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Weltweit Nr. 1: Volkswagen verkauft trotz Diesel-Skandal mehr Autos als Toyota

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Trotz des Diesel-Skandals  

Volkswagen im ersten Halbjahr wieder größter Autobauer der Welt

28.07.2016, 15:34 Uhr | dpa-AFX

Weltweit Nr. 1: Volkswagen verkauft trotz Diesel-Skandal mehr Autos als Toyota. Mehr Autos als Toyota verkauft: Volkswagen warten in den Autotürmen der Autostadt in Wolfsburg auf ihre neuen Besitzer. (Quelle: dpa)

Mehr Autos als Toyota verkauft: Volkswagen warten in den Autotürmen der Autostadt in Wolfsburg auf ihre neuen Besitzer. (Quelle: dpa)

Volkswagen hat den japanischen Rivalen Toyota beim Pkw-Absatz im ersten Halbjahr auf den zweiten Platz verwiesen. Ein starker Monat Juni schob den Wolfsburger Autobauer bei seiner Verkaufsbilanz zum Halbjahr merklich ins Plus. 

Der VW-Konzern trotzt bei seinen Auslieferungen den Stürmen der Diesel-Krise. Im ersten Halbjahr haben die Wolfsburger über alle Marken hinweg - vom VW-Up bis zum schweren Scania-Lkw - trotz der Abgas-Affäre 5,12 Millionen Fahrzeuge verkauft und damit 1,5 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2015. 

Toyota bleibt mit Absatz hinter VW zurück

Der japanische Branchenprimus Toyota, zu dem auch der Kleinwagenbauer Daihatsu Motor und der Nutzwagenhersteller Hino Motors gehören, verkaufte zwischen Januar und Juni global 4,99 Millionen Autos, wie Toyota bekanntgab. Das ist ein Rückgang zum Vorjahreszeitraum von 0,6 Prozent. Die ganze Halbjahres-Bilanz auch mit Umsatz- und Gewinnkennzahlen legt der japanische Konkurrent am 4. August vor.

VW profitierte vor allem im Juni. Da lieferte Europas größter Autobauer mit seinen zwölf Marken 883.400 Fahrzeuge an Kunden aus; 5,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Trotz Diesel-Krise steuert der Konzern 2016 damit bisher auf ein Auslieferungsplus zu. Zumindest als Momentaufnahme scheint der Autobauer damit zehn Monate nach dem Ausbruch der Diesel-Krise eine Durststrecke zu verlassen.

China bleibt wichtigster VW-Markt

Neben Russland und Südamerika bereitet der zweitgrößte Automarkt USA jedoch Sorgen: Dort stehen die konzernweiten Auslieferungen auch wegen eines Diesel-Verkaufsstopps im Halbjahr gut sieben Prozent im Minus - dort verkaufte der Konzern 273.800 Autos.

Die Rückgänge auf diesen Märkten konnte aber der wichtigste Markt China mehr als ausgleichen. Dort legten die Verkäufe um 7 Prozent auf knapp 1,9 Millionen Autos zu. Gut 36 Prozent aller Verkäufe macht Volkswagen im Reich der Mitte.

Wie lange China noch verlässlich liefert, scheint ungewiss. Schon 2015 hatte es zeitweise Dämpfer gegeben. NordLB-Analyst Frank Schwope warnt: "Wenn die Steuererleichterungen für Autos in China Ende 2016 auslaufen, könnte sich 2017 für den Volkswagen-Konzern im Reich der Mitte eine neue Baustelle auftun."

Kernmarke holt auf

Bei den einzelnen Marken verzeichnete VW-Pkw einen starken Juni (+4,7 Prozent), liegt aber auf Sechsmonatssicht noch leicht im Minus (-0,7 Prozent). Auch der Lkw- und Bushersteller MAN fährt auf Jahressicht im Rückwärtsgang (-1,1 Prozent) und verlor im Juni sogar zweistellig. Auch Porsche (-2,7 Prozent) erlebte im Juni einen kleinen Dämpfer.

In China legte VW-Pkw im Juni-Vergleich sogar fast um ein Viertel zu. Mit 48 Prozent entfällt für die VW-Kernmarke derzeit fast jede zweite Auslieferung weltweit auf China. Die Gewinne dort müssen jedoch mit örtlichen Partnern geteilt werden, so regeln es chinesische Auflagen.

'DieselGate'-belastete Halbjahreszahlen

Laut vorläufigen Zahlen, die Volkswagen bereits in der vergangenen Woche vorlegte, lastet die Diesel-Krise auch im ersten Halbjahr noch einmal milliardenschwer auf dem Konzern. Die VW-Aktie gab am Donnerstag nach.

Doch die renditeschwache Kernmarke um Golf und Passat, die Ende 2015 sogar in die Verlustzone gerutscht war, soll zuletzt erheblich Boden gutgemacht haben. Bisher hat Volkswagen gut 16 Milliarden Euro für die Krise und deren Folgen zurückgelegt. Diese Summe stieg jüngst an, Details sind noch unklar.

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