Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Rohstoffe >

Opec-Treffen: Zwei Erzrivalen und ein verpatzter Ölpreis-Deal

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Opec-Konferenz in Doha  

Zwei Erzrivalen und ein verpatzter Öl-Deal

18.04.2016, 16:21 Uhr | dpa-AFX, AFP, t-online.de

Opec-Treffen: Zwei Erzrivalen und ein verpatzter Ölpreis-Deal. Ölförderung im Iran: Das Land will sich die Export-Möglichkeiten nach dem jahrelangen Embargo nicht kaputtmachen lassen. (Quelle: dpa)

Ölförderung im Iran: Das Land will sich die Export-Möglichkeiten nach dem jahrelangen Embargo nicht kaputtmachen lassen. (Quelle: dpa)

Die Ölpreise nehmen ihre Talfahrt wieder auf. Seit dem Tiefpunkt zu Jahresbeginn waren sie zuletzt gestiegen. Doch das verpatzte Treffen des Öl-Kartells Opec am Wochenende in Doha hat dieser Trendwende nun den Garaus gemacht.

Wenige Stunden nach Öffnung der Märkte in Asien lag der Preis für die US-Referenzsorte WTI rund fünf Prozent im Minus bei 38,34 Dollar pro Barrel (159 Liter). Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete 4,6 Prozent weniger: 41,13 Dollar (36,43 Euro). 

Weil viele Länder fördern, was das Zeug hält, um die für ihre Staatshaushalte dringend benötigten Petro-Dollars zu erwirtschaften, ist der Ölpreis unter Druck. Vor einem Jahr gab es für das Öl noch rund 20 Dollar mehr pro Fass.

Die Hoffnung der wichtigen ölproduzierenden Länder war vor dem Treffen groß: Sie strebten eine Deckelung der Fördermenge an. Das sollte die Preise wieder steigen lassen und die schwierige Lage stabilisieren, in der sich viele Produzenten befinden.

Doch nach langen Verhandlungen in der Hauptstadt des Emirats Katar stand am Ende keine Einigung. Und das lag hauptsächlich am mächtigen Ölförderland Saudi-Arabien und seinem Erzfeind Iran.

Iran bleibt stur - und Saudi-Arabien auch

Kurz vor dem Treffen hatte der iranische Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh noch bekräftigt, sein Land weigere sich, die Fördermenge zu deckeln. Die Produktion werde wie geplant auf vier Millionen Barrel am Tag erhöht, und damit auf das Niveau vor den westlichen Sanktionen. Und: "Da wir einen Plan fürs Einfrieren nicht unterzeichnen wollen, gibt es auch keine Notwendigkeit, jemanden vor Ort in Doha zu haben."

Saudi-Arabien soll aber darauf bestanden haben, dass ein Deal von allen Produzenten mitgetragen werden müsse - also auch vom Iran. Die Folge: kein Deal.

Die Spannungen zwischen beiden Ländern waren lange nicht so groß wie in diesen Monaten: Im Januar brach Riad die diplomatischen Beziehungen mit Teheran ab. Vorausgegangen war ein Streit um die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitischen Saudi-Arabien und darauffolgend die Stürmung der saudischen Botschaft in Teheran.

Nun hat Saudi-Arabien Angst, die Regionalmacht Iran könnte die eigene Zurückhaltung bei einer Deckelung ausnutzen, mehr produzieren und der Wirtschaft im Königreich dadurch schaden. Nach der Atom-Vereinbarung kehrte der Iran mit der Aufhebung der Sanktionen im Januar zurück auf die internationale Bühne. Auf den Vorschlag, die Fördermenge einzufrieren, reagierte Ölminister Sanganeh zuletzt mit zwei Worten: "Ein Witz."

Aus Sicht Teherans nicht unverständlich: Das Land litt jahrelang unter einem Öl-Embargo. Nun will es sich den Aufschwung nicht durch künstliche Obergrenzen kaputt machen lassen.

Überangebot bei Öl - keine Chance auf Preisanstieg

Derzeit übersteigt das weltweite Angebot den Bedarf um 1,5 Millionen Barrel pro Tag, wie Öl-Experte Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg sagt. Auch ohne ein Scheitern der Gespräche in Doha hätte er ein erneutes Absinken des Barrel-Preises erwartet. Fazit der Verhandlungen: "Viel Lärm um nichts."

Das Überangebot an Öl auf dem Weltmarkt ließ den Preis seit 2014 kontinuierlich abrutschen. Russland pumpte kürzlich so viel wie seit Jahrzehnten nicht. Saudi-Arabien flutete den Markt, um seine Marktanteile am Geschäft gegen aufstrebende Ölproduzenten wie Fracking-Firmen in den USA zu verteidigen.

Die Ölschwemme ließ den Preis um bis zu 70 Prozent einbrechen. Und die Förderstaaten leiden. Zum Beispiel Saudi-Arabien, dessen Staatshaushalt zu fast 90 Prozent aus Öleinnahmen besteht. 2015 drohte dem Land dem Internationalen Währungsfonds zufolge ein Defizit von 21 Prozent.

Mit dem Ölpreis sinken auch die Aktienkurse

Das Leid der Ölstaaten ist dabei die Freude der Verbraucher in aller Welt. Benzin und Heizöl sind günstig. Auch die Wirtschaft profitiert von den niedrigen Energiepreisen. Und das könnte auch noch einige Zeit so weitergehen. Denn auch Libyen will seine Ölproduktion wieder hochfahren.

Die Aktienmärkte macht die Entwicklung trotzdem nervös. Sie sehen viele Risiken für die Stabilität der erdölexportierenden Länder und die Finanzlage von Förderfirmen, wenn der Ölpreis kein auskömmliches Niveau hat.

Mehr spannende Grafiken bei Statista.


Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Zaubern Sie die Zeichen der Zeit einfach weg
Bye-bye Falten mit Youthlift von asambeauty
Shopping
Boxspringbett inkl. Topper statt 1.111,- € für nur 599,- €
jetzt bei ROLLER.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017