn seine Titelauswahl sich besser entwickelt als der Markt oder die Werte, die er abgesichert hat.

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Wird - wie häufig üblich - nur zeitweise "gehedgt", kommt wieder die zuvor genannte Fähigkeit zum richtigen Timing ins Spiel. Denn wer "aus Versehen" in Aufschwung-Phasen hedgt und dies in Abschwungphasen nicht tut, kann doppelt verlieren.

Long-Short-Strategie

Die dritte Methode schließlich besteht darin, einerseits bestimmte Wertpapiere zu kaufen (Long zu gehen), von denen man erwartet, dass sie sich positiv oder überdurchschnittlich entwickeln. Andererseits die Wertpapiere zu verkaufen (Short zu gehen), von denen man erwartet, dass sie sich negativ oder unterdurchschnittlich entwickeln. Beim Short werden üblicherweise Wertpapiere erst geliehen und dann verkauft, in der Erwartung sie später günstiger zurückzukaufen und zurückgeben zu können.

Wird zur selben Zeit Long und Short gegangen, kann mit einer solchen Long-Short-Strategie durchaus zugleich auf der Long- und auf der Short-Seite Geld verdient werden, wenn beide Seiten sich positiv oder die Longs sich besser als die Shorts entwickeln. Allerdings kann im umgekehrten Falle bei ungünstiger Entwicklung auch auf beiden Seiten Geld verloren werden. Es kommt hier also vor allem auf die Fähigkeit an, die guten wie auch die schlechten Titel aufzuspüren. Timing Aspekte spielen dagegen keine Rolle.

Positive Renditen und geringere Schwankungen mit Long und Short

Eine solche Kombination von Long und Short hat einen besonderen Vorteil. Die Exposition gegenüber Marktrisiken wird erheblich reduziert. Long- und Short-Positionen gleichen sich bei geschickter Mischung gegenseitig aus, machen das Portfolio marktneutral. Das heißt: ein solches Long-Short Portfolio wird nicht oder deutlich weniger von Markschwankungen beeinflusst. Es erzielt seine potentielle Rendite vielmehr aus der Differenz zwischen der angestrebten überdurchschnittlichen Entwicklung der Long- gegenüber dem unterdurchschnittlichen Verlauf der Short-Titel.

Die Grafik verdeutlicht die Rendite-Chancen von Long-Short-Strategien. (Quelle: E.Wiek/ Straits Invest)Die Grafik verdeutlicht die Rendite-Chancen von Long-Short-Strategien. (Quelle: E.Wiek/ Straits Invest)

Welches Potenzial sich in den Aktienregionen Asien, Europa und Amerika für solch eine Long-Short-Strategie ergibt, verdeutlicht das obige Schaubild. Wir betrachten jeweils in jeder Anlageregion über den Zehn-Jahres-Zeitraum 1996 bis 2015 die liquidesten Aktien. Wir sortierten diese nach den bewährten Straits Invest Faktoren Dividendenrendite, Volatilität, Popularität. Wir bildeten insgesamt sechs Aktiengruppen mit den zehn Prozent Aktien geringster/ zehn Prozent höchster Volatilität, zehn Prozent geringster/ zehn Prozent höchster Popularität und zehn Prozent geringster/ zehn Prozent höchster Dividendenrendite.

Renditepotenzial von zehn Prozent und mehr

Über den gesamten Zeitraum werden alle zwölf Monate alle Aktien jeweils neu sortiert und die Gruppen/Portfolios entsprechend neu ausgerichtet. Jedes Portfolio enthält also jeweils zehn Prozent des gesamten Universums einer Region, in allen Fällen mehrere hundert Aktien. Alleine mit einem vergleichsweise einfachen Ein-Faktor-Filter, der viel Raum für Optimierung lässt, ergibt sich über den Kauf von Aktien mit hoher Dividendenrendite, niedriger Volatilität oder unpopulären Titeln ein Renditepotenzial von jährlich zehn Prozent und mehr.

Zugleich lassen sich umgekehrt über die Eigenschaften hohe Volatilität, niedrige Dividendenrendite oder große Popularität Aktien mit schlechten Zukunftsaussichten aufspüren. Hier liegt das durchschnittliche Abwärtspotenzial bei etwa minus zehn Prozent jährlich. Dies entspricht einem Gewinn von zehn Prozent im Jahr, wenn diese Aktien "geshortet" wurden.

Angenommen, 50 Prozent des Portfolios wäre in Long- und 50 Prozent in Short-Aktien investiert worden, ergab sich 1996 bis 2015 eine Durchschnittsrendite von zehn bis 15 Prozent jährlich. Zugleich lagen die Ausschläge eines solchen Portfolios weit unter denen der in denen sie investierten.

Fazit: In Zeiten niedriger Zinsen führt der Erfolg von Investmentkonzepten über die Bewältigung starker Marktrückschläge. Alternative Anlagekonzepte wie Long-Short bieten beachtliches Renditepotenzial. Und sie können die Auswirkungen von heftigen Marktabschwüngen deutlich mildern.

Der Autor, Dr. Ekkehard J. Wiek, ist Vermögensverwalter und Asien-Fondsmanager bei Straits Invest Pte Ltd in Singapur.

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