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EZB senkt Leitzins überraschend auf 0,00 Prozent

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Überraschende Entscheidung  

EZB senkt Leitzins noch weiter

10.03.2016, 18:44 Uhr | dpa-AFX, rtr, t-online.de

EZB senkt Leitzins überraschend auf 0,00 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) flutet die Finanzmärkte mit Geld - bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Im Bild das Euro-Logo vor dem alten Hauptsitz. (Quelle: dpa)

Die Europäische Zentralbank (EZB) flutet die Finanzmärkte mit Geld - bislang ohne durchschlagenden Erfolg. (Quelle: dpa)

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat überraschend ihren Leitzins gesenkt. Der Hauptrefinanzierungssatz werde von bislang 0,05 Prozent auf 0,00 Prozent gesenkt, teilte die EZB in Frankfurt mit. Experten hatten dagegen damit gerechnet, dass die Notenbank diesen Zinssatz unangetastet lassen würde.

Es ist das erste Mal, dass die EZB den Leitzins auf 0 Prozent senkt. Sie verschärft damit ihren Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche massiv.

Zudem werde der Spitzenrefinanzierungssatz von 0,3 auf 0,25 Prozent verringert. Auch mit dieser Absenkung hatten die meisten Ökonomen nicht gerechnet. Außerdem senkt die EZB ihren Zinssatz für Einlagen der Geschäftsbanken von minus 0,3 Prozent auf minus 0,4 Prozent. Mit dieser Absenkung haben Experten gerechnet.

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Die Strafgebühr für Bankeinlagen ist umstritten. Ökonomen befürchten, dass Banken die Kosten auf ihre Kunden abwälzen könnten, statt mehr Kredite zu vergeben. Dadurch könnten Sparer, die bereits unter den Niedrigzinsen der EZB leiden, noch mehr in Mitleidenschaft gezogen werden.

Anleihenkäufe steigen

Auch ihre umstrittenen Anleihenkäufe weitet die EZB aus. Ab April sollen Papiere im Wert von 80 (bislang 60) Milliarden Euro pro Monat gekauft werden - nun auch von Unternehmen außerhalb des Bankensektors. Erwartet worden war eine Ausweitung auf 75 Milliarden Euro. Erst im Dezember hatte die Notenbank den Kauf von Wertpapieren um ein halbes Jahr bis mindestens Ende März 2017 verlängert. 

Die Notenbank will damit die Inflation ankurbeln, die weit von den gewünschten fast 2,0 Prozent im Jahr entfernt ist. Der niedrige Ölpreis hat nach vorläufigen Angaben die Inflation in Deutschland im Februar auf 0 Prozent gedrückt - im Euroraum ging sie auf minus 0,2 Prozent zurück.

Neue Geldspritzen für Banken

Die EZB zieht auch neue Geldspritzen für die Geschäftsbanken auf. Ab Juni sollen vier spezielle Kreditlinien - im Fachjargon TLTRO II genannt - für die Finanzinstitute mit einer Laufzeit von vier Jahren aufgelegt werden. Die Kosten orientierten sich am Einlagenzins, den die EZB auf nun minus 0,4 Prozent gesenkt hat.

Bereits seit 2014 bieten die Währungshüter gezielte Geldspritzen an. Sie sollen Geschäftsbanken dazu bewegen, mehr Kredite an Firmen zu vergeben. Die Zentralbank hatte den Banken auf dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise um die Jahreswende 2011/12 zudem in zwei Tranchen insgesamt rund eine Billion Euro für drei Jahre zum Leitzins zur Verfügung gestellt.

Dax steigt, Euro fällt

Nach Bekanntgabe der Entscheidungen stieg der Börsenindex Dax um 2,6 Prozent auf 9977 Punkte. Das ist der höchste Stand seit knapp zwei Monaten. Im Gegenzug verbilligte sich der Euro auf 1,0866 Dollar von zuvor 1,0972 Dollar.

"'Money for nothing' lautet das neue Motto der EZB", sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Vaduz. Draghi wolle den niedrigen Inflationsraten den Garaus machen und packe die geldpolitische Eisenkeule aus. Damit bewegt sich die Notenbank aus Sicht von Gitzel aber auf dünnem Eis. Bankenverbände äußerten mittlerweile öffentlich ihren Unmut und viele Bürger seien verunsichert. "Vertrauensbildende Maßnahmen sehen jedenfalls anders aus", so Gitzel.

Diesmal habe Draghi die hohen Erwartungen mehr als erfüllt, sagte ein Händler an der Frankfurter Börse. Zuvor habe an der Börse noch Angst vor einer neuen Enttäuschung geherrscht, nachdem der EZB-Präsident die hohen Markterwartungen im Dezember noch verfehlt hatte.

Draghi erläutert Maßnahmen

Der EZB-Präsident selbst sagte am Nachmittag in Frankfurt, die Zinsen würden noch für längere Zeit auf diesem oder einem niedrigeren Niveau bleiben. Zu einer Untergrenze bei den Zinsen wollte sich Draghi nicht äußern.

Wie er sagte, handelt sich bei den Maßnahmen um ein umfassendes Stimulierungspaket, das der geringeren Wachstumsdynamik geschuldet sei. Für 2016 rechnet die EZB nun noch mit einem Wachstum von 1,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) - bisher waren es 1,7 Prozent gewesen. Für 2017 senkte die Notenbank ihre Wachstumserwartung von 1,9 auf 1,7 Prozent. Grund sei eine Dämpfung durch schwächere Schwellenländer und schwankende Finanzmärkte. Für 2018 wird mit 1,8 Prozent gerechnet.

Auch die Inflationserwartungen für das laufende Jahr nahm Draghi deutlich zurück, von 1,0 auf 0,1 Prozent. Für 2017 wurde der Wert von 1,6 auf 1,3 Prozent heruntergesetzt. In den kommenden Monaten bleibe die Inflation negativ, werde aber im Jahresverlauf anziehen, sagte Draghi. Erst 2018 rechnet man wieder mit 1,6 Prozent Inflationsrate.

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