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Sparkassen schließen Negativzinsen auf lange Sicht nicht mehr aus

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Sinkende Erträge  

Sparkassen schließen auf lange Sicht Negativzinsen nicht mehr aus

27.04.2016, 18:16 Uhr | dpa-AFX

Sparkassen schließen Negativzinsen auf lange Sicht nicht mehr aus. Nach mickrigen Zinsen auf Sparbuch-Guthaben bald Negativzinsen? (Quelle: dpa)

Nach mickrigen Zinsen auf Sparbuch-Guthaben bald Negativzinsen? (Quelle: dpa)

Das niedrige Zinsniveau drückt auf die Ertragslage der Finanzinstitute, die wiederum nach Ausgleich suchen. Nun schließen die Sparkassen Strafzinsen auch für normale Sparer nicht mehr aus, jedenfalls auf lange Sicht.

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, sagte auf dem 25. Deutschen Sparkassentag, die Geldinstitute würden "alles tun, um die privaten Sparer vor Negativzinsen zu schützen - in Teilen auch zu Lasten der eigenen Ertragslage". Wenn die aktuelle Niedrigzinsphase aber lange andauere, würden die Sparkassen die Kunden nicht davor bewahren können.

Appell an die Politik

Der Sparkassen-Präsident appellierte gleichzeitig an die deutsche Politik, mehr für die Vermögensbildung von Geringverdienern zu tun. "Über 60 Prozent unserer Privatkunden haben monatlich eigentlich nichts mehr übrig, um Rücklagen zu bilden", warnte Fahrenschon. Wer wirklich Wohlstand für alle wolle, müsse den Betroffenen helfen, für das Alter vorzusorgen.

Fahrenschon appellierte an den Staat, dafür einen Teil des Geldes, das er wegen der aktuell niedrigen Zinsen auf Kredite spare, an die Schwächeren in der Gesellschaft weiterzugeben - etwa durch eine Novellierung des Vermögensbildungsgesetzes, mit dem der Staat die Vermögensbildung von Arbeitnehmern fördert.

Seit 1998 seien dessen Einkommensgrenzen und Förderhöhen nicht mehr angepasst worden. Deshalb seien viel zu viele aus der Förderung gefallen.

Jede dritte Sparkassen-Filiale könnte schließen

Der Wirtschaftsprofessor Bernd Nolte befürchtet derweil, dass sich die Zahl der Sparkassen in den nächsten Jahren deutlich verringern könnte. "Deutschland ließe sich mit 200 bis 250 Sparkassen und einer zentraleren Verbands- und Verbundstruktur hervorragend bewirtschaften", sagte er der "Rheinischen Post".

Nolte glaubt, dass ein Drittel der Sparkassen wegen ausbleibender Erträge in der Niedrigzinsphase in zwei bis drei Jahren nicht mehr konkurrenzfähig sein werde. Die Institute müssten rund 20 bis 30 Prozent der Personalkosten sparen, auch in Führungsgremien. Die Verbundstruktur sei etwa 500 Millionen Euro teurer als die der Genossenschaftsbanken, sagte der Wissenschaftler der Zeitung.

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