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Ölpreis: Venezuela erhöht Benzinpreis ums 60-Fache

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Erste Erhöhung seit 20 Jahren  

Venezuela hebt Benzinpreis um das 60-Fache an

18.02.2016, 15:40 Uhr | dpa, AP

Ölpreis: Venezuela erhöht Benzinpreis ums 60-Fache. Venezuela hatte bislang die billigsten Spritpreise der Welt. (Quelle: dpa)

Venezuela hatte bislang die billigsten Spritpreise der Welt. (Quelle: dpa)

Venezuela ist aktuell ein Tank-Paradies: Umgerechnet nur rund 0,01 Dollar-Cent kostet der Liter Benzin. Doch das soll sich nun ändern. Das Land steht vor dem wirtschaftlichen Ruin und hebt deshalb die Preise drastisch an.

Benzin wird künftig knapp 60-mal so viel wie bisher kosten, gab Venezuelas Präsident Nicolás Maduro bekannt. Die Schritte sind ein verzweifelter Versuch, die stark vom Öl-Export abhängige Wirtschaft des südamerikanischen Landes vor dem Kollaps zu bewahren. Es ist die erste Erhöhung des Benzinpreises seit 20 Jahren.

Trotz der Erhöhung bleibt der Sprit im Vergleich zu anderen Ländern überaus günstig: Der Preis für einen Liter Superbenzin beträgt nun sechs venezolanische Bolivar, nachdem er bislang 0,097 Bolivar gekostet hatte. Zum Vergleich: Ein Bier kostet rund 300 Bolivar, ein Korb Erdbeeren etwa 800. Auf dem Schwarzmarkt entsprechen rund 1000 Bolivar einem Dollar.

Unruhen bei Erhöhung im Jahr 1989 

Wie Maduro ankündigte, sollen die gesteigerten Einnahmen aus dem Benzingeschäft die Sozialprogramme der Regierung finanzieren. Er bitte die Bevölkerung, die Erhöhung zu unterstützen. Benzinpreiserhöhungen sind in Venezuela äußerst unbeliebt: 1989 kam es in der Hauptstadt Caracas zu Unruhen, nachdem eine Reihe von Sparmaßnahmen vorgeschlagen wurden - darunter auch ein Anheben der Benzinpreise.

Maduro teilte ebenfalls mit, dass der stärkste der offiziellen Wechselkurse des Landes, der für Grundgüter wie Essen und Medizin verwendet wird, von 6,30 auf 10 Bolivar pro US-Dollar geändert werde.

Tiefe Rezession durch Ölpreis-Absturz 

Die ökonomischen Maßnahmen erhebt Maduro zu einem Zeitpunkt, an dem er um sein politisches Überleben kämpft. Öl ist für 95 Prozent der Exporteinnahmen des Landes verantwortlich. Der weltweite Absturz der Öl-Preise hat die venezolanische Wirtschaft in eine tiefe Rezession gestürzt, die sich in dauerhafter Knappheit von Gütern und einer horrenden Inflation bemerkbar macht.

Zum Nachteil Maduros hat zudem die Opposition im Januar die Kontrolle über die Nationalversammlung übernommen. Seitdem steht das Parlament auf Kollisionskurs zum Präsidenten.

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