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Deutsche verzichten auf Geld  

Dax-Dividenden landen meist im Ausland

06.04.2016, 18:04 Uhr | dpa, t-online.de

Dax-Dividenden landen meist im Ausland. Der Bulle vor der Börse in Frankfurt: Die Aktienscheu der Deutschen führt dazu, dass ein Großteil der Gewinne deutscher Unternehmen ins Ausland fließt. (Quelle: dpa)

Der Bulle vor der Börse in Frankfurt: Die Aktienscheu der Deutschen führt dazu, dass ein Großteil der Gewinne deutscher Unternehmen ins Ausland fließt. (Quelle: dpa)

Deutschlands größte börsennotierte Unternehmen machen ordentliche Gewinne und schütten Milliarden davon an ihre Aktionäre aus. Doch der Geldregen geht an vielen deutschen Anlegern vorbei. Die meisten Deutschen verschmähen Aktien - und so landen die Dividenden im Ausland.

"Von den rund 30,1 Milliarden Euro, die die 30 größten deutschen AGs an ihre Anteilseigner ausschütten, landen im Durchschnitt über 19 Milliarden Euro nicht in den Portemonnaies deutscher Anleger", sagt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler. Ausländische Investoren besäßen rund 64 Prozent der Anteile an Dax-Gesellschaften.

Einer Untersuchung von 2014 zufolge gehört jede vierte Dax-Aktie einem Anleger im europäischen Ausland. Weitere 20 Prozent wurden von Investoren in Nordamerika gehalten. Besonders hohe Anteile von ausländischen Aktionären hatten demnach die Deutsche Börse (85 Prozent), Linde (82 Prozent) oder Infineon (75 Prozent). Die Lufthansa gehörte dagegen zu 66 Prozent inländischen Aktionären, wie die Unternehmensberatung EY seinerzeit ermittelte.

Dividenden-Ausschüttung von über 42 Milliarden Euro

Insgesamt können sich die Anteilseigner von mehr als 600 börsennotierten Unternehmen in diesem Jahr über einen Geldregen von rund 42,3 Milliarden Euro freuen, wie aus Berechnungen der DSW in Zusammenarbeit mit der Research Plattform "DividendenAdel" und der privaten FOM Hochschule in Essen hervorgeht.

Ob der Rekord des Vorjahres von 42,4 Milliarden Euro geknackt werden kann, hänge davon ab, wie stark Volkswagen die Dividende kappe. Der Dax-Konzern hatte wegen der Abgasaffäre die Veröffentlichung seiner Bilanz auf Ende April verschoben.

Deutsche trauen sich langsam an die Börse zurück

Zwar wagen sich die eher börsenscheuen Deutschen angesichts von Niedrigzinsen für Sparbuch und Co. wieder stärker an den Aktienmarkt. Knapp neun Millionen Menschen besaßen nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts im vergangenen Jahr Aktien und/oder Anteile an Aktienfonds - das ist der höchste Stand seit 2012 mit knapp 9,5 Millionen Aktionären.

Das meiste Geld steckt laut Bundesbank aber nach wie vor in kurzfristigen Bankeinlagen, Versicherungen und Pensionseinrichtungen. Für die Aktionärsvertreter ist die Zurückhaltung nicht nachvollziehbar. Augenscheinlich hätten die deutschen Anleger kein Vertrauen in unsere Wirtschaft, sagt Tüngler.

Mittelgroße und kleinere Kapitalgesellschaften spendabel

Rekorddividenden gibt es in diesem Jahr vor allem in der zweiten und dritten Börsenliga. Gesellschaften im MDax schütten insgesamt 13,4 Prozent mehr aus als im Vorjahr - nur der kriselnde Baukonzern Bilfinger und Online-Modehändler Zalando lassen ihre Aktionäre der DSW zufolge leer ausgehen. Den größten Sprung gibt es mit plus 24 Prozent im SDax, im TecDax sind es vier Prozent mehr.

Der Anstieg der Dividenden dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Kassen vieler Unternehmen prall gefüllt sind. Nach Berechnungen von EY verfügten allein die Dax-Konzerne Ende 2015 zusammengerechnet über 64,3 Milliarden Euro an Cash-Reserven.

24 von 29 Konzernen in der höchsten deutschen Börsenliga erhöhen die Ausschüttung. Den dicksten Dividendenscheck stellt der DSW zufolge mit 3,5 Milliarden Euro der Autobauer Daimler aus, gefolgt von der Allianz (3,3 Mrd.) und Siemens (3,1 Mrd.). Das stärkste Dividenden-Plus im Dax beschert der Baustoffkonzern HeidelbergCement seinen Anteilseignern (plus 73 Prozent).

Experte: Bei Dividenden nicht übertreiben

EY-Experte Martin Steinbach mahnt allerdings, die Unternehmen sollten angesichts der unsicheren Konjunkturentwicklung vor allem in den Schwellenländern und absehbar hoher Investitionen nicht übertreiben: "Zu hohe Ausschüttungen könnten ihre Handlungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit gefährden."

Die Aktionärsvertreter sind mit bescheideneren Dividenden einverstanden, wenn das Unternehmen Wachstum finanzieren muss. Grundsätzlich sollten aber rund 50 Prozent des Gewinns ausgeschüttet werden: "Schließlich gilt es, die Anteilseigner, die das Kapitalrisiko tragen, in angemessener Weise an dem Unternehmensgewinn zu beteiligen", sagt Tüngler.

Davon sind viele Unternehmen allerdings weit entfernt, vor allem abseits von Dax und Co. Gut 50 Prozent der sogenannten Nebenwerte lassen der DSW zufolge ihre Aktionäre sogar leer ausgehen.

Banken und Energiekonzerne vernichten Kapital

Und nicht immer erweisen sich die Unternehmensanteile als Glücksgriff - selbst in der höchsten deutschen Börsenliga. So zählten fünf Dax-Konzerne der DSW zufolge 2015 zu den größten Kapitalvernichtern an den Börsen. In der Negativliste von 50 deutschen AGs mit besonders hohen Kursverlusten finden sich neben Deutscher Bank und Commerzbank die Energiekonzerne RWE und Eon sowie der inzwischen nicht mehr im Dax vertretene Rohstoffkonzern K+S.

Für manche Aktionäre ist das doppelt bitter: So gehen die Anteilseigner der Deutschen Bank nach einem Rekordverlust des Instituts von 6,8 Milliarden Euro leer aus. RWE streicht nach roten Zahlen die Dividende für Stammaktionäre komplett, Vorzugsaktionäre erhalten eine Mini-Ausschüttung.

Allerdings: "Die Dividende ist zwar ein wichtiges, aber nicht das alleinige Kriterium, nach dem eine Aktie beurteilt werden sollte", betont Tüngler. Denn manchmal fällt auch bei guten Dividendenwerten der Aktienkurs so stark, dass unter dem Strich trotzdem ein Verlust steht.

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