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ZEW-Index bricht ein: Deutsche Konjunkturerwartungen auf tiefstem Stand seit dreieinhalb Jahren

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ZEW-Index bricht ein  

Deutsche Konjunkturerwartungen deutlich eingetrübt

19.07.2016, 11:56 Uhr | rtr, t-online.de

ZEW-Index bricht ein: Deutsche Konjunkturerwartungen auf tiefstem Stand seit dreieinhalb Jahren. Finanzmarktprofis sehen Schatten über Deutschlands Konjunktur aufziehen. (Quelle: dpa)

Finanzmarktprofis sehen Schatten über Deutschlands Konjunktur aufziehen. (Quelle: dpa)

Die ersten messbaren Auswirkungen des Brexit-Referendums sind da: Börsenprofis beurteilen die deutsche Konjunktur nun deutlich skeptischer als zuvor. Das Barometer für die Erwartungen in den nächsten sechs Monaten fiel im Juli kräftig um 26 Punkte auf minus 6,8 Zähler und damit auf den niedrigsten Stand seit November 2012. 

Zuvor befragte Ökonomen hatten nur mit einem leichten Rückgang des ZEW-Index auf plus 9,0 Punkte gerechnet. Wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter Berufung auf seine Umfrage unter 220 Analysten und Anlegern mitteilte, sei die deutliche Eintrübung des Indikators maßgeblich auf die ungewissen Folgen des Votums für die deutsche Volkswirtschaft zurückzuführen. 

Sorge um Banken-Stabilität

"Das Brexit-Votum hat die Finanzmarktexperten mehrheitlich überrascht", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Vor allem die Sorge um die Absatzmöglichkeiten für Unternehmen und die Stabilität des europäischen Banken- und Finanzsystems dürften den Konjunkturausblick belasten, betonte Wambach.

Ob es bereits im laufenden Jahr zu größeren Bremsspuren kommt, wird sich zeigen, nachdem die ersten Wogen geglättet sind, wie der Chefökonom der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel, sagte. "Es ist durchaus denkbar, dass die bundesdeutsche Konjunktur mit einem blauen Auge davon kommt."

Konjunktur wird Dämpfer erhalten

Die ZEW-Daten sind der erste größere Index für die deutsche Konjunktur seit dem Referendum Ende Juni. Die Briten haben in der Volksabstimmung für einen Austritt aus der Europäischen Union votiert. Ökonomen gehen davon aus, dass ein solcher Brexit die britische Wirtschaft an den Rand der Rezession bringen könnte. Zuletzt trübte sich bereits die Stimmung der Industriebetriebe ein.

Auch die hiesige Konjunktur dürfte die Folgen zu spüren bekommen. So rechnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit einem kräftigen Rückgang der Exporte nach Großbritannien. Das Berliner DIW-Institut macht für 2017 Bremsspuren beim Bruttoinlandsprodukt von 0,5 Prozentpunkten aus.

Dax verliert

Die Bundesbank erwartet für 2016, dass sich das Wirtschaftswachstum in der Bundesrepublik von 0,7 Prozent zu Jahresanfang im Frühjahr verlangsamt hat. Für das laufende Sommerquartal sagen die Währungshüter wieder einen "deutlichen Anstieg voraus". Die Folgen des Brexit-Votums seien bisher kaum einzuschätzen, dürften "zumindest kurzfristig aber begrenzt bleiben".

Der Deutsche Aktienindex Dax zeigte sich bereits vor Veröffentlichung der mageren ZEW-Daten abgeschwächt. Am Mittag notierte der Leitindex 1,3 Prozent schwächer bei 9931 Punkten.

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