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Gastkolumne: Fünf Vorboten einer Börsen-Baisse

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Gastkolumne  

Fünf Vorboten einer Aktien-Baisse

25.02.2016, 19:36 Uhr | Von Marc-Oliver Lux für t-online.de

Gastkolumne: Fünf Vorboten einer Börsen-Baisse. Börsenhandelssaal in Frankfurt: Die Turbulenzen der vergangenen Wochen könnten auf einen längeren Abschwung am Aktienmarkt deuten. (Quelle: Reuters)

Börsenhandelssaal in Frankfurt: Die Turbulenzen der vergangenen Wochen könnten auf einen längeren Abschwung deuten. (Quelle: Reuters)

Dabei sein, solange es rauf geht und rechtzeitig aussteigen, bevor der Markt nach unten kippt - so wünschen sich viele Anleger die Aktienanlage. Doch die Börse ist unberechenbar, denn hier wird die Zukunft gehandelt und die ist bekanntlich unsicher.

Modelle, die versuchen, die Börse in den Griff zu bekommen, können daher nur mit Indizien und statistischen Wahrscheinlichkeiten arbeiten. Und so gab es auch in der jüngeren Vergangenheit Warnsignale für den Abschwung. Auch wenn es zuletzt an den Börsen nicht mehr ganz so düster aussah - hier kommen fünf Baisse-Faktoren. 

1. Vorläufer 

Typische Vorläufer-Aktien und -Indizes waren bereits 2015 ins Minus gerutscht. Sie kündigen oftmals das Ende der Hausse an. Allen voran der Dow-Jones-Transportation-Index: In ihm notieren die Aktien großer Transportunternehmen. Befördern Lkws, Schiffe und Güterzüge weniger Fracht, fragen die Kunden weniger Produkte nach. Das deutet auf eine schwächere Konjunktur hin. Profis orientieren sich an diesem Index. Er erreichte Anfang 2015 sein Hoch. Seitdem ist er um knapp 30 Prozent gefallen.

Vor dem Crash nach der Jahrtausendwende hatte der Transportation-Index bereits Anfang 1999 sein Hoch erreicht – ein Jahr bevor der Gesamtmarkt fiel. Einzelaktien wie die des Baumaschinen-Riesen Caterpillar, des Aluminium-Herstellers Alcoa und des Auktionshauses Sotheby´s genießen wegen ihrer Produkte und Tätigkeiten eine Vorreiterrolle. Alle drei Aktienkurse sinken seit einem Jahr. Auch vor der Krise 2008 waren diese Aktien frühzeitig abgerutscht. 

2. Konzerngewinne 

Lange Zeit schien es, als ob die Schwächen in Europa, die Wachstumsverlangsamung in China und die Krise in Russland an Deutschlands Firmen vorbeigehen würde. Doch wie 2008 ignorierten Anleger auch diesmal die Schwächesignale. Bereits seit 2010 stagnieren jedoch die Gewinne der 30 Dax-Konzerne – dennoch hatte sich der Dax seitdem auf über 12.000 Punkte etwa verdoppelt. 

3. Kreditkäufe 

In Boomphasen erwerben Amerikaner oft Aktien auf Pump. In der Spitze waren im Jahr 2000 und 2007 rund 400 Milliarden Dollar an der Börse kreditfinanziert, wie Daten des Finanzdaten-Spezialisten Bloomberg belegen. Die Folge war das Ende des Booms.

Im vergangenen Jahr überstiegen die kreditfinanzierten Käufe sogar noch das Niveau von 2007 und erreichten mit 470 Milliarden Dollar einen Rekord. 

4. Stimmung 

Getragen wurde der lange Börsenaufschwung von der Meinung, dass es zur Aktie angesichts der niedrigen Zinsen keine Alternative gibt. Dieses Stimmungsbild registrierte auch Sentix. Das Frankfurter Analysehaus befragte wöchentlich mehrere Tausend Kleinanleger und Profis nach ihren Anlagepräferenzen. Noch im November gab es 35 Prozent mehr Optimisten als Pessimisten, was die längerfristigen Börsenperspektiven angeht.

Als aber EZB-Notenbankchef Mario Draghi Anfang Dezember die Börsen enttäuschte, weil er allzu hohe Erwartungen nach einer neuerlichen Geldflut nicht erfüllte, stieg die Zahl der Pessimisten sprunghaft an. Dennoch änderte sich an der hohen Investitionsquote nichts.

Anleger setzten auf einen starken saisonalen Börsenverlauf, wie er im Winter üblich ist. Laut Sentix ist diese Kombination aus fehlender Grundüberzeugung und hoher Aktienpositionierung gefährlich und führt häufig zu stark sinkenden Börsenkursen. Auch im Dezember 2007 war die Zahl der Pessimisten, was die Langfristperspektiven angeht, sprunghaft gestiegen. Kurze Zeit später, Anfang 2008, stürzten die Börsen ab. 

5. Dauer der Hausse 

Fast sieben Jahre lang stiegen die Aktienkurse. Es ist eine der längsten Haussen in der Geschichte. Im siebten Aufschwungsjahr aber trat der weltweit wichtigste Börsenindex, der amerikanische S&P 500, nur noch auf der Stelle - genauso wie zum Ende der Hausse in den Jahren 2000 und 2007. Analysten sprechen von einer Gipfelbildung.

Seitdem der S&P 500 mehr als zehn Prozent verloren hat, gilt die "Gipfelbildung" als abgeschlossen. Der Aufwärtstrend ist gebrochen, der Abwärtstrend nimmt unter Schwankungen Fahrt auf. Die sinkende 200-Tage-Linie, also der gleitende Handelsdurchschnitt der vergangenen 200 Handelstage, komplettiert das Baisse-trächtige Bild. 

Unsere Einschätzung: Schon der verstorbene Börsenmeister André Kostolany stellte plakativ fest, dass am Ende einer Hausse Aktien von starken in schwache Hände wandern. Das heißt, Langfrist-Investoren verkaufen an kurzfristig engagierte Anleger, die sich vom Boom locken lassen. Letztere kaufen angesichts von schnellen Gewinnmöglichkeiten auch gern mal auf Kredit. Auch Kostolany sah die Häufung kreditfinanzierter Käufe als Signal für eine Trendwende - nach unten. 

 (Quelle: privat) (Quelle: privat)

Marc-Oliver Lux ist Geschäftsführer der Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG in München. Zuvor war er war im Investmentbanking bei Deutsche Morgan Grenfell in New York sowie im Firmenkundengeschäft bei verschiedenen Banken im Inland tätig. Nach einem Betriebswirtschaftsstudium mit den Schwerpunkten Kapitalmarktforschung und Revisions-/Treuhandwesen hat er über betriebliche Gründungsfinanzierung promoviert.

Die Meinung von Gastautoren ist unabhängig von der Meinung der Redaktion von t-online.de.

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